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Nachtspeicherheizung: Wieder Zukunftstauglich oder ein Auslaufmodell?

Viele Jahre gehörten Nachtspeicheröfen zu der normalen Ausstattung einer Wohnung. Im Jahr 2009 folgte ihr Verbot, jedoch wurde das Gesetz bereits 2013 wieder verworfen. Nun stellt sich für den Eigenheimbesitzer die Frage: Lohnt sich eine Nachtspeicherheizung heutzutage wieder oder ist das Prinzip überaltert?

Was ist eine Nachtspeicherheizung?

Der Nachtspeicherofen findet seinen Ursprung in den 1960er und 1970er-Jahren. Dabei handelt es sich um eine elektrisch betriebene Heizung. Der Name des Nachtspeicherofens kommt daher, dass er nachts mit Strom aufgeheizt und der Speicher geladen wurde. Wesentliches Element ist daher sein Wärmespeicher. Tagsüber konnte er die Wärme dann wieder an den Raum abgeben. Warum er ausgerechnet nachts geladen wurde? Grund dafür war, dass die Speichertechnologie für Strom noch nicht so weit ausgebaut war wie heute. Gerade die verbreiteten Kohlekraftwerke konnten im laufenden Betrieb schlicht nicht abgestellt werden. Daher ergab sich das Problem, dass gerade bei geringerem Stromverbrauch in der Nacht überschüssige Energie produziert worden ist, die nicht zwischengespeichert werden konnte. Der laufende und stabile Nachtbetrieb war daher für die Betreiber von Kraftwerken eine gute Möglichkeit, die Grundlast des Stromnetzes aufrecht zu erhalten. Zu seinen Hochzeiten machte sich der Nachtspeicherofen also ein industrielles Problem zunutze. Darüber sah man umweltfreundliches Heizen zu dieser Zeit in der Elektrizität als Weg, Kohleemissionen zu reduzieren. Gerade in alten Häusern finden sich daher Nachtspeicherheizungen in Kombination mit Kaminöfen. Das hat mehrere Gründe:

  • Der Einbau ist simpel
  • Die Benutzung ist unkompliziert
  • Es braucht kein zentrales Heizsystem
  • Rohrleitungen müssen nicht verlegt werden
  • Die Wartung ist einfach
  • Die Heizung ist wenig störanfällig

Wie funktioniert eine Nachtspeicherheizung?

Schema Aufbau NachtspeicherheizungDie Nachtspeicherheizung macht sich den Niedrigstromtarif zunutze und heizt über Heizstäbe während der Nacht auf. Damit diese Wärme nicht verloren geht, verfügt ein jeder Nachtspeicher über Speichermasse, etwa aus Schamotte, Wasser oder Magnesit. Die Heiztechnik befindet sich dabei im Kern der Anlage und gibt die Wärme nicht wie eine Ölheizung direkt über Konvektion an die Umgebung ab. Geregelt über ein einstellbares Thermostat gibt die Elektro-Speicherheizung die Wärme dann mithilfe eines verbauten Lüfters gleichmäßig ab. Natürlich hängt der Bedienkomfort von der technischen Ausstattung ab. Denn nicht jedes Modell kann so einfach und präzise gesteuert werden. Alte Geräte verfügen lediglich über einfache Drehregler am Heizkörper. Wer aber eine alte Nachtspeicherheizung modernisieren möchte, kann einen Außentemperaturfühler mit Aufladeautomatik verbauen. Diese misst die Außentemperatur und kann die Strommenge bei warmen Temperaturen automatisch drosseln, um Kosten zu sparen.

Der moderne Nachtspeicherofen als zeitgemäße Form der Heizung?

Zwar bietet ein Nachtspeicherofen Komfort, wenn man die Wärmespeicherfähigkeit von bis zu 36 Stunden beachtet, jedoch sprechen auch einige Gründe gegen den Ofen als zeitgemäße Heizform:

  • Hohe Hitzeentwicklung und damit Brandgefahr
  • Asbestbelastung älterer Geräte
  • Hohe Stromkosten
  • Staubbelastung durch den Lüfter


Temperatur am Thermostat einstellenEinerseits ist die Technik überholt und andererseits ist das Heizen mit Strom aus Kraftwerken mit Kohleverstromung nicht besonders umweltbewusst. Hinzu kommen ökonomische Faktoren, die eher gegen die Nutzung eines Nachtspeicherofens sprechen: Es gibt keinen Nachtstromtarif mehr. Heute können Energieversorger ihre Kapazitäten besser planen und vermeiden frühzeitig einen Überschuss an Nachtstrom. Somit ist seine Nutzung in keiner Weise günstiger als die Nutzung einer regulären Stromheizung. Bei einem Preis von ca. 35 Cent je kW kann eine Nachtspeicherheizung sich sehr schnell zu einem echten Strom- und Geldfresser entwickeln.

Eine moderne Nachtspeicherheizung nachrüsten?

Solarthermie bietet in Verbindung mit einer elektrischen Speicherheizung die Möglichkeit, natürlich gewonnene Sonnenenergie nachhaltig zu speichern und im Haus zur Wärmegewinnung zu verwenden. So müssen weder fossile Brennstoffe verfeuert werden, noch muss Strom aus nicht umweltfreundlichen Quellen bezogen werden. Je nach Speicherkapazität kann auch über längere Zeiträume ohne intensive Strahlung geheizt werden. Da man auf diese Weise nur jene Energie aufwenden muss, die man über die Solarzellen gewinnt, kann man CO2-neutral heizen.

Nachdem das Verbot von Nachspeicherheizungen 2013 aufgehoben worden ist, lag das Augenmerk nun ganz ähnlich der ursprünglichen Situation darauf, ab 2020 Nachtspeicher als Ausgleich für erneuerbare Energien zu nutzen, die über vergleichbare Kapazitätsprobleme wie die alten Kohlekraftwerke verfügen. Denkbar wäre an dieser Stelle auch eine Kombination mit Wind- oder Wasserkraft.

Bei ofen.de gibt es eine große Auswahl an Speicheröfen und Kaminöfen, die mit wärmespeichernden Speichersteinen ausgestattet werden können. So kann man langanhaltende Wärme genießen, obwohl der Ofen schon seit mehreren Stunden erloschen ist. Das spart nicht nur Geld und Brennstoff, sondern ist auch noch gut für die Umwelt.