Der Pelletofen bei Stromausfall - Was ist zu beachten?
25.11.2015, 13:30:00
Ein Pelletofen ist im Betrieb auf eine kontinuierliche Stromversorgung angewiesen. Denn die elektronische Steuerung, die Förderschnecke, das Gebläse und die Zündeinheit benötigen elektrische Energie. Kommt es zu einem Stromausfall, stellt ein Pelletofen den Betrieb automatisch ein.
Warum ein Pelletofen nicht ohne Strom funktioniert
Im Unterschied zu einem klassischen Kaminofen mit Scheitholz arbeitet ein Pelletofen mit elektrisch angetriebenen Komponenten. Die Pelletzufuhr erfolgt über eine motorgetriebene Förderschnecke, die Verbrennungsluft wird über ein elektrisches Gebläse zugeführt, und die Zündung geschieht über ein Heizelement. Fällt der Strom aus, stoppt die Förderschnecke, das Gebläse steht still, und die Verbrennung erlischt kontrolliert. Einen Pelletofen ohne Strom zu betreiben, ist deshalb im Regelfall nicht möglich.
Eine Sonderstellung nehmen Pelletöfen ohne Gebläse ein. Diese verzichten auf ein elektrisches Konvektionsgebläse und nutzen stattdessen natürliche Konvektion zur Wärmeverteilung. Dennoch benötigen auch diese Geräte Strom für Steuerung, Förderschnecke und Zündung. Bei einem Stromausfall sind sie daher ebenfalls nicht betriebsfähig – lediglich das Betriebsgeräusch ist im Normalbetrieb deutlich geringer.
Verhalten bei Stromausfall
Die meisten modernen Pelletöfen verfügen über eine Sicherheitsabschaltung. Bei Stromausfall wird die Brennstoffzufuhr sofort unterbrochen und die Restglut brennt ohne Gebläseunterstützung ab. Ein manuelles Eingreifen ist in der Regel nicht erforderlich. Nach Wiederkehr der Stromversorgung ist – je nach Modell – ein Neustart notwendig, wobei es teilweise zu Fehlermeldungen kommen kann.
Wasserführende Pelletöfen und Pelletheizung bei Stromausfall
Für eine Pelletheizung als Zentralheizung gelten die gleichen Einschränkungen. Auch hier sind Fördertechnik, Steuerung und Umwälzpumpen stromabhängig. Ein Stromausfall unterbricht die gesamte Wärmeversorgung.
Besonders kritisch ist ein Stromausfall bei wasserführenden Systemen. Ein wasserführender Pelletofen speist einen Teil seiner Wärmeleistung über eine integrierte Wassertasche in den Heizkreislauf ein. Fallen bei Stromausfall die Umwälzpumpen aus, kann sich das Wasser im Wärmetauscher unkontrolliert erhitzen. Zum Schutz vor Überhitzung ist eine thermische Ablaufsicherung vorgeschrieben. Diese leitet bei Überschreitung einer kritischen Temperatur kaltes Wasser durch den Wärmetauscher und arbeitet rein mechanisch – ohne Strom. Gleiches gilt für einen wasserführenden Kamin bei Stromausfall.
Notstromversorgung und Stromerzeugung
Zur Überbrückung eines Stromausfalls kommen unterbrechungsfreie Stromversorgungen (USV) oder Notstromaggregate infrage. Eine USV kann den Pelletofen zumindest kontrolliert herunterfahren oder bei kurzen Ausfällen den Betrieb aufrechterhalten.
Vereinzelt existieren Konzepte für Pelletöfen mit Stromerzeugung, bei denen ein thermoelektrischer Generator einen Teil der benötigten Energie aus der Verbrennungswärme gewinnt. Diese Technik ist jedoch nicht serienmäßig und deckt in der Regel nur den Grundbedarf der Steuerungselektronik ab – nicht den Leistungsbedarf eines Konvektionsgebläses.
Abgrenzung zum Kaminofen mit Scheitholz
Ein konventioneller Kaminofen mit Scheitholz arbeitet ohne elektrische Komponenten und ist von einem Stromausfall nicht betroffen. Auch ein wasserführender Kaminofen mit Scheitholz bleibt bei Stromausfall grundsätzlich funktionsfähig, sofern eine thermische Ablaufsicherung verbaut ist. Wer vollständige Unabhängigkeit vom Stromnetz benötigt, findet in einem Holzofen eine Alternative zum Pelletofen.
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