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Der Kaminzug: Ein wichtiger Begriff aus der Schornstein- und Kamintechnik

Der Kaminzug hat in der Heiztechnik zwei verschiedene Bedeutungen. Zum einen wird die innere Öffnung eines Schornsteins als Kaminzug bezeichnet. Die innere Öffnung eines Schornsteins ist wichtig, um den Kamin oder Pelletofen mit dem Schornstein zu verbinden. Anderseits ist Kaminzug auch ein anderer Begriff für den Förderdruck zwischen Kaminofen und Schornstein. Dieser Kaminzug ist notwendig, um die Abgase des Kamins aus dem Schornstein oder Edelstahlschornstein ins Freie zu befördern. Dafür muss der Kaminzug einen gewissen Druck haben. Hier gilt: Der Förderdruck ist umso größer, je heißer das Abgas und die Höhe des Schornsteins. Der Druck wird meist in Pascal (Pa) oder Bar (bar) angegeben und sollte in der Regel bei 12 bar höchstens 18 bar liegen.

Eigenschaften des Kaminzuges beim Schornstein

Damit der physikalische Vorgang des Förderdrucks richtig funktionieren kann, sind einige Rahmenbedingungen maßgeblich. Der Kaminzug ist abhängig von der Abgastemperatur als auch den herrschenden Temperaturen im Schornstein und der Außenluft, den Abmessungen des Feuerraums und dem Schornstein.

Bei Erwärmung der Zuluft steigt der Druck in der Brennzelle. Die erhitzten Gase denen sich aus und suchen sich ihren Weg durch die Ofenrohre in den Schornstein. Der Ofen sollte so gebaut sein, dass die Abgase schnell und unkompliziert den Schornstein erreichen. Sonst kann der Kaminzug beeinträchtigt werden. Die notwendigen Überprüfungen und Reinigungen nimmt der Schornsteinfeger  für Sie vor. Der Kaminkehrer prüft den Kaminzug, indem er eine Kaminzugmessung vornimmt:

Bild mit Veranschaulichung des FörderdruckprinzipsDurch die im Schornstein herrschende kältere Temperatur entsteht ein Unterdruck. Somit wirkt also ein nach oben gerichteter Sog, der die Rauchgase aus dem Schornstein leitet und darin bestrebt ist die Druckunterschiede stetig auszugleichen.

Für einen nach oben gerichteten Kaminzug ist wichtig, dass die Temperatur von Kaminofen, Schornstein und Außenluft von unten nach oben stetig niedriger ist. Andernfalls würde kein nach oben wirkender Unterdruck, sondern eine Sogwirkung in den Kaminraum entstehen. Die Folge: Die Rauchgase ziehen in den Brennraum.

Der Kaminzug leitet nicht nur die Abgase durch die Rauchrohre in den Schornstein. Das Feuer wird durch den Kaminzug auch automatisch mit Primärluft versorgt, die von unten angesogen wird und das Kaminfeuer mit Sauerstoff nährt. Hierbei ist auch wichtig, dass nicht zu schnell zu viel Primärluft nachzieht, da das Feuer sonst keine ausreichende Wärme entwickeln und kein effektiver Abbrand erfolgen kann. Weiterhin bestünde gegebenenfalls das Problem, dass die Rauchgase nicht heiß genug sind und innerhalb des Schornsteins zu schnell herunterkühlen, was eine Ableitung der Rauchgase verhindert.

Wie lassen sich Probleme eines falschen Kaminzugs/ Förderdrucks lösen?

Wenn der Kaminzug zu hoch ist, werden die Rauchgase zu schnell aus dem Schornstein geleitet und der Kaminofen kann innerhalb seines Brennraums nicht genügend Wärme entwickeln. Dies hat auf der einen Seite einen zu schnellen und nicht vollständigen Abbrand des Brennstoffes zur Folge und führt weiterhin dazu, dass dem Kaminofen nicht genügend Wärme zur Verfügung steht. Der zu beheizende Raum kann demnach nicht ausreichend mit Wärme versorgt werden. Das Problem eines zu hohen Kaminzugs wird auch durch einen zu hohen Schornstein begünstigt. Bei der Regulation eines zu hohen Förderdrucks hilft die Integration eines Zugreglers. Dieser Zugregler auch Zugbegrenzer genannt, hat die Aufgabe den Druck konstant zu halten. Der zylinderförmige Zugbegrenzer öffnet und schließt je nach Drucksituation eine integrierte Klappe, durch welche Nebenluft zusätzlich hineinströmt, oder auch reduziert wird. Gerade bei den automatischen Versionen, die keine manuelle Mechanik zulassen, kann hierbei der Brennstoff optimal genutzt werden. Eine effektivere Verbrennung bedeutet monetäre Ersparnis, als auch eine gute Energiebilanz, die wiederum der Umwelt zugutekommt.

Man kann oftmals beobachten, dass Rauchrohre mit manuell steuerbaren Drosselklappen verbaut werden, um einem zu hohen Kaminzug entgegen zu wirken. Hierbei wird allerdings nicht der Druck korrigiert, sondern lediglich der Abfluss der Rauchgase beeinflusst. Dies ist vergleichbar mit Symptomlinderung, stellt aber keine Bekämpfung der Ursache dar. Die manuelle Steuerung der Drosselklappe  birgt immer auch die Gefahr von Fehlerquellen in der Bedienung und dient eigentlich dazu die Zuluft abzuschwächen, um beispielsweise die Glut eines Speicherofens für eine lange Wärmeentwicklung zu erhalten.

Ein Zugregler hingegen hält automatisch ohne menschliches Zutun den optimalen Kaminzug konstant aufrecht. Man sollte sich hier also nicht an den Kostenpunkten orientieren. Langfristig spart man mit einem Zugregler nämlich wortwörtlich Kohle. Eine weitere Lösung stellt der Ofenhersteller Spartherm mit seiner patentierten S-Kamatik-Technologie vor. Hierbei gleicht eine im Kamin integrierte Nebenluftklappe, die durch Witterung bedingten Schwankungen des Kamkinzugs, vollkommen automatisch aus. Dieses System ist am sichersten, da Probleme des Kaminzugs erst gar nicht entstehen können und man sich somit zusätzliche Kosten für aufwendige Umbauten am Schornstein und der Abgasanlage spart. Allerdings kann die S-Kamatik-Technologie auch nicht nachgerüstet werden und muss somit von Vornherein mit in die Kaminplanung einfließen.

Bild mit Kohlenstoffmonoxid GraffitiBei einem zu kleinen Schornstein besteht das gegenteilige Problem, nämlich die Entstehung eines zu geringen Kaminzugs. Folglich können die Rauchgase nicht abgeleitet werden und es besteht- wenn auch selten- die Gefahr eines gefährlichen Überdrucks in der Brennkammer. Bei einem zu niedrigen Kaminzug verschaffen Schornsteinverlängerungen Abhilfe. Für eine Schornsteinberechnung sind die ofen.de-Fachberater der richtige Ansprechpartner: Unverbindlichen Beratungstermin vereinbaren!