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Haben Sie schon einmal vom „Bernoullischen Effekt“ gehört? Oder wissen Sie was eine „Versottung“ ist? Wenn Ihnen diese Begriffe genau so bekannt sind wie die berühmten böhmischen Dörfer, dann sollten Sie einen Blick in diesen Beitrag werfen. Die Rede ist vom Schornstein und vom Kamineffekt. Er ist von absolut wichtiger Bedeutung für eine reibungslose Verbrennung des Holzes und für die Abführung der Rauchgase. Selbst ein noch so teurer Kamin oder Kaminofen wird Ihnen keine Freude bereiten, wenn der Schornstein oder Edelstahlschornstein  nicht richtig funktioniert. Im schlimmsten Falle kann sich der Kamineffekt umkehren und Ihre Wohnung wird zu einem Räucherhaus.


Der Kamineffekt als Motor der Verbrennung

Feuer-im-Kamin

Jeder Schornstein funktioniert im Prinzip gleich: durch den Kamineffekt. Wenn Sie in Ihrem Ofen Holz  oder in Ihrem Pelletofen Pellets entzünden, dann strömen beim Abbrand verschiedene Gase aus und die Luft erwärmt sich. Die Warmluft im Kamin besitzt eine geringere Dichte als die kalte Luft außerhalb des Hauses. Dadurch steigen die Rauchgase auf und entweichen durch den Schornstein nach außen. Im Inneren des Kamins entsteht darauf hin ein Unterdruck, welcher neue Kaltluft ansaugt. Dies wird auch als Bernoullischer Effekt bezeichnet. Dieser Effekt sorgt dafür, dass dem Verbrennungsvorgang stetig frische Luft zugeführt wird. Der Schornstein sorgt also nicht nur dafür, dass die Rauchgase ordnungsgemäß entweichen können, sondern hält auch den Verbrennungsvorgang im Inneren des Kamins am Laufen.

Wie der Kamineffekt funktioniert, kann man auch sehr schön an einem kleinen Versuchsaufbau sehen – Im folgenden Video wird das gut verdeutlicht:

 

Jeder Schornstein ist ein Unikat

Individueller-Schornstein-Kamineffekt

Wie Sie sich sicher schon gedacht haben, besitzt der Kamineffekt auch einige Tücken. Im schlimmsten Falle kann sich dieser umdrehen. Dann saugt der Schornstein von außen kalte Luft an und drückt die Rauchgase in Ihre Wohnung. Dies ist vor allem dann der Fall, wenn der Wind in den Schornstein fahren kann. Um solch einen Super-GAU zu verhindern, muss in den Schornstein entweder eine Rauchgasklappe eingebaut sein oder der Kamin muss anderweitig von der Luftzufuhr abgeschnitten werden. Jeder Schornstein muss genau auf die Feuerstelle abgestimmt werden, denn der Kamineffekt hängt maßgeblich mit den Rauchgasen vom Kaminbausatz zusammen.

 

Wie ist ein Schornstein aufgebaut?

Schornstein-Aufbau

Je höher der Schornstein, desto besser zieht dieser die Rauchgase über das Ofenrohr aus dem Kamin. Mit zunehmender Höhe kühlt aber auch der Rauch immer mehr ab. Dann können die Rauchgase kondensieren und schädigen den Schornstein. Eine Versottung droht und der Kamineffekt kommt zum erliegen. Folgende Kriterien müssen beim Aufbau eines Schornsteins beachtet werden:

  • Je größer der Wirkungsgrad des Kamins, desto kühler sind die Rauchgase. Dann muss der Schornstein gedämmt, dünnwandig und nicht zu lang sein.
  • Je größer die Menge der Rauchgase ist (bei Kaminen mit hoher Leistung), desto breiter muss der Querschnitt des Schornsteins sein.
  • Je mehr Masse ein Schornstein hat, desto mehr Wärme nimmt er auf. So unterstützt er effektiv den Brennvorgang. Aber Achtung: kühlt der Rauch zu stark ab, kondensiert er.

Wie Sie sehen können ist der richtige Schornstein genauso wichtig wie ein hochwertiger Kamin mit seinem Kamineinsatz. Beide beeinflussen sich gegenseitig und wirken maßgeblich auf den Verbrennungsvorgang ein.