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Was ist Primär-, Sekundär- und Tertiärluft beim Kaminofen?

Wer seinen Kaminofen sauber und effizient heizen möchte, dem sollten die Begriffe Primärluft, Sekundärluft und Tertiärluft keine Fremdwörter sein. Außerdem ist es wichtig zu wissen, wie man die Steuerung des Ofens mit den drei Luftströmen richtig vornimmt und wann diese gebraucht werden.

Bevor wir die Begriffe klären, möchten wir noch darauf hinweisen, dass stets die Anforderungen des Herstellers des vorhandenen Ofens Vorrang haben. So gibt es beispielsweise auch Kaminöfen, welche nicht immer über die drei genannten Luftströme verfügen. Es ist daher wichtig die Bedienungsanleitung des Gerätes zu lesen und nachzuschlagen wie eine effiziente und saubere Verbrennung des Ofens funktioniert. im ofen.de-Onlineshop sind die Bedienungsanleitungen im Reiter Dokumente immer beim jeweiligen Produkt hinterlegt, sodaß man sich vorab gründlich informieren kann.

Die Primärluft 

Die Primärluft ist sauerstoffreiche, nicht vorgewärmte Frischluft, die meist von „unten“ an das Brennmaterial und damit an das Feuer herangeführt wird. Daher wird sie oft auch als Unterluft bezeichnet. Dabei liegt das Brennmaterial auf einem Rost, sodass die Luft von unten sehr gut an das Brennmaterial herankommen kann um dieses schnell und effizient zu entzünden. Bei diesem Vorgang wird der Umgebungsluft Sauerstoff entzogen. Eine Ausnahme bilden hierbei Öfen, die ihre Verbrennungsluft über einen externen Anschluß von außerhalb des Wohnraums bezihen. Hierbei handelt es sich dann um einen raumluftunabhängigen Kaminofen. Solche Öfen, die ihre Verbrennungsluft nicht aus dem Wohnraum beziehen werden auch als RLU oder Öfen mit externer Verbrennungsluftzufuhr bezeichnet. Tiefergehende Informationen geben wir im beitrag Zum Thema Zuluft Kamin!

Die Primärluft wird beim Heizen mit Holz häufig nur in der Anzündphase verwendet, beziehungsweise die Zufuhr dafür geöffnet. Viele Kaminöfen verfügen, im unteren Bereich, über einen Metallschieber, welcher die Luftzufuhr steuert. Bei älteren Ofenmodellen kann es vorkommen, dass die Primärluft über den Aschekasten hinzugefügt wird oder man zusätzlich die Kaminofentür geöffnet halten muss. Es gibt aber auch Ofenmodelle bei den dies vollkommen automatisch passiert. Wie zum Beispiel die mit Comfort Air MCZ ausgestatteten Pelletöfen der Marke MCZ. Ist die Anheizphase vorüber, wird die Primärluftzufuhr in aller Regel wieder automatisch geschlossen.

Foto eines offenen Ofens welcher mittels Streichholz angezündet wirdDa die Primärluft kühl (Umgebungstemperatur) an den Verbrennungsort zugeführt wird, kann diese auch zur Temperaturregulierung eingesetzt werden. Allerdings kann dies zu einem unvollständigen Abbrandverhalten und somit zu einem höheren Ausstoß von Feinstaubemissionen führen. Ziel ist aber immer eine saubere Verbrennung. Statt die Temperatur mit der Primärluft zu drosseln, sollte man das Intervall des Brennstoffnachschubes zügeln.

Um den Brennvorgang optimal abzuschließen, wird die Primärluft beim Abbrand wieder geöffnet. Hierbei wird der Sauerstoff benötigt, damit die Brennmaterialreste vollständig in der Brennkammer abbrennen können. Somit wurde die maximale Leistung des Kaminofens genutzt.

Bitte verwechseln Sie den Vorgang aber nicht mit der Verbrennung von Kohle bei einem Dauerbrandofen. Sie benötigt für eine optimale Heizleistung und Verbrennung meist dauerhaft die Luftzufuhr von „unten“. Hier wird die Luftzufuhr nach der Anheizphase nicht wieder geschlossen. Allerdings gilt es hier unbedingt die Bedienungsanleitung des Herstellers zu beachten, da an dieser Stelle Abweichungen entstehen können – zum Beispiel bei geschlossenen Gussmulden. Zu diesem Thema haben wir weitere Informationen in unserem Beitrag Dauerbrandofen richtig heizen.

Die Sekundärluft 

Nahaufnahme eines dreiseitig verglasten KaminofensIn der Hauptverbrennungsphase wird die Primärluft von der Sekundärluft abgelöst. Die Sekundärluft ist ein kontinuierlicher Luftstrom, welcher vorgeheizt im oberen Bereich der Brennkammer dem Brennmaterial zugeführt wird. Sie wird daher auch als Oberluft bezeichnet. Die Sekundärluft ist die eigentliche Verbrennungsluft und sorgt dafür, dass die Temperatur in der Brennkammer gleichmäßig hoch bleibt, um eine effiziente Verbrennung zu gewährleisten. Der Regler der Sekundärluft sollte daher, bei der Verbrennung, nie gänzlich geschlossen sein. Der Brennvorgang könnte zum Erliegen kommen, wenn der Schieber die Sekundärluft zu weit drosselt. Bei einer solchen unvollständigen Verbrennung entstehen giftige Stoffe im Abgas und auf Dauer könnte es zu einer Schornsteinversottung führen. Wenn das Brennmaterial anfängt zu schwelen, sollte der Regler der Oberluft weiter geöffnet werden um dem Brennmaterial wieder mehr Sauerstoff zuzuführen.

Den Regler für die Verbrennungsluft findet man meistens über der Sichtscheibe oder seitlich des Ofens. Zahlreiche Ofenhersteller lassen die Sekundärluft in einem Hohlraum im Ofen vorheizen. Außerdem wird sie meist als Scheibenspülung im Kaminöfen eingesetzt. Das Luftstrom-System leitet die Sekundärluft dann von oben an der Scheibeninnenseite vorbei, verwirbelt sich dann mit den Rauchgasen und verhindert somit die Ablagerung von Ruß an der Scheibe. Doch manuelle Betätigung birgt immer auch ein Risiko falscher Einstellungen, die zu einem unnötig hohen Brennstoffverbruch führen können. Wer jegliches Risiko vermeiden und hohen Bedienkomfort genießen möchte, überlässt die Regulierung der Primär- und Sekundärluft einfach dem Ofen und entscheidet sich für einen Kaminofen mit automatischer Luftregulierung.

Die Tertiärluft 

Nahaufnahme des CB-Systems von ScanZusätzlich zu der Sekundärluft gibt es noch die Tertiärluft. Sie strömt aus dem rückwändigen Bereich in die Brennkammer und versorgt diese zusätzlich mit aufgewärmter, sauerstoffreicher Luft. Dies geschieht in etwa 30 Zentimeter über dem Brennraumboden. Die Flammen werden somit direkt mit warmer Frischluft versorgt. Indem sich die Tertiärluft mit der Sekundärluft verbündet sorgt diese extra Luftzufuhr für einen richtigen Boost bei der Verbrennung und verringert zusätzlich die entstehenden Emissionen. Aufstrebende Feinstaubpartikel werden durch die Tertiärluft weitgehend eliminiert, was einen zusätzlichen Feinstaubfilter überflüssig macht. Diese Eigenschaft macht sich auch das Clean-Burn-System (oder auch CB-Technologie genannt) der Marken Jotul und Scan zu Nutze, die in Öfen dieser Marken zum Einsatz kommt. Wodurch die Feinstaubemissionen und Abgase durch Tertiärluft, welche durch ein speziell entwickeltes System über Löcher in der hinteren Verkleidung der Brennkammer einströmt, bis zu 90% verbrennen. Dies spart nicht nur Geld und Brennmaterial, sondern ist auch gut für die Umwelt.

Die Tertiärluft ist als Luftstrom nicht bei allen Ofen-Modellen zu finden und wird nicht überall angeboten. Sie ist durch Ihre Ansaugeigenschaften genau auf den jeweiligen Ofen zugeschnitten und kann daher, in den meisten Fällen, nicht reguliert bzw. gesteuert werden.

Wer einen neuen Kaminofen kaufen möchte und auf die Luftzufuhr Wert legt, kann sich bei den kompetenten Mitarbeitern von ofen.de eine kostenfreie Fachberatung einholen. Auch in der Kaminausstellung bei Halle/Leipzig oder in Nürnberg kann man sich inspirieren lassen und die Wirkung der Primär-, Sekundär- und Tertiärluft bei den live befeuerten Öfen betrachten.

 

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