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Ofenrohre: Auf die Länge kommt es doch an!

Bei der Anschaffung eines Kaminofens kommt es sowohl auf den richtigen Stellplatz und der Nähe zum Schornstein sowie auf den korrekten Anschluss an diesen an. Zum sicheren Abtransport der Rauchgase wird die Entfernung dazwischen mit Ofenrohren überbrückt. Natürlich gibt es dabei viele unterschiedliche Varianten. Besonders interessant ist jedoch die Frage, wie lang beziehungsweise wie kurz so ein Ofenrohr überhaupt verlegt werden darf, damit ein sicherer Abtransport der Abgase gewährleistet werden kann.

Minimale und maximale Ofenrohr-Länge

Damit die Feuerstätte ihre volle Leistungsfähigkeit erreichen kann und der Kaminzug ordnungsgemäß funktioniert, sollten beim Aufbau der Kaminanlage einige Dinge beachtet werden. So spielt die richtige Länge der Rauchrohre durchaus eine wichtige Rolle. Sind diese zu Lang kühlen die Rauchgase noch vor dem Erreichen des Schornsteins zu stark runter und können nicht mehr durch ihn nach draußen befördert werden. Des Weiteren gelangen mit den kalten Rauchgasen vermehrt Rußpartikel in das Abgassystem, welche sich an den Wänden ablagern. Dies hat nicht nur einen vermehrten Putzaufwand zur Folge, sondern erhöht zudem auch die Gefahr eines ausgewachsenen Rußbrandes. Außerdem sollte berücksichtigt werden, dass mit steigender Länge und sinkenden Abgastemperaturen die Rauchgase im Schornstein kondensieren können. Dies hätte wiederum eine Versottung – also eine irreparable Schädigung der Innenwände durch Teer und Säuren - zur Folge.

Um diese Gefahren zu vermeiden sollte bei den Ofenrohren eine Maximallänge von 3 Metern nicht überschritten werden. Allerdings hängt die Rauchrohrlänge auch vom Schornstein ab. Der hier benötigte Querschnitt kann vom Schornsteinfeger als auch vom Fachberater berechnet werden. Als allgemeine Faustregel kann man aber die 1-zu-4-Regel zur Hand nehmen. Diese besagt, dass die Länge des Rauchrohres zur Länge des Schornsteins 1 zu 4 betragen sollte. Bei einer maximal verbauten Länge von 3 Metern sollte der Schornstein demnach 12 Meter hoch sein. Um die Rauchgase vor dem Auskühlen zu bewahren, kann man sich allerdings auch doppelwandiger Ofenrohre bedienen. Diese sind isoliert und halten die Temperatur der Rauchgase somit länger auf einem erhöhten Niveau.

Labyrinth vermeiden

Auch bei der Anzahl der Bögen sollte darauf geachtet werden, dass es im Regelfall nicht mehr als 3 sind. Bei längeren oder öfter umgelenkten Rohren besteht die Gefahr, dass die Verbrennungsgase aus dem Ofen nicht wie gewünscht abziehen können. Außerdem lagert sich bei Überschreitung dieser Richtlinie wiederum zu viel Ruß im Ofenrohr ab, was einen deutlich erhöhten Wartungsaufwand nach sich zieht oder wieder die Gefahr eines Rußbrandes erhöht. Um die Ofenrohre jedoch besser Warten und Reinigen zu können, gibt es Modelle in denen gleich eine praktische Reinigungsklappe integriert ist. Somit ist man auf jeden Fall auf der sicheren Seite.

Ungebremst nach oben

Steigung der OfenrohreEin weiterer wichtiger Faktor beim Verlegen der Ofenrohre ist die eingeplante Steigung. Denn Rauchgase haben eine sehr hohe Temperatur, wenn sie aus der Brennkammer in Richtung Edelstahlschornstein wandern. Und wie alle warmen Gase steigen auch diese natürlicherweise nach oben. Werden sie allerdings durch ein waagerecht verlegtes Ofenrohr gebremst, fließen die Rauchgase wieder zu langsam ab und kühlen zu schnell aus. Um den Gasen also einen ungehinderten Weg zum Schornstein und nach Draußen zu verschaffen, müssen die Rauchrohre also eine gewisse Steigung zum Fertigteilschornstein hin vorweisen.

Grundsätzlich sollte das Ofenrohr demnach eine Steigung von mindestens 45 bis 60 Grad aufweisen, um die Rauchgase ordnungsgemäß abzuführen und die Leistung des Kamins zuverlässig zu unterstützen. Wer jetzt keinen Winkelmesser im Werkzeugkasten mit sich führt, kann sich aber auch eine allgemeine Faustregel zu Nutze machen. Nach dieser sollte ein Ofenrohr zum Schornstein hin pro laufenden Meter eine Steigung von ca. 2 Höhenzentimetern aufweisen. Auf diese Weise können die giftigen Rauchgase nicht wieder zurückfließen und beim Öffnen der Kamintür in die Wohnung bzw. das Haus gelangen. Wodurch eine akute Gefahr für Leib und Leben durch eine Rauchgasvergiftung drohen würde.

Safety first!

Apropos Gefahr für Leib und Leben: Wenn wir schon beim Thema "richtiges Verlegen der Ofenrohre" sind, dann möchten wir auch auf geltende Sicherheitsabstände hinweisen. Denn nicht nur die Rauchgase sind sehr heiß. Mit ihnen erwärmen sich auch die Ofenrohre im gefährlichen Ausmaß. Daher gelten gesetzliche Richtlinien über Sicherheitsabstände. Werden diese nicht eingehalten, kann der Schornsteinfeger die gesamte Kaminanlage sperren. Und das ist auch richtig so. Um dies zu vermeiden sollten die wichtigsten Richtlinien bekannt sein:

  • Der richtige Abstand zu brennbaren Materialien wie Teppich, Möbel und Co. Beträgt bei einwandigen Ofenrohren 80 cm.
  • 40 cm sollten bei einwandigen Ofenrohren zu brennbaren Baumaterialien eingehalten werden.
  • Handelt es sich bei den Ofenrohren um doppelwandige und somit isolierte Ofenrohre verringert sich der minimale Abstand zu brennbaren Baumaterialien auf 20 cm.
  • 10 cm Abstand sind hier zu ebenfalls isolierten Bauteilen einzuhalten.
  • Muss das Ofenrohr durch die Wand geführt werden, gibt es bereits vorgefertigte Wanddurchführungen, die auf den jeweiligen Durchmesser und die Beschaffenheit der genutzten Rauchrohre abgestimmt sind.

Fazit

Grundsätzlich gilt es das Ofenrohr möglichst kurz zu halten. Hierfür haben wir auch einen Beitrag zum Thema "Ofenrohre kürzen" verfasst. Eine Mindestlänge ist nicht definiert. Allerdings muss es natürlich baulich umgesetzt werden können. Gibt es spezielle Fragen oder eine besondere bauliche Situation, kann unser Expertenteam von ofen.de kontaktiert werden. Wir helfen gerne weiter und suchen gemeinsam die beste Ofenrohr-Lösung. Selbstverständlich sollte die Konstruktion auch separat mit dem Schornsteinfeger abstimmt werden.

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