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Wie wird die richtige Heizleistung für einen Kaminofen bestimmt?

Wer die Wärmeversorgung des Wohnzimmers oder vielleicht des gesamten Hauses einem Kamin überlassen will, muss adäquat planen. Denn vor der Anschaffung eines Kaminofens müssen allerhand Parameter mit in die Planung einfließen, damit der Ofen später auch die richtige Leistung aufweist. Auch ist die Heizleistung nicht das Einzige, was vor dem Kaminofenkauf beachtet werden sollte. Doch welche Faktoren muss man berücksichtigen um die optimale Heizleistung für die eigenen vier Wände zu erhalten?

Was genau ist die Heizleistung?

Die Heizleistung beschreibt genau die Leistung, welche eine Heizungsanlage oder ein Ofen aufbringen muss um die gewünschte Temperatur im Haus oder Raum zu erreichen und zu halten. Damit der neue Kaminofen oder Pelletofen auch genügend Leistung hat und auch keine ungenutzten Reserven zurückhält, ist die Bestimmung des Wärmebedarfs nötig. Nur so kann man beispielsweise auch einschätzen, wie viel Holz zum Heizen benötigt wird. So gibt das Typenschild am Kaminofen Aufschluss über den Heizleistungsbereich des jeweiligen Modells. Doch vor dem Kauf sollte man sich im Klaren sein, wie viel Heizleistung eigentlich benötigt wird, damit der ausgewählte Favorit auch effizient genutzt werden kann.

Welche Faktoren müssen bei der Berechnung der Heizleistung des Kaminofens berücksichtigt werden?

Grundsätzlich wird der genaue Wärmebedarf von Meisterbetrieben der Branche oder von anderen Spezialisten für Heiztechnik ermittelt, da die Bestimmung eine sehr komplexe Angelegenheit ist. Der Fachmann richtet sich dabei nach der Norm DIN EN 12831 inklusive Blatt 1, welche die „Energetische Bewertung von Gebäuden und Verfahren zur Berechnung der Normheizlast“ beschreibt. Aber auch Laien, die Interesse an der Berechnung der Heizleistung für den Kaminofen zeigen, können diese grob berechnen indem sie folgende Faktoren bei der Heizleistung des Kaminofens berücksichtigen:

1. Einsatzzweck des Ofens

1.1 Entlastung der Zentralheizung für gesamtes Haus

Schon bei der Einsatzplanung des Ofens gibt es enorme Unterschiede. Soll dieser etwa die gesamte Wohnung, eine Etage oder gar nur einen einzelnen Raum mit Wärme versorgen? Ist der Ofen im Dauereinsatz oder soll er nur Gelegentlich Körper und Geist erwärmen? Bei diesen Varianten kommen nicht nur unterschiedlich benötigte Kilowattzahlen zustande, sondern auch unterschiedliche Ofenmodelle mit unterschiedlichen Funktionen in Frage. Wenn ein Ofen beispielsweise die Zentralheizung unterstützen und/oder noch zusätzlich einen einzelnen Raum erhitzen soll, dann ist ein wasserführender Kamin oder Pelletofen die Lösung. Dieser erhitzt mit bis zu 25 kW zu zwei Dritteln das Wasser, welches in den Heizkreislauf eingespeist werden kann. Das restliche Drittel Wärmeenergie des wasserführenden Pelletofens kümmert sich derweil um den Aufstellungsraum.

Bei wasserführenden Feuerstätten richtet sich die benötigte Heizleistung dann nämlich nicht nur nach dem Wärmebedarf des Aufstellraumes, sondern auch der Gesamtwärmebedarf des Hauses spielt eine bedeutende Rolle. Die luftseitige Heizleistung mit welcher der wasserführende Kaminofen den direkten Wohnraum beheizt, sollte den Wärmebedarf des Aufstellraums nicht überschreiten, da der Wohnraum sonst überhitzt. Siehe hierzu den nachflgenden Teil des Beitrags "Größe des Aufstellorts".

Die Gesamtleistung des wasserführenden Kamins (luftseitige Heizleistung + wasserseitige Heizleistung), sollte bei 50%-70% des ermittelten Gesamtwärmebedarf des Hauses liegen, der von einem Fachmann exakt ermittelt werden sollte. Siehe hierzu auch den im Textverlauf folgenden Absatz "Energetischer Zustand des Gebäudes: Wie gut ist das Haus gedämmt?" Die wasserseitige Heizleistung, die erbracht wird, um in den zentralen Heizkreislauf eingespeist zu werden, ergibt sich aus der Differenz zwischen der Gesamtleistung, die erbracht werden muss um den Gesamtwärmebedarf des Hauses zu decken und der luftseitigen Heizleistung.

1.2 Beheizung mehrerer Haupträume

kanalisierbarer PelletofenWenn allerdings nur eine Etage beheizt werden soll, dann reicht unter Umständen ein kanalisierbarer Pelletofen vollkommen aus. Die vorzeige Modelle von MCZ zum Beispiel können bis zu 3 Räume gleichzeitig erhitzen indem diese durch verdeckte Leitungen die jeweiligen Lüftungsschächte der zu beheizenden Räume bedienen. Hier muss selbstverständlich auch eine höhere Kilowattzahl gewählt werden, als bei einem Pelletofen, der nur einen einzelnen Raum erhitzen soll. Für die Berechnung des exakten Pelletofen-Verbrauchs findet sich im verlinkten Blogbeitrag noch einmal eine gesonderte Erklärung.

1.3 Beheizung eines einzelnen Raumes

Bei kleineren Räumen mit einer normalen Deckenhöhe von 2,5 m reichen in der Regel Kamin-Modelle mit einer Heizleistung von 3 bis 12 kW aus. Ist der zu beheizende Wohnraum klein bis mittel, empfiehlt sich eine schonende Heizquelle. Kaminöfen mit Natursteinverkleidung sind hier eine ideale Wahl. Wie ein Kachelofen speichern sie Wärme nachhaltig und geben diese langsam und angenehm an den Raum ab. So wird eine bullige Hitze vermieden. Bei einigen Herstellern wie Nordpeis kann ein regulärer Kaminofen mit Speichermasse ausgerüstet und je nach Bedarf angepasst werden. Bei größeren Räumen kann ein Werkstattofen mit bis zu 30 kW ein guter Weggefährte sein.

2. Größe des Aufstellortes

Einem jeden sollte klar sein, dass auch die Eigenschaften des zu erwärmenden Raumes mit herangezogen werden müssen. Insbesondere bei raumluftabhängigen Kaminöfen ist das Raumvolumen wichtig. Da bei diesen Modellen die Sauerstoffzufuhr durch den Aufstellungsraum gelingt. Ist die Heizleistung des Ofens zu groß, muss häufiger gelüftet werden und der Ofen zusätzlich im gedrosselten Betrieb laufen. Das ist weder effektiv noch effizient.

frierender HundDa die Heizleistung des gewünschten Ofenmodells grundsätzlich auf den Raum abgestimmt sein sollte, ist das Raumvolumen ein wichtiger Faktor, der nicht außer Acht gelassen werden darf. Denn wie schon erwähnt kann ein zu hohes Leistungsvermögen des Ofens den Raum zu stark erhitzen. Wobei wiederum zu wenig Heizleistung des Kamins nicht ausreicht um den Raum zu erwärmen. Ein Ofenmodell mit der richtigen Heizleistung und beispielsweise einer automatischen Abbrandsteuerung garantieren hier einen sauberen und effektiven Abbrand. Somit wird das Holz optimal verbrannt und keine Heizleistung geht verloren.

Für alle Liebhaber der standardisierten Musterlösungen, gibt es aber auch hier eine Faustregel nach der man sich richten kann. So benötigt man in der Regel bei einer durchschnittlichen Raumhöhe von 2,5 bis 3,0 Metern etwa 0,1 kW/m². Hat der Aufstellungsraum im Bestandshaus also 50 m², reichen normalerweise 5 kW vollkommen aus.

3. Energetischer Zustand des Gebäudes: Wie gut ist es gedämmt?

Wie nicht anders zu erwarten, spielt auch die Isolierung des Gebäudes eine wichtige Rolle bei der exakten Ermittlung des benötigten Heizwertes. Denn je schlechter das Haus isoliert ist, desto mehr Leistung wird vom Heizsystem abverlangt. Auch die Beschaffenheit vom Dach, der Fenster und der Türen fließen in diesem Faktor mit ein. So ist es auch nicht verwunderlich, dass in einem perfekt isoliertem Passivhaus weniger Heizleistung benötigt wird als in einem 1969 erbautem herrlich nostalgischem Bestandshaus. So benötigt ein gut isolierter jugendlicher Neubau beispielsweise nur halb soviel Raumheizvermögen wie ein in die Jahre gekommener Altbau aus den 80ern. Der energetische Zustand des Hauses hat also maßgeblichen Einfluß auf die benötigte Heizleistung des Kamins.

Man sollte bei der Berechnung auf jeden Fall am besten, einen Experten zu Rate ziehen und die benötigte Heizleistung bestimmen lassen, damit Heizleistung und Kamin auch genau auf den Heizzweck der Feuerstätte und den enrgetischen Zustand des Hauses abgestimmt sind. Die kompetenten Fachberater von ofen.de stehen auch hier jederzeit beratend zur Seite.

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