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Schornsteinprobleme und Inversions-Wetterlage: Wie hängt das zusammen?

Für die korrekte Funktionsweise eines Kaminofens ist der Anschluss an einen Schornstein über die Ofenrohre notwendig. Im Schornstein wird durch die korrekte Installation aller notwendigen Bauteile ein funktionierender Kamineffekt sichergestellt – die Rauchgase der Feuerstätte können so vollständig abziehen. So sollte es beim Abzug der Rauchgase durch den Schornstein keinerlei Probleme geben- so denkt man. Doch auch das Wetter einen Einfluss auf den Kaminzug und kann diesen unter Umständen negativ beeinflussen. Durch eine sogenannte Inversions-Wetterlage erhöht sich die Feinstaubbelastung und der Schornstein kann teilweise oder sogar vollständig die Funktion einstellen. Was genau damit gemeint ist, wie es zusammenhängt und was Sie dagegen tun können, erfahren Sie in dem folgenden Beitrag.

Was ist überhaupt eine Inversions-Wetterlage?

Normalerweise ist die Luft in Bodennähe warm und wird in den oberen Schichten der Atmosphäre kälter. Damit ein Ausgleich dieses Temperaturgefälles erreicht wird strömt stetig erwärmte Luft von den unteren in die oberen Bereiche der Troposphäre. Dieser Prozess nimmt natürlich etwas mehr Zeit in Anspruch, sodass der mittlere Temperaturgradient der Luft ein negativer Wert ist. Bei der Inversions-Wetterlage aber ist dieser Wert positiv. Somit werden die Luftschichten weiter unten kälter als die Luft, die in höheren Bereichen zu finden ist. Eine Inversions-Wetterlage kann aber nur dann entstehen, wenn windstilles und wolkenloses Wetter herrscht – denn Wind würde die Schichten schon von Natur aus durchmischen und die Wolken würden die Kondensation zwischen Luftschichten verhindern.

Man unterscheidet hierbei allerdings zwischen verschiedenen Inversionen:

-          Bodeninversion

-          Absinkinversionen

-          Reibungs- und Turbulenzinversionen

-          Aufgleitinversionen

 

Bei der Bodeninversion handelt es sich in der Regel um Inversion, welche unmittelbar mit dem Erdboden zusammenhängt. Diese wird durch Abstrahlung und somit die Abkühlung der Erdoberfläche vor allem in den kalten Jahreszeiten hervorgerufen. Durch Rauchgase und sonstige Abgase kommt es zu einer Konzentration von Staub, welcher sich durch Sonnenlicht erwärmt, sodass sich anschließend eine stabile Luftschicht bildet, die über der kalten Erdoberfläche liegen bleibt. Der sogenannte „Kaltluftsee“ und die „Duftglocke“ vermischen sich dann nur langsam.

Die Absinkinversion dagegen entsteht, wenn die höhergelegenen Luftschichten einen Teil Ihrer Wärmeenergie verlieren. Dies passiert beispielsweise durch Kondensation.

Es bilden sich die sogenannten Reibungs- und Turbulenzinversionen, wenn bisher stabile Luftschichten durch etwaige atmosphärische Turbulenzen verwirbelt werden.

Bei den Aufgleitinversionen, welche besonders im Hochwinter typisch sind, rutscht eine warme Luftschicht auf eine kältere Schicht, die sich in Bodennähe befindet. Bestimmte Bereiche durchmischen sich, es kommt zu Kondensationen und der Bildung von Nebel. Die untere Luftschicht kann sich anschließend nicht mehr erwärmen und die Auflösung der Inversion ist nicht mehr möglich.

Wie genau hängt das mit meinem Schornstein zusammen?

Das Ofenrohr der Kaminanlage und der Schornstein haben von sich aus keinen integrierten Sog. Erst der Kamin-Unterdruck, welcher im Schornstein entsteht, sorgt für den Kamineffekt. Eine allgemein herrschende Inversions-Wetterlage verändert auch die Druck- beziehungsweise Luftverhältnisse in Ihrem Kamin: die kalte Luft sinkt nach unten und verhindert somit das Abziehen der warmen Rauchgase. Wenn Sie bei einer herrschenden Inversions-Wetterlage Ihren Kaminofen betreiben, dann werden die erwärmten Gase durch die kalte Luft wieder nach unten gedrückt und gelangen in Ihren Wohnraum – eine gefährliche Situation.

Nun fragen Sie sich bestimmt – wie genau soll ich überhaupt eine Inversions-Wetterlage erkennen? Diese schlechte Wetterbedingung macht sich oftmals durch Dunst oder Nebel am Boden, während höhergelegene Schichten klar erscheinen, bemerkbar. Ebenso an Raureif oder einem optisch verwaschen erscheinenden Horizont können Sie eine Inversions-Wetterlage gut erkennen.

Nun zu den Maßnahmen, welche Sie selbstständig einleiten können. Grundsätzlich empfiehlt es sich natürlich einen Schornsteinfegermeister zu konsultieren, besonders wenn das Problem der nicht abziehenden Rauchgase auffallend häufig auftreten sollte. Hier hilft unter Umständen ein Zugverstärker für den Schornstein. Das Problem tritt übrigens auch oft auf, wenn man den Kamin bei Sturm betreiben möchte. Winde die stark in den Schornstein drücken, können mit einem Schornsteinaufsatz verhindert werden.

Mögliche Gegenmaßnahmen für einen besseren Kaminzug bei Inversions-Wetterlage

Folgendes können Sie unternehmen, um den gewöhnlichen Kamineffekt wiederherzustellen. In der Feuerungstechnik wird ein sogenanntes Lockfeuer entfacht, welches entweder am tiefsten Punkt des Schornsteins, in der Reinigungsöffnung oder im Kamin selbst gelegt wird. Dieses Feuer dient der Erwärmung der kalten Luft, welche sich im Schornstein befindet, damit anschließend wieder eine freie Konvektion stattfindet und der Gegendruck des Luftdrucks überwunden werden kann. Damit dies aber auch funktioniert, muss das von Ihnen gelegte Lockfeuer stark genug sein und lange genug brennen. Denn der Prozess des Lockfeuers dauert eine Weile – im Laufe der Aufheizphase wird die kalte Luft am Rand nach außen sinken und die warme Luft von innen nach oben steigen. Erst wenn die kalte Luft wieder vollständig mit der warmen Luft verwirbelt ist, setzt die Sogwirkung des Schornsteins wieder ein.

Natürlich können Sie auch vorbeugende Maßnahmen treffen. Beispielsweise sorgen fest montierte Rauchsauger für einen Unterdruck, welcher permanent den Kamineffekt sicherstellt.