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Majolika Keramik: Wie italienische Tradition bei modernen Pelletöfen zum Einsatz kommt

Wenn es um die Verkleidung eines Kaminofens geht, dann stehen neben den klassischen Natursteinen auch immer öfter bunte Majolika-Kacheln zur Auswahl. So bietet der Hersteller Dal Zotto beispielsweise einige seiner Öfen mit einer Verkleidung aus Majolika Keramik an. Doch was ist so eine Majolika-Kachel überhaupt? Woher kommt dieser eigenartige Name, wie wird diese hergestellt und was taugen diese als Verkleidung für eine Feuerstätte?

Woher kommt der Name für Majolika-Kacheln?

Das Wort „Majolika“ (manchmal auch Maiolica) ist die altitalienische Bezeichnung für die größte Insel der Balearen - Mallorca. Damit verweist der Name zum einen auf den ursprünglichen Herstellungsort und zum anderen auf die Region, welche die bunten Majolika-Kacheln hauptsächlich im Laufe des 15. und 16. Jahrhunderts importierte. Denn in dieser Zeit begannen die italienischen Keramik-Manufakturen auch selbst mit der Herstellung, wobei die kunstvoll verzierte Keramik in ganz Europa ihre Liebhaber fand. Besonders bekannt wurde diese Form der Keramik als farbige, zinnglasierte Tonware in Form von Gefäßen und Schmuckfliesen. Doch die bunte Majolika-Kachel geriet in Laufe der Zeit zunehmend in Vergessenheit, bis sie schließlich im 19. Jahrhundert wiederentdeckt wurde und die Produktion erneut begann.

Wie werden Majolika-Kacheln hergestellt?

Heutzutage handelt es sich bei „Majolika“ um keinen geschützten Begriff, sodass jeder Hersteller mit diesem Namen produzieren kann. Während einst im engeren Sinne nur farbig bemalte zinnglasierte italienische Keramik als Majolika bezeichnet wurde, wird in unseren modernen Zeiten jedoch jede farbig glasierte Tonware darunter verstanden. Die Herstellung ist jedoch über die Zeit hinweg dabei im Großen und Ganzen gleichgeblieben.

Schürgebrannte TonkrügeEine Majolika-Kachel wird aus weißen, gelbgrauen oder rotbraunen Scherben hergestellt. Wobei als Scherben in der Keramik-Fachsprache ein Gemisch aus verschiedenen Mineralien und Beimischungen zur Herstellung keramischer Erzeugnisse oder keramischer Massen bezeichnet wird. Majolika wird allerdings nicht gesintert, was bedeutet, dass das Ausgangsmaterial nicht unter hohen Temperaturen verflüssigt und dann in Form gegossen wird. Vielmehr wird eine Majolika-Kachel aus der keramischen Masse geformt und anschließend bei geringen Temperaturen, im sogenannten Schürbrand, erstmals gebrannt. Nach dem ersten Schürbrand ist das Material jedoch noch porös, geht allerdings im zweiten Brand eine feste Verbindung mit der Glasur ein.

Die Herstellung erfolgt in sogenannten Majolika-Manufakturen, echte Traditionsbetriebe, die sich durch handgefertigte Qualitätswaren auszeichnen. Durch den Doppelbrand erhält die Tonware ihre feste Struktur und eine brillante Farbglasur. Die verschiedenen Farben werden dabei durch Pigmente auf Metalloxidbasis erreicht – ohne Glasur hätte die Majolika eine Terrakotta Farbe. Wird die Kachel mit Farben verziert und ein zweites Mal gebrannt, dann verschmilzt die Glasur mit der Keramik, was zu leuchtenden Farben und einer glänzenden wasserdichten Oberfläche führt. So wird eine grüne Färbung beispielsweise mit Hilfe von Kupfer erreicht, für Blau wird Kobalt eingesetzt, bei Violett wird auf Mangan gesetzt und für Orange sind Antimon und Eisen notwendig.

Was kann die Majolika-Kachel als Verkleidung?

Als Verkleidung für einen Kaminofen oder einen Kachelofen sorgt die Majolika-Kachel nicht nur für ein schöneres Äußeres, sondern unterstützt auch deren Heizbetrieb. Aufgrund ihrer Eigenmasse dient sie als Wärmespeicher, sodass die erzeugte Wärme länger gehalten werden und gleichmäßig an den Wohnraum abgegeben werden kann. Allerdings ist dieser Effekt nur vergleichsweise marginal, da Majolika-Kacheln nicht die gleiche Masse aufbringen können wie Natursteine. Allerdings erhöhen diese dennoch die Wärmeabstrahlung, sodass die erzeugte Wärme als Strahlungswärme besser im Wohnraum verteilt werden kann. Das sorgt für ein angenehmes Raumklima und ist allergiefreundlich, da im Gegensatz zur Konvektionswärme kein Hausstaub aufgewirbelt wird. So ist die Majolika besonders geeignet als Verkleidung für Schwedenöfen, durch ihre guten Wärmespeichereigenschaften und ihrer Robustheit. Keramik ist generell eine gute Speichermasse für Ofenwärme. Dal Zotto FridaWichtig ist aber, in welchem Umfang und welche Materialstärke ein keramischer Besatz bei einem Ofen zum Einsatz kommt. Natürlich können vollverkleidete Kachelöfen und -kamine die Wärme für eine lange Zeit speichern. Teilverkleidungen werden dagegen meist als Zierelemente eingesetzt. Bei dem Hersteller Dal Zotto ist die Majolika-Verkleidung jedoch auch ein Ausdruck der Verbindung zwischen Tradition und Moderne. 

Ein weiterer Vorteil der Tonware bei beispielsweise einem Dal Zotto Pelletofen oder einem Dal Zotto Kaminofen ist, dass sie in allen Farben und Mustern gestaltet werden und für individuelle Designs genutzt werden kann. Die Farbbrillanz hält sich besonders lang, weshalb Majolika auch dekorativ einen großen Reiz hat und vergleichsweise pflegeleicht ist. Bereits in den vergangenen Jahrhunderten wurde dieses widerstandsfähige und ansehnliche Material für Zimmeröfen, Schmuckfliesen und sogar als Bodenfliesen eingesetzt.

In der Kaminausstellung bei Halle/Leipzig oder in der Kaminausstellung in Nürnberg kann man sich live von der Farbbrillanz und der angenehmen Wärmestrahlung eines mit Majolika-Kacheln verkleideten Kaminofens überzeugen.

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