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Kurzumtriebsplantagen – Agrarisch genutzte Flächen für die Holzgewinnung

Mit dem Ausstieg der Bundesregierung aus der Kernkraft, welche zum Ziel hat sämtliche Atomkraftwerke bis zu dem Jahr 2022 abzuschalten und dem geplanten Kohleausstieg 2038, wird der Ruf nach möglichst umweltfreundlichen Alternativen der Energiegewinnung immer lauter. Eine Perspektive bieten die sogenannten erneuerbaren Energien, die den meisten wohl in Form von Sonnenkollektoren und Windrädern bekannt sein dürften. Aber dieser Begriff umfasst bei weiten mehr Mittel zur Energiegewinnung, wie zum Beispiel durch eine Solarthermie-Anlage auf dem eigenen Dach. Oder man ersetzt die alte Ölheizung gegen einen modernen Holzvergaserkessel. Denn auch der Rohstoff Holz zählt zu den erneuerbaren Energien. Viele Eigenheimbesitzer, die auf der Suche nach Alternativen zu den fossilen Brennstoffen sind, steigen daher auf moderne holz- oder pelletbetriebene Heizsysteme um. Denn Holzfeuerstätten sind deutlich sauberer als gedacht. Sie werden sogar von der Regierung mit sogenannten Marktanreizprogrammen wie der BAFA-Förderung 2020 und Co. gefördert um deren Klimaziele zu erreichen. Somit liegt klar auf der Hand, dass die Nachfrage nach Energieholz zukünftig massiv ansteigen wird und der stetige Bedarf an Energie gedeckt werden muss. Eine vielversprechende Lösung dieses Problems stellen sogenannte Kurzumtriebsplantagen (KUP) dar.

Was ist eine Kurzumtriebsplantage?

KUP mit Weiden im FrühlingKUP sind agrarische Nutzflächen, auf denen Bäume gezielt zur Produktion von Biomasse angepflanzt werden. Diese Biomasse kann dann direkt für die Verbrennung in Feuerungs- und Holzvergasungsanlagen genutzt werden, zu Biokraftstoff aber auch zu Hackschnitzel oder Pellets verarbeitet werden. Für die Pelletproduktion stehen derzeit zwar mehr als genug Ressourcen durch die Sägewerke bereit, allerdings werden die Plantagen bereits für zukünftige Energiealternativen bewirtschaftet. Somit besteht also keine Gefahr das die Flamme des beliebten Pelletofens allzu bald erlischt.

Typische Agrarhölzer sind schnell wachsende und ausschlagfähige Holzsorten wie Pappeln oder Weiden, um eine zügige Nachproduktion gewährleisten zu können. Diese können schon nach 2 bis 5 Jahren geerntet werden um gleich energetisch verwertet zu werden. Ab 10 Jahren Umtriebszeit können die Hölzer sogar in der Zellstoff- und Papierindustrie verarbeitet werden. Der Energiewald muss nach der Ernte auch nicht wieder mühsam bepflanzt werden, da Pappeln und Weiden dazu neigen nach dem Fällen wieder auszutreiben. Nach 20 bis 30 Jahren wurde alles aus einer Kurzumtriebsplantage herausgeholt. Wenn das Ertragpotential endgültig schwindet, wird der Energiewald gerodet und zu neuem Ackerland rekultiviert. Auch wenn der Beiname Energiewald anderes vermuten lässt, sind Kurzumtriebsplantagen übrigens kein Wald nach Bundeswaldgesetz: Sie dienen einzig und allein zur Gewinnung von Biomasse und haben keinen anderen forstwirtschaftlichen Zweck.

Welche Eigenschaften zeichnen Kurzumtriebsplantagen aus? 

KUP mit Pappelanbeu im WinterEine wichtige Eigenheit bei einer solchen Plantage besteht in der Abgrenzung zum Wald. Aus Gründen des Waldschutzes darf eine Kurzumtriebsplantage nur auf Ackerland entstehen. Eine Umwandlung eines bereits bestehenden Waldes zu einer Plantage ist in Deutschland gesetzlich verboten. Hintergrund ist hier der Arten- und Waldschutz. Die Artenvielfalt in einer entsprechend agrarisch genutzten Fläche ist eingeschränkt, was auch mit der Auswahl der Pflanzen zusammenhängt. Aus diesem Grund empfiehlt die NABU eine konkrete Festlegung, seitens der Regierung, für Tabu- und Vorrangflächen. Denn auch Feuchtwiesen, Bachauen, Brachflächen oder Offenlandgebiete mit Wiesenbrütervorkommen gelte als wertvolle Biotypen, die nicht eintönig sowie arten- und strukturarm veröden dürfen.

Eine weitere wichtige Eigenschaft der KUP ist die 1x Pflanzen und mehrmals Ernten Methode. Da Pappeln und Weiden nach dem Fällen schnell wieder ausschlagen, versprechen diese hohe Erträge bei niedrigen kosten. Bei den Pappeln werden vor allem die Balsampappel und einige Hybrid-Formen verwendet. Bei den Weiden setzt man besonders auf die Korb-Weide und die Kätzchen-Weide. Diese Baumsorten lassen sich mit relativ geringem Aufwand anpflanzen und bringen einen guten Ertrag. Generell sind Kurzumtriebsplantagen nicht nur Ertragreich, sondern auch umweltfreundlich bewirtschaftet, da der Einsatz von Pflanzenschutz- und Düngemitteln in der Regel nur in der Anpflanzphase erfolgt.

Die Baumsorten haben Einfluss auf die Verbrennung im Kaminofen 

erntereife PappelnFür die Verbrennung im Kamin ist es nicht unerheblich, welche Baumsorte verbrannt wird. So unterscheiden sich die unterschiedlichen Holzarten in ihrer Nutzungseffizienz und Energieeffizienz voneinander. Weide und Pappel kommen Aufgrund ihres geringen Heizwertes nicht als Brennstoff Holz in Frage. Ihr schneller Wuchs verhindert eine höhere Energieausbeute im Kaminofen. Hier sind nach wie vor langsam wachsende Harthölzer wie Buche oder Eiche die beste Wahl für den heimischen Schwedenofen. Diese werden aus nachhaltiger Forstwirtschaft in Deutschland gewonnen.

Brennholzarten und ihre Heizwerte - Die Auswahl der Pappel- und Weidesorten erfolgt im Wesentlichen auch aus Gründen des schnellen Wachstums und dem somit einhergehenden hohen Ertrag. Die Brennstoffqualität des Holzes wird zwar durch Züchtungen maßgeblich beeinflusst, allerdings reicht diese momentan nur für industrielle Feuerungs- und Holzvergasungsanlagen als Brennmaterial aus. Dafür wird auch auf künstliche Selektion gesetzt, indem Baumsorten mit geringer Nährstoffeffizienz ausselektiert werden. Denn Kurzumtriebsplantagen sollen nicht nur den aktuellen Brennstoffbedarf decken, sondern auch für künftige Energielösungen bewirtschaftet werden. Der Ertrag der bisherigen Energiewälder deckt noch lange nicht den Bedarf an der in Deutschland benötigten Biomasse. Für 2020 wurde eine momentane Versorgungslücke von ca. 40 Millionen m3 berechnet. Hier ist also noch viel Luft nach oben. Eine Ausweitung der Anbauflächen würde Deutschland in Zukunft unabhängiger von Importen machen und zudem den nationalen Naturschutz sowie die Ökobilanz stärken.

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