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Industriepellets – alternativer Brennstoff für Großheizungsanlagen und Kraftwerke

Sie sind aus dem heutigen Brennstoffmarkt nicht mehr wegzudenken – der Brennstoff Holzpellets hat sich zu einer zuverlässigen Alternative gegenüber den fossilen Brennstoffen gemausert. Da diese bekanntermaßen endlich sind, rüsten nicht nur Eigenheimbesitzer im Zuge der Energiewende auf erneuerbare Energien um. Auch die Industrie zeigt zunehmend Interesse an den kleinen Holzpresslingen. Allerdings gibt es große Unterschiede zu den Pellets für den heimischen Pelletofen und den Pellets für Großfeuerungsanlagen der Landwirtschaft oder Industrie.

Inhaltsverzeichnis:

  1. Der kleine aber feine Unterschied: Industriepellets und genormte Pellets
  2. Ascheanteil und Versinterung
  3. Gleiche Vorteile der unterschiedlichen Pellets
  4. Anwendung in der Industrie: Umrüsten auf Grün
  5. Zertifikat "DIN-geprüft Industriepellets"

Der kleine aber feine Unterschied: Industriepellets und genormte Pellets

Industriepellets sind, wie der Name schon vermuten lässt, auf die Nutzung in der Industrie und in Großfeuerungsanlagen beschränkt. Sie werden sowohl in der Landwirtschaft, Kraftwerken als auch in Großanlagen als Brennstoff verwendet. Diese Großfeuerungsanlagen unterliegen nur geringen Einschränkungen und besitzen zudem geeignete Förderanlagen für Industriepellets. Somit müssen diese speziellen Holzpresslinge nicht den strengen Normen und Grenzwerten bei Pellets von Kleinfeuerungsanlagen entsprechen, welche deren Qualitätsstandart in der EU sichern. Denn als Brennstoff in Pellet-Kleinfeuerungsanlagen sind Industriepellets weder gedacht noch geeignet.

Zwar werden beide Pelletarten aus Holz hergestellt, doch weisen sie grundsätzliche Unterschiede auf, die Industriepellets für EndverbraucherInnen untauglich machen. Diese Abweichungen fangen schon in der Zusammensetzung der Pellet-Bestandteile an. Bei dem verwendeten Holz etwa unterscheiden sich schon die Pellets, da der Anteil an naturbelassenem Holz bei genormten Holzpellets 100 Prozent betragen muss. Industriepellets wird beispielsweise Baumrinde beigegeben, was die Produktionskosten senkt und die Pellets günstiger macht. Für die genormten Pellets ist das untersagt. Zwar ist auch Baumrinde Holz, jedoch besitzt die Rinde eines Baumes eine geringere Dichte als Späne, Sägemehl und andere kleine Sägereststoffe aus der Holzverarbeitung. Außerdem werden die Industriepellets nicht so fest gepresst wie die Pellets für den privaten Gebrauch. Wodurch Fehlproduktionen der normalen Holzpellets ebenfalls als Industriepellets Verwendung finden können.

Ascheanteil und Versinterung

Schlacke

Ein weiterer wichtiger Unterschied ist der Ascheanteil, der bei Industriepellets höher ist als bei Pellets für Pelletöfen. Die Pelletasche kann bereits bei genormten Pellets zum Problem für den Pelletofen werden, welches sich bei der Verwendung von Industriepellets noch verstärken würde. Denn ein hoher Aschegehalt kann zum Verschlacken, auch Versintern, des Ofens oder der Heizanlage führen. Versintern bedeutet, dass Ascherückstände ab einer bestimmten Temperatur, dem Ascheschmelzpunkt, zu schmelzen beginnt und eine Schlacke bilden. Diese Schlacke kann Teile der Anlage verstopfen und enorme Verunreinigungen der Fördersysteme für den Pellettransport bis hin zu Verschlackungen im Heizkessel führen. Der Betrieb ist damit gestört und kommt ohne Reinigung zum Erliegen. Da Industriepellets somit nicht für Kleinfeuerungsanlagen wie einem Pelletofen wasserführend geeignet sind, erlischt sogar die Garantie des Ofen-Herstellers bei daraufhin auftretenden Schädigungen am Gerät.

Gleiche Vorteile der unterschiedlichen Pellets

Die Vorteile von Industriepellets in Großfeuerungsanlagen sind jedoch die gleichen wie bei genormten Pellets: Sie sind ein umweltschonender und effizienter Brennstoff. Denn auch Industriepellets bestehen aus Holz, einem klima- beziehungsweise CO2-neutralen sowie, auf Kurzumtriebsplantagen, schnell nachwachsenden Rohstoff. Auch bei der Verbrennung wird kein Feinstaub erzeugt. Und Industriepellets weisen ebenfalls einen hohen Brennwert auf und sparen somit Ressourcen.

Anwendung in der Industrie: Umrüsten auf Grün

Pelletverbrennung im KraftwerkDiese Vorteile der CO2-neutralen und effizienten Energieträger haben auch die Stromerzeuger überzeugt. Stromriesen wie RWE haben sich konkrete Klimaziele bis zum Jahr 2040 gesetzt. Das Rheinisch-Westfälischen Elektrizitätswerk möchte bis 2038 CO2 neutral Strom erzeugen. Dabei im Mittelpunkt steht der massive Ausbau der erneuerbaren Energien und Biomasse-Umwandlungstechnologien für Kraftwerke. Auf diese Weise werden die hervorragenden Infrastrukturen der Kohlekraftwerke erhalten und die bestehenden Stein- und Braunkohle-Kraftwerke auf die Verbrennung von Biomasse modernisiert.

Möglich wird dies durch die Biomasse-Umwandlungstechnologien für Kraftwerke des deutschen Instituts für Luft- und Raumfahrt (DLR). Deren Wärmespeicher-Kraftwerke verbrennen statt fossiler Brennstoffe erneuerbare Energieträger, wie „grünes“ Gas aus Biogasanlagen und eben auch Industriepellets. Durch die erzeugte Wärme wird Wasserdampf erzeugt, welcher die Turbinen des Kraftwerks antreibt und deren mechanische Energie mittels Generatoren zu elektrischer Energie umgewandelt wird. Als Speichermedium fungiert hierbei Flüssigsalz, was nicht nur kostengünstig und weltweit verfügbar, sondern auch bereits umfangreich erprobt ist. Sogar überschüssiger Strom aus Windkraft- und Solaranlagen kann eine gewisse Zeit im Flüssigsalz gespeichert werden, wodurch das Netz geschont und der erzeugte Strom nach Bedarf bereitgestellt wird. Außerdem können durch die Wärmespeicherkraftwerke Dunkelflauten der Wind- und Solarenergie überbrückt werden.

Zertifikat „DIN-Geprüft Industriepellets“

kontrollierte PelletsAuch wenn Großfeuerungsanlagen keine großen Ansprüche an Industriepellets stellen, ist es dennoch Ratsam einen gewissen Qualitätsstandart zu waren. Auf langer Sicht kommen qualitativ hochwertigere Industriepellets auch den Großfeuerungsanlagen zu Gute. Denn diese sind somit Wartungsärmer mit niedrigeren Reparaturkosten, haben geringere Emissionswerte, niedrigere Ascheentsorgungskosten und somit niedrigere Betriebskosten, was wiederum eine bessere Wirtschaftlichkeit garantiert. Seit einigen Jahren bietet der TÜV Rheinland/DIN CERTCO das Zertifizierungsprogramm "DIN-Geprüft Industriepellets" für Hersteller von Industriepellets an. Industriepellets mit dieser DIN-Zertifizierung entsprechen der Eigenschaftsklasse B für Industriepellets, wie sie die EU-Norm 14961-2 für Holzpellets 2010 zugrunde gelegt hat. Die gleiche EU-Norm 14961-2 definiert auch die Güteklassen A1 und A2, die für die Holzpellets in Kleinfeuerungsanlagen.

Damit sind in Deutschland erstmals für Industriepellets Kriterien von Größe, Durchmesser, Festigkeit, Heizwert sowie der Gehalt von Asche, Wasser und Fremdstoffen festgelegt. Für die DIN-zertifizierten Industriepellets der Klasse B sind die holzartigen Bestandteile begrenzt auf: Biomasse aus Wald, Plantagenholz und anderem frischen Holz sowie unbehandeltes Gebraucht- und Industrie-Restholz. Fremdstoffe sind nur dann zugelassen, wenn sie frei sind von Schwermetallen und halogenierten organischen Verbindungen, die durch Holzschutzmittel oder Beschichtungen entstehen.

Dieses Zertifikat hat eine Gültigkeit von 5 Jahren und kann danach erneuert werden. Damit sich während dieser 5 Jahre die Qualität der Industriepellets nicht verliert, werden in regelmäßigen sowie stichprobenartigen Kontrollen die DIN-zertifizierten Hersteller und deren Pelletprodukte der Klasse B von einem unabhängigen Labor geprüft und überwacht.

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