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Wie umweltfreundlich sind Pelletheizungen?

16.06.2022, 10:30:00


CO2-Bilanz von Holzpellets

Wie bei Scheitholz wird auch im Rahmen der Verbrennung von Holzpellets der Kohlenstoff frei, den die Bäume aus der Atmosphäre aufgenommen haben. Dieses CO2 wird als biogenes CO2 bezeichnet. Die Gleichsetzung von Holzverbrennung mit CO2-Neutralität ist jedoch stark vereinfacht. Für die Bilanz sind mehrere Punkte relevant:

  1. Vorkette: Holzernte, Trocknung, Pressung, Verpackung und Transport der Pellets verursachen zusätzliche Emissionen.
  2. Zeitverzug: Bei der Verbrennung wird CO2 sofort freigesetzt. Bezogen auf einzelne Waldbestände, binden nachwachsende Bäume den Kohlenstoff jedoch erst über Jahrzehnte wieder (Kohlenstoffschuld).
  3. Waldsenke: Nach der Bundeswaldinventur 2022 war der deutsche Wald zwischen 2017 und 2022 eine Kohlenstoffquelle. Eine zusätzliche Holznutzung verringert den Kohlenstoffvorrat im Wald weiter.

Im Vergleich mit Öl- und Gasheizungen verursachen Pelletheizungen jedoch deutlich weniger Treibhausgasemissionen je Kilowattstunde.

Treibhausgasemissionen von Pellets im Vergleich zu Brennholz, Öl- und Gas

Das Umweltbundesamt ermittelt in der Emissionsbilanz erneuerbarer Energieträger, zu denen auch Holzpellets zählen, die Treibhausgasemissionen der Wärmebereitstellung einschließlich der Vorkette (Herstellung, Transport, etc.). Bei Pelletkesseln entsteht der Großteil der Emissionen in der Vorkette sowie durch Hilfsstrom. Im Unterschied dazu erzeugen Öl- und Gasheizungen die meisten Emissionen direkt bei der Verbrennung.

Energieträger / Technik Emissionen Vorkette Direkte Emissionen Hilfsenergie-Emissionen Emissionen gesamt
Pellets – Einzelraumfeuerungen (z. B. Pelletöfen)10,2270,3693,41514,011
Pellets – Kessel (z. B. Pelletheizungen)10,2270,3226,83117,380
Brennholz – Einzelraumfeuerungen (z. B. Kaminöfen)9,47215,609–25,081
Brennholz – Kessel (z. B. Holzvergaserkessel)9,4721,2512,98813,712
Heizöl / Diesel45,748266,998–**312,746
Erdgas39,376202,938–**242,314
Braunkohlebriketts59,055381,988–**441,043

Quelle: Umweltbundesamt

*Treibhausgasemissionen der Wärmebereitstellung einschließlich Vorkette in g CO2-Äquivalenten je kWh eingesetzter Energieträger. Das biogene CO2 aus der Holzverbrennung wird mit null angesetzt. Die direkten Emissionen bei Holz bestehen vor allem aus Methan und Lachgas. Die fossilen Werte gelten gemeinsam für private Haushalte, Gewerbe/Handel/Dienstleistungen und Industrie. Die Holz- und Pelletwerte gelten für private Haushalte und Gewerbe/Handel/Dienstleistungen.

**Bei fossilen Energieträgern ist die Hilfsenergie in der Vorkette enthalten.

Holzpellets: Herstellung und Emissionen

Pelletheizung von MCZ und Pellets

Pelletherstellung aus Sägenebenprodukten

In Deutschland hergestellte Holzpellets bestehen überwiegend aus Sägemehl und Hobelspänen, die als Nebenprodukt in der holzverarbeitenden Industrie anfallen. Nach Angaben des branchennahen Deutschen Pelletinstituts (DEPI) lag der Anteil dieser Nebenprodukte im vierten Quartal 2025 bei rund 96 Prozent.

Bei importierten Pellets oder anderen Rohstoffquellen können längere Transportwege und andere Bewirtschaftungsformen die Bilanz verändern. Die Brennstoffqualität wird häufig über das Zertifizierungssystem ENplus beschrieben. Es legt Anforderungen unter anderem an Wassergehalt, Aschegehalt und Abrieb fest.

Emissionen: Feinstaub und Kohlenmonoxid

Bei der Verbrennung von Holzpellets entstehen neben CO2 auch Luftschadstoffe wie Feinstaub und Kohlenmonoxid. Im Vergleich mit handbeschickten Holzfeuerstätten verbrennen Pelletheizungen durch die automatische Brennstoff- und Luftzufuhr meist gleichmäßiger. Wie hoch die Emissionen ausfallen, hängt von der Anlagentechnik, der Brennstoffqualität, der Wartung und dem Betriebszustand ab. Beim Start und im Teillastbetrieb sind die Emissionen typischerweise höher als im gleichmäßigen Volllastbetrieb.

Rechtliche Anforderungen an Pelletheizungen

In Deutschland legt die Erste Verordnung zur Durchführung des Bundes-Immissionsschutzgesetzes (1. BImSchV) Emissionsgrenzwerte für kleine und mittlere Feuerungsanlagen fest. Für neu errichtete Pelletöfen und Pelletkessel gelten die Grenzwerte der Stufe 2 für Staub und Kohlenmonoxid.

Auf EU-Ebene gelten Ökodesign-Anforderungen: Die Verordnung (EU) 2015/1189 regelt seit dem 1. Januar 2020 Festbrennstoffkessel. Die Verordnung (EU) 2015/1185 regelt seit dem 1. Januar 2022 Einzelraumheizgeräte für feste Brennstoffe, darunter Pelletöfen. Beide Verordnungen legen Mindestanforderungen an Wirkungsgrad und Emissionen fest, die neue Geräte beim Inverkehrbringen erfüllen müssen.

Fazit zur Umweltbilanz von Pelletheizungen

Pelletheizungen sind weder pauschal umweltfreundlich noch klimaneutral. Ihre Umweltbilanz hängt immer von der Herkunft des Holzes, von der Herstellung und dem Transport der Pellets, von der Anlagentechnik, vom Hilfsstrom sowie vom fachgerechten Betrieb ab. Laut Umweltbundesamt verursachen Pelletheizungen je Kilowattstunde deutlich weniger Treibhausgasemissionen als Öl- und Gasheizungen. Bei Pellets entsteht der größte Teil dieser Emissionen in der Vorkette und durch Hilfsstrom.

Für die Klimawirkung sind außerdem die Kohlenstoffschuld und der Zustand des Waldes als Kohlenstoffspeicher relevant. Bei der Verbrennung entstehen zudem Luftschadstoffe wie Feinstaub und Kohlenmonoxid. Grenzwerte dafür legen die 1. BImSchV sowie die EU-Ökodesign-Verordnungen fest.

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Quellen:

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