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Der Ofen qualmt – Nur Abfallprodukt beim Abbrand oder Problem?

Für viele mag Rauch nur ein Abfallprodukt bei der Holzverbrennung im heimischen Kamin darstellen. Doch der leise Bruder des Feuers hat sich in der Geschichte der Menschheit schon oft als unser Verbündeter gezeigt. Egal ob zur Abwehr von Tieren, als weithin sichtbares Kommunikationsmittel oder als bewährtes Hilfsmittel bei der Konservierung von Lebensmitteln. Rauch kann nützlicher sein als man es zu Anfang vermutet hätte. Dennoch sollte man Rauch niemals als Gefahrenquelle unterschätzen. Doch woraus besteht der Rauch eigentlich? Wie verbrennt Holz und welche Stoffe werden dabei freigesetzt? Wodurch differenzieren sich Rauch und Qualm? Wir gehen den Fragen auf den Grund und lösen Unklarheiten in Rauch auf.

Kleiner Leitfaden für den besseren Durchblick:

  1. Definition: Rauch und Qualm
  2. Rauch beim Kaminofen
  3. Gründe warum der Kaminofen qualmt
  4. Qualm beim Nachlegen des Holzes

Definition: Rauch und Qualm

Nahaufnahme Asche und Qualm PartikelRauch entsteht im Allgemeinen bei der Verbrennung von Festkörpern und ist aus wissenschaftlicher Sicht ein Gas, welches kleinste Partikel enthält. Umso mehr dieser kleinen Festkörperchen in dem Rauchgas vorhanden sind, desto dichter wird auch der Rauch. Der Volksmund spricht dann vom unangenehm empfundenen Qualm. Jedoch existiert diese Bezeichnung nur umgangssprachlich und wird in der Wissenschaft nicht definiert. Qualm entsteht vor allem dann, wenn die Luftzufuhr während der Verbrennung unzureichend ist und somit mehr Emissionen freigesetzt werden.

Jede Feuerstätte, die mit Festbrennstoffen betrieben wird, erzeugt Rauch. Somit ist auch die Verbrennung von Holz im Kaminofen mit einer Rauchentwicklung verbunden. Der Rauch des Kaminholzes besteht dabei hauptsächlich aus Kohlenstoffdioxid, Kohlenmonoxid und Feinstaub. Zusätzlich dazu sind im Rauch noch Teer und Säuren gelöst. Die Rauchgase der Verbrennung sind dabei sehr heiß und können Temperaturen um die 800°C erreichen. Sie sind außerdem toxisch und können für den Menschen, beim einatmen, gesundheitsschädlich bis tödlich sein. Daher ist es wichtig, dass diese Rauchgase ordnungsgemäß in den Schornstein und dann ins Freie geführt werden. Ein reibungslos funktionierender Schwedenofen erzeugt bei der Verbrennung von Holz immer nur eine moderate Menge an Rauch. Eine starke Rauchentwicklung weist somit immer auf einen Defekt oder ein Problem beim Kamin oder beim Kaminzug durch den Schornstein hin.

Rauch beim Kaminofen

Blick durch Fenster auf rauchenden SchornsteinPrinzipiell gilt: Der Rauch der Verbrennung muss nach draußen geleitet werden und darf nicht in den Aufstellraum zurückfließen. Dafür muss ein ordnungsgemäß funktionierendes Ofenrohrsystem von Rauchrohren und Knierohren installiert werden um die entstandenen Rauchgase von dort aus in den Edelstahlschornstein zu transportieren. Um der Hitze der Rauchgase standzuhalten, werden Ofenrohre mit einem Isolierlack, gängig ist hier Senothermlack, beschichtet.

Da der Mensch aber schon immer wusste den Rauch für sich zu nutzen, hat er Methoden entwickelt, welche die heißen Abgastemperaturen noch clever nutzen, bevor diese womöglich ungenutzt in die Atmosphäre geblasen werden. Manche Öfen nutzen so auch die Hitze des Rauches für eine verbesserte Wärmeleistung. Hat der Kamin zum Beispiel einen Nachheizkasten, Nachheizregister oder ähnliches verbaut, werden die Rauchgase dort entlanggeführt, deren Hitze entzogen und gespeichert. Auf ein ähnliches Prinzip setzen ebenfalls die keramischen Züge bei Kachelöfen: Die Rauchgase werden durch diese Züge geführt, die oft aus Schamottsteinen bestehen. Die Hitze des Rauches wird somit aufgenommen und kommt der Wärmeleistung des Ofens zu Gute. Sie strahlen durch diese Techniken Wärme über einen längeren Zeitraum aus und sparen dadurch Heizmaterial, Heizkosten und schonen somit die Umwelt.

Moderne Kaminöfen wasserführend stoßen mit ihren Rauchabgasen weit weniger Emissionen und Schadstoffe aus als Öfen vor noch vor wenigen Jahrzehnten. Daher sollte man es sich doppelt überlegen gebrauchte Kaminöfen zu kaufen. Die Freude über den günstig erworbenen Gebrauchtofen ist meist nur von kurzer Dauer da die maximalen Abgaswerte in der BImSchV - der Bundes-Immissionsschutzverordnung - festgelegt sind und die älteren Modelle nachgerüstet oder Stillgelegt werden müssen.

Gründe, warum der Kaminofen qualmt

schwelendes FeuerholzWenn der Werkstattofen viel oder sogar sehr viel Rauch produziert, ist dies keinesfalls normal, sondern ein Problem. Denn viel Qualm ist eine Sache, die beim Heizen mit dem Kaminofen auf jeden Fall vermieden werden sollte. Die Gründe dafür können vielfältig sein: Oft ist der Schornstein das Problem. Ein ungereinigter Fertigteilschornstein kann wegen eines veränderten Kaminzugs dazu beitragen, dass der Ofen qualmt. Dasselbe Problem tritt auf, wenn der Leichtbauschornstein blockiert ist, etwa durch ein Vogelnest. Hier sollte der Kaminkehrer gerufen werden, um den Luftschacht zu reinigen bzw. die blockierenden Elemente des Schornsteins zu entfernen. Tritt hingegen verstärkt Qualm aus dem Kaminofen aus, kann auch ein „konkurrierender“ Schornstein das Problem sein. Gibt es einen weiteren Schornstein im Haus, kann es sein, dass dieser einen höheren Kaminzug erzeugt als der angeschlossene Schornstein. Dadurch wird die Rauchgasabfuhr des Ofens durcheinandergebracht, weil Luft möglicherweise auch aus dem Kamin gezogen wird. Deshalb sollten alle weiteren Schornsteinzüge beim Betrieb des Kamins geschlossen werden.

Generell lässt sich die Verbrennungslage anhand des Schornsteins bereits optisch einschätzen. Ist der Rauch weiß, enthält er außer Kondensat ein Minimum an Schadstoffen. Wenn blauer Rauch aus dem Kamin steigt, ist er bereits belastet und der Übergang zu schwarzem Rauch. Schwarzer Rauch aus dem Kamin ist ein Zeichen dafür, dass die Verbrennung nicht korrekt abläuft und daher viele Schadstoffe in die Umwelt gelangen.

Starke Rauchentwicklung könnte aber auch auf eine Funktionsstörung des Ofens hinweisen. Manchmal wird der Kamineinsatz nicht ausreichend mit Luft versorgt. Die Folge: Das Feuer erhält zu wenig Sauerstoff und kann nur schwelen. Dies liegt an einem unzureichenden Abbrand des Holzes und ist daher mit einer hohen Rauchentwicklung verbunden. Bei raumluftabhängigen Kaminöfen kann die Luftzufuhr aus dem Raum gestört sein. Das findet man am besten durch Lüften heraus: Wird Frischluft nachgeführt und verbessert sich die Verbrennung, sollte die Belüftung des Ofens neu ausgerichtet werden.

Wenn der Qualm zur Gefahr wird: Viel Rauch ist weder für die Umwelt noch für die Gesundheit gut: Bei viel Qualm werden unverhältnismäßig viele Emissionen und Schadstoffe freigesetzt, die das Klima und die Gesundheit belasten. Tritt der Rauch aus, etwa bei einer schadhaften Dichtung am Ofen, kann es sogar zu einer Rauchgasvergiftung kommen.

Ofen qualmt beim Nachlegen von Holz

Richtig Holz nachlegen beim Kaminofen – so geht’s ohne Rauch: Manchmal kann es vorkommen, dass auch beim Nachlegen von neuem Brennholz Qualm entsteht. Gerade dann, wenn die Verbrennung im Speicherofen nur noch schwelt, ist die Brennkammer mit Rauch gefüllt. Wird die Feuertür jetzt ruckartig geöffnet, um Holz nachzulegen, entsteht ein Unterdruck. Dieser zieht den Rauch aus der Brennkammer in den Raum. Um dieses Szenario zu vermeiden sollte die Feuertür deswegen langsam und bedächtig geöffnet werden. Wenn man zusätzlich dazu das Feuer zuvor mit dem Luftregler kurz noch einmal entfacht, wird der Qualm vom Kamin abgesaugt und in die Ofenrohre geführt. So wird eine starke Rauchentwicklung effektiv vermieden.

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