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Edelstahlschornstein Reinigung: So wird er wieder sauber

Mit einem Schornstein assoziieren die meisten ein klassisch gemauertes Exemplar, welches durch den Schornsteinfeger mit einer Drahtbürste gereinigt wird. Allerdings verändern sich die gewohnten Silhouetten der ländlichen Einfamilienhäuser zusehends, da viele im Zuge der Modernisierung auf einen Edelstahlschornstein umrüsten. Nicht zuletzt überzeugen Edelstahlschornsteine durch eine relativ einfache Installation, geringe Kosten und technischen Vorteilen gegenüber einem herkömmlichen Schornstein. Allerdings sind sich in einem Punkt diese beiden Schornsteinvarianten gleich. Denn sowohl der klassische als auch der Edelstahlschornstein benötigen beide eine regelmäßige Reinigung, damit Sie ihren Dienst langfristig, sicher und zuverlässig erfüllen. Doch kann man in Eigenregie den Edelstahlschornstein reinigen und so wohlmöglich die Kosten für den Schornsteinfeger sparen?

Rußrückstände beim Edelstahlschornstein entfernen

Eins vorweg: Edelstahlschornsteine sind in der Regel sehr pflegeleicht, robust und Aufgrund des Materials größtenteils auch selbstreinigend. So fallen selbst bei den jährlich angesetzten Inspektionsintervallen des Schornsteinfegers kaum Kehrrückstände an. Wenn der Schornstein dennoch schwer beschmutzt ist, kann dies auch an einer Fehlfunktion der Feuerungsanlage liegen. Diese festzustellen und eventuell auch gleich mit abzustellen gehört unter anderem übrigens auch zu den Aufgaben des Schornsteinfegers.

Das fristgemäße Kehren des Schornsteins muss der Schornsteinfeger im Zuge der gesetzlich vorgeschriebenen Kehrintervalle vornehmen. Sollten Hauseigentümer allerdings feststellen, dass der Edelstahlschornstein zwischendurch stark verschmutzt ist oder eine Reinigung als notwendig empfinden, ist es grundsätzlich möglich, den Edelstahlschornstein außerhalb der Inspektionsintervalle des Kaminkehrers selbst zu reinigen. Bei der Reinigung des Edelstahlschornsteins ist allerdings darauf zu achten, ob es sich um trockene oder feuchte Rußablagerungen handelt.

Entfernung von trockenem Ruß

rußverschmierte FingerVor allem beim Einsatz von Festbrennstoffen wie Scheitholz, Kohle oder Pellets ist eine Reinigung der Abgasanlagen notwendig, da diese von allen Brennstoffen den meisten Ruß produzieren. Weil die Rußablagerungen im Schornstein durchaus entflammbar sind, verlangt das Gesetz daher eine regelmäßige Reinigung durch einen Schornsteinfeger. Möchte man diese Arbeit dennoch selbst übernehmen, müssen aber einige Vorsichtsmaßnahmen vorgenommen werden:

  1. Achtung! Der betreffende Edelstahlschornstein sollte nur im völlig abgekühlten und keinesfalls in noch warmen Zustand gereinigt werden.
  2. Safety first! Eine Edelstahlschornsteinreinigung vom Dach aus bedarf außerdem noch zusätzlicher Sicherheitsvorkehrungen.
  3. Geeignetes Putzmaterial! Die Schornsteinfegerbürste sollte zum Edelstahlschornsteinreinigen aus Kunststoff bestehen und einen geeigneten Durchmesser besitzen.

Letzteres hat einen wichtigen Hintergrund. Da der Schornstein aus einem edlen Metall besteht, kann eine Bürste aus unedlem Metall deren Korrosionseigenschaften auf den Edelstahlschornstein übertragen und diesen rosten lassen. Gleiches kann aber durchaus auch bei einer Kunststoffbürste passieren, welche zuvor mit einem unedlen Metall in Kontakt kam. Theoretisch könnte man auch eine Edelstahlbürste zum Edelstahlschornstein reinigen benutzen. Allerdings könnte diese den Schornstein zerkratzen. In den so entstandenen Rillen und Furchen kann sich leicht und vermehrt neuer Ruß und Kondensatrückstände ablagern. In diesem Fall wäre die Edelstahlschornsteinreinigung äußerst kontraproduktiv.

Schornsteinreinigung vom Dach ausVom Dach aus wird nun der Kehrbesen, welcher mit einem Gewicht bestückt ist, in die Esse eingelassen und der Schornstein von oben nach unten gereinigt. Um die Rußrückstände ordentlich entfernen zu können, sollte der Durchmesser des Kehrbesens etwas größer sein, als der Innendurchmesser des Edelstahlschornsteins.

Es gibt auch die Möglichkeit den Schornstein durch die Reinigungstür von unten her zu reinigen. Hierzu kann man den Kehrbesen an einem Teleskopstab durch den Edelstahlschornstein führen. Um den eventuell umliegenden Raum nicht zu verschmutzen, gibt es nützliche Schaumstoffkissen, welche man vor die Öffnung der Reinigungstür halten kann.

Wichtig nach diesen Reinigungsmaßnahmen ist noch die Entfernung der abgefallenen Rußrückstände. Wird dieser Schritt vergessen, tritt bei der nächsten Befeuerung der Kaminanlage wohlmöglich dicker schwarzer Rauch aus der Esse. Niemand möchte die örtliche Feuerwehr, wegen eines solchen Fauxpas auf der Schwelle begrüßen und schon gar nicht die Rechnung für diesen Feuerwehreinsatz übernehmen.

Klebrige und feuchte Rückstände im Edelstahlschornstein

Sollten feuchte Rückstände vorhanden sein, deuten diese auf sogenannten Glanzruß hin. Dieser kann nur grob mit dem weiter oben beschriebenen Schornsteinbesen entfernt werden. Hier setzt man danach am besten noch einmal einen großen feuchten Lappen auf die Kunststoffbürste und schrubbt die Ablagerungen im Inneren richtig ab. Mit diesem selbstgebauten „Pfropf“ geht man dann dabei so genau wie möglich vor. Denn etwaige Rückstände könnten sich beim nächsten Befeuern vom Kamin oder vom Pelletofen entzünden und einen gefährlichen Schornsteinbrand auslösen.

Mit Glanzruß ist nicht zu spaßen. Im Ernstfall sollte dann doch der Schornsteinfeger beauftragt werden diesen zu entfernen. Der Profi kann den ungeliebten Glanzruß dann mit einer Biegewelle reinigen. Diese wird mit einer starken Bohrmaschine gekoppelt, wobei durch die Rotation Ketten am Kopf der Welle den festsitzenden Ruß abschlagen und entfernen. In Extremfällen kann der Kaminkehrer noch auf das kontrollierte Abbrennen des Glanzrußes zurückgreifen und den Edelstahlschornstein freibrennen.

Das äußere Erscheinungsbild wahren

verzweifelte PutzfrauMan kann einfach nicht daran Vorbeilaufen. Wenn üble Flecken oder gar Fingerabdrücke auf dem Edelschornstein prangen, sieht das einfach unschön aus. Um diese zu entfernen helfen, wie bei allen Edelstahloberflächen die bewährten Haushaltsmittel. Oft reichen aber durchaus die Klassiker zum Edelstahlschornstein reinigen: Wasser und im Ernstfall ein paar Tropfen Spülmittel. Denn die meisten Flecken lassen sich so leicht wegwischen. Um hinterher erneuten Wasserflecken vorzubeugen, kann man noch mit einem trockenem Mikrofasertuch die Edelstahloberfläche nachpolieren.

Richtig Feuern – weniger putzen

Wie viel Ruß- und Teerrückstände schließlich im Schornstein landen hängt nicht nur vom genutzten Brennmaterial ab, sondern auch von der richtigen Handhabung der Feuerstelle. So kann auch eine falsch angesetzt Lüftungszufuhr für mehr Ruß- und Teerrückstände sorgen. Fest steht, dass zu feuchte Holzscheite nicht ordnungsgemäß im Kamin verbrennen können und zu erhöhter Rußbildung führen. Auch haben Abfälle, Zeitungspapier und lackiertes Holz nichts im Kaminofen zu suchen. Für die Verbrennung im Kamin sollte daher immer nur zulässiges Brennmaterial verwendet werden. So kommt es zu keinen übermäßigen Verunreinigungen im Edelstahlschornstein und die „normalen“ Reinigungsintervalle des Schornsteinfegers sind somit völlig ausreichend.

Die regelmäßige Wartung ist das A und O

SchornsteinfegerinVertrauen ist gut, Kontrolle ist besser! Das selbständige Edelstahlschornstein reinigen ersetzt weder eine mechanische Reinigung noch den Besuch des Schornsteinfegers. Denn kein noch so sauber gepflegter Schornstein ist ein Grund den Kaminkehrer abzubestellen. Wurde der Edelstahlschornstein im Zuge der eigenständigen Reinigung nicht korrekt gereinigt und dadurch beschädigt, greift auch keine Versicherung. Der Schornsteinfeger hingegen ist bei solchen Fällen versichert und trägt außerdem auch die Verantwortung für jede abgenommene Kaminanlage. Der Kaminkehrer hält nicht nur den Kaminschacht sauber. Er kontrolliert unter anderem auch den Schornsteinquerschnitt und misst die Emissionswerte der betreffenden Kaminanlage.

Entgegen weitläufiger Meinungen denkt er sich die Inspektionsintervalle auch nicht aus, um den Leuten das Geld aus der Tasche zu ziehen. Diese Kehrintervalle sind gesetzlich verankert und richten sich nach Art der Feuerstätte und Brennstoffs, sowie der Benutzungshäufigkeit. So schaut er bei einer gelegentlich genutzten Feuerstätte nur einmal im Jahr vorbei. Und muss bei einer ganzjährig und regelmäßig genutzten Feuerstelle, wie einem Küchenofen sogar viermal im Jahr klingeln. Wie oft er bei der eigenen Feuerstätte kontrollieren muss, erfährt man nicht nur in der Kehr- und Überprüfungsordnung (KÜO) sondern auch bei den freundlichen Fachberatern von ofen.de.