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Ein brennender Holzscheit in einem Schwedenofen von AA-Kaminwelt

Der Schwedenofen – Das müssen Sie wissen

Ein Schwedenofen ist wie ein Auto: Sie können entweder nur ein paar hundert Euro in die Hand nehmen und hoffen, dass es fährt. Oder Sie greifen etwas Tiefer in die Tasche und haben dann länger was davon. Der Vergleich ist deswegen so passend, weil sich ein billiger Kaminofen auch schnell zur Ruß- und Dreckschleuder entwickeln kann. Deswegen sollten Sie nicht gleich das erstbeste Gerät vom Baumarkt kaufen, dass Ihnen über den Weg läuft. Im Idealfall ist der Schwedenofen nämlich eine Entscheidung fürs Leben.

Was Sie im Vorfeld über das Thema wissen müssen, das haben wir einmal für Sie übersichtlich gebündelt und auf einen Blick zusammengestellt. Hier erfahren Sie alles über Aufbau und Funktionsweise eines Kaminofens, was Sie vor dem Kauf unbedingt beachten müssen und welche Kosten auf Sie zukommen werden. Freuen Sie sich am Ende des Beitrags auch auf wertvolle Tipps und Tricks zum richtigen Umgang mit Kaminholz. Denn so heizen Sie sauber und effektiv!

Aufbau und Funktion eines Schwedenofens

Schwedenofen steht in einem Loft neben einem gemütlichen lila SofaEin Schwedenofen ist vom Prinzip her gar nicht so schwer zu verstehen. Das Herzstück ist die Brennkammer. Diese besteht meistens aus Gusseisen und hier kommt das Kaminholz hinein und wird dann verfeuert. Rings herum wird noch eine Wärmedämmung gebraucht, die das Heizen effektiver und sicherer macht. Sie kann zum Beispiel aus Schamottsteinen oder Vermiculiteplatten bestehen. Vorn an der Brennkammer gibt es ein Sichtfenster, wo Sie einen tollen Blick auf die prasselnden Holzscheite haben. Außerdem braucht der Kaminofen eine Zufuhr für die Verbrennungsluft gebraucht und eine Abfuhr für den Qualm. Diese führt dann über das Ofenrohr zum Schornstein oder Edelstahlschornstein am Haus bis aufs Dach.Die schematische Darstellung eines Schwedenofens und seines Aufbaus

Wie viel Luft in die Kammer hinein- und wieder herausströmen soll, das wird über einen extra Regler gesteuert. Alles, was beim Verbrennen übrig bleibt, dass fällt durch mehrere Schlitze in einen extra Aschebehälter. Ein Schwedenofen heizt den Raum mit zwei verschiedenen Methoden auf:

  1. Konvektionsluft
  2. Wärmestrahlung

Bei der Konvektionsluft wird ein extra Schlauch oder Kanal durch die Brennkammer geführt. Dort strömt die kalte Luft aus dem Raum hinein und heizt sich in der Feuerkammer auf. Schließlich steigt die erwärmte Luft nach oben und gelangt wieder aus dem Kaminofen raus in den Raum. Sie heizen das Zimmer also nur mit frischer Raumluft.

Da die Wärme aus dem Ofen sehr schnell nach oben an die Decke wandert, gibt es zusätzlich noch die Heizleistung über Wärmestrahlung. Diese gelangt entweder über die Glasscheibe von der Brennkammer ins Zimmer oder über extra Speicherelemente. Viele Schwedenöfen können nämlich mit großen Naturstein-Platten ausgerüstet werden, welche die Wärme gut halten und dann erst langsam abgeben. Die Wärmestrahlung wirkt viel durchdringender und intensiver, als Konvektionsluft. Sie fühlt sich auch ganz anders an auf der Haut. Diese einzigartige Kombination aus den verschiedenen Wärmearten ist das, was einen Kaminofen ausmacht.

Das müssen Sie vor der Anschaffung wissen

Da ein Ofen oder auch ein Speicherofen neben der Optik hauptsächlich fürs Heizen gedacht ist, sollten Sie sich vorher überlegen, ob sich so ein Schwedenofen für Sie überhaupt lohnt. Da gibt es zum Beispiel verschiedene Kosten, die berücksichtigt werden müssen, der Platz zur Lagerung vom Kaminholz und das Thema Sicherheit. Nur wer sich über diese Punkte im Klaren ist, der wird auch lange Spaß und Freude mit seinem neuen Kaminofen haben.

Kostenfaktor

Neben den eigentlichen Anschaffungskosten für das Gerät kommen bei der ersten Installation auch Kosten für den Einbau, Umbau und dementsprechend auch für den Schornstein mit dazu. Außerdem sollten sie sich bewusst sein, dass so ein Schwedenofen auch eine gewisse Menge Holz schluckt. Für die Beschaffung des Brennholzes muss gesorgt werden und ein passender Lagerplatz sollte auch vorhanden sein.

Eins vorweg: Die Kosten für Kaminholz sind im Vergleich zu den Preisen von Öl oder Gas wirtschaftlich sehr attraktiv. Schon seit einigen Jahren sind die Preise fürs Holz nahezu gleichgeblieben. Und wer in seiner Region einfach an das Brennmaterial herankommt oder einen Kaminholz-Handel direkt in der näheren Umgebung hat, für den kann sich das Heizen mit einem Schwedenofen relativ schnell lohnen. Berücksichtigen Sie bitte bei Ihrer Planung auch, dass der Lagerplatz groß genug sein muss. Da das Holz für einen Kaminofen nach dem Schlagen etwa zwei Jahre zum trocknen braucht, werden drei separate Lagerflächen benötigt: Für das aktuelle Jahr und die nächsten beiden Saisons.

Besonders günstig bekommen Sie das Holz übrigens während der Sommermonate. Zu den Betriebskosten eines Schwedenofens gehören übrigens auch die Kehrgebühren vom Schornsteinfeger mit dazu. Bitte beachten Sie, dass vereinzelt noch weitere Kosten auf Sie zukommen können, die je nach Einzelfall verschieden sind.

Schwedenofen und Thema Sicherheit: Das sollten Sie unbedingt vor dem Einbau klären

Frau mit zwei Kindern steht in der Küche vor einem gemütlichen SchwedenofenFragen Sie Ihren Schornsteinfeger vor dem Einbau, wie die Verbrennungsluft in den Schwedenofen gelangen soll. Manchmal reichen Fensterritzen oder andere kleine Schlitze völlig aus. In anderen Fällen muss wiederum eine extra Zufuhr gelegt werden. Bei einer Unterversorgung kann der Kaminofen nicht richtig anheizen und das geht zu Lasten der Umwelt, des Geräts und Ihres Geldbeutels. Beim Einbau eines Ofens geht es schließlich auch um Fragen der Wärmedämmung und Energieeffizienz. Holen sie sich im Zweifelsfall auch lieber noch einen Energieberater mit dazu: Nicht, dass hinterher böse Überraschungen gibt.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist das Thema Unterdruck: Manchmal können Dunstabzugshauben oder andere Lüftungsanlagen in Kombination mit einem Schwedenofen einen sogenannten Unterdruck in den Wohnräumen erzeugen. Das geschieht insbesondere dann, wenn mehr Luft aus den Räumen rausgeht, als wieder herein kommt. Bei sogenannten Passivhäusern kommt das zum Beispiel vor und kann sogar lebensgefährlich sein.

 Hier noch einmal alles Wichtige auf einen Blick

  • Infos über verschiedene Geräte einholen und vergleichen
  • Anschaffungskosten, Umbaukosten und laufende Kosten berechnen
  • Schornsteinfeger und eventuell einen Energieberater hinzuziehen
  • ausreichend Lagerplatz für das Kaminholz einplanen
  • Holz auf Vorrat für die nächsten drei Jahre kaufen = sparen

Tipps & Tricks: So heizen Sie einem Schwedenofen richtig ein

Wer sich einen eigenen Kaminofen, Kaminbausatz oder auch einen Kamin mit einem Kamineinsatz zulegen möchte, der muss auch wisse, wie er ihn betreibt. Deswegen haben wir für Sie in den folgenden Absätzen die wichtigsten Fakten zusammengetragen. Wer clever heizt, der schont die Umwelt und den Geldbeutel.

Achten Sie auf die Holzfeuchte

Beim Heizen mit einem Schwedenofen kann man viel falsch machen. Das fängt schon bei der Wahl des richtigen Holzes an. Wenn aus einem Kominofen zum Beispiel schwarze Rauchschwaden und ein unangenehmer Geruch kommen, dann kann das an einer zu hohen Feuchtigkeit liegen. Untersuchungen haben gezeigt: Je trockener das Kaminholz, desto besser. Achten Sie deshalb immer darauf, dass es trocken und gut gelagert ist. Generell lässt sich die Feuchtigkeit in vier Stufen beschreiben.

  1. bis 15%: Diese Werte sind ideal zum Verbrennen im Schwedenofen
  2. 16-20%: Kann bedenkenlos verbrannt werden, ist aber nicht optimal
  3. 21-24%: Dieses Kaminholz sollten Sie lieber noch eine Saison liegen lassen
  4. mehr als 25%: Das ist viel zu feucht und darf nicht verbrannt werden

Die Feuchtigkeit im Kaminholz wirkt sich direkt auf die Brenneigenschaften aus. Sie beeinflusst die Energieausbeute, die Schadstoffmenge und kann sich negativ auf die Langlebigkeit Ihres Schwedenofens auswirken. Der Wassergehalt lässt sich mit bloßem Auge aber nicht erkennen. Deswegen empfehlen wir Ihnen zusätzlich die Anschaffung eines Holzfeuchtemessgerätes. Das misst die Feuchtigkeit über eine elektrische Spannung und zeigt die Werte zuverlässig an. So können Sie immer auf der sicheren Seite sein. Unser Tipp: Mit diesem Gerät können Sie auch direkt beim Holzhändler vor Ort nachprüfen, ob das Kaminholz Ihren Wünschen und Ansprüchen genügt.

Starting the Fire – so macht es der Profi

Ein Kaminanzünder brennt zwischen zwei Holzscheiten

Vom Bauchgefühl zünden viele ein Kaminfeuer von unten her an. Aber genau das ist hier die falsche Vorgehensweise. Ein Kaminfeuer sollte immer von oben angezündet werden. Warum ist das so? Bei einem Schwedenofen kommt es darauf an, dass möglichst schnell hohe Temperaturen in der Brennkammer erreicht werden. Denn nur dadurch heizen Sie wirklich schadstoffarm und effizient. Ein Feuer, dass von der Oberseite des Holzscheites aus brennt, ist näher am Schornstein dran. Dadurch kann er sich schneller aufheizen und auf Betriebstemperatur kommen. Das hat wiederum zur Folge, dass Sie den sogenannten Kamineffekt schneller nutzen können.

Es entsteht ein stärkerer Sog und mehr frische Verbrennungsluft gelangt in die Brennkammer. Das heizt die Flammen so richtig an! Wenn es richtig schnell gehen soll, dann empfehlen wir Ihnen dünn gespaltenes Holz und spezielle Anzünder. Diese Kaminanzünder gibt es zum Beispiel auch ganz natürlich in Bio und mit Wachsummantelung. Ihr Ofen wird es Ihnen danken.