Ratgeber zum Smoken – alles was man zum Smoken wissen muss
Aileen MeinickeHeute widmen wir uns mal ganz dem Smoken und wollen mit diesem Ratgeber zum Smoken all diejenigen begeistern, die neugierig auf das Smoken sind und sich dem Smoken verbunden fühlen. Es gibt kein Patentrezept für das Smoken, wohl aber einige Tipps zum Smoken, die sowohl für Fortgeschrittene, als auch für Anfänger des Smokens interessant sind. Eine allgemein gültige Anleitung zum Smoken kann es unserer Meinung nach nicht geben. Daher haben wir neben unseren eigenen Erfahrungen auch Erfahrungen aus verschiedenen Foren und Gruppendiskussionen im Netz einfließen lassen, um einen möglichst leerreichen und gehaltvollen Beitrag zum Smoken hervorzubringen, der letztendlich als Anleitung zum Smoken dienen kann. Da man ja nie auslernt und wir viele verschiedene Themen rundum das Smoken behandeln, können sich auch alle angesprochen fühlen, die sich dem Smoken bereits mit Leidenschaft verschrieben haben.
Wer Smoken kann, hat wenig Rauch!

Tipps für eine optimale Verbrennung im Smoker:
- Beim Offset-Smoken sollte die Tür auf jeden Fall fast immer auf sein, damit dem Feuer genügend Sauerstoff zur Verfügung gestellt wird. Andernfalls fängt es an zu rauchen und dunkle Rauchschwaden versetzen das gute Fleisch mit bitteren Raucharomen.
- Die Temperatureinstellung sollte immer zu Gunsten einer sauberen Verbrennung ausfallen. Sehr niedrige Temperaturen in Kombination mit einer sauberen Verbrennung sind gerade bei der Holzbefeuerung schwer zu erreichen. Hier dann lieber auf gut durchgeglühte Holzkohle oder Grillbriketts setzen.
- Gargut immer erst nach der Aufheizphase beim Smoken auflegen
- Beim Holzfeuer-Smoken ist die Flamme wichtig, da glühendes Holz lediglich zu unliebsamen Rauch führt. Beim Smoken mit Holzkohle müssen die Kohlen schön durchgeglüht (also weiß) sein
- Zu große Holzscheite brauchen zu lange zum Anbrennen, da kann es dann beim Nachlegen schnell zu warm werden (ideale Dicke: Holz mit Zeigefinger und Daumen berühren, sodass sich die beiden Fingerspitzen berühren), Holz brennt auch schneller, wenn man es vorher erwärmt
- Wenn die Kerntemperatur des Fleisches nicht weiter ansteigt auf keinen Fall etwas an den Einstellungen ändern! Beim Smoken wurde sodann lediglich die sogenannte Plateau-Phase erreicht. Näheres dazu beschreiben wir weiter unten im Text.
Smoken im Kugelgrill, Gasgrill oder Smoker?

Welchen Brennstoff zum Smoken nutzen?
Wie bei so vielen Dingen hängt es oft von der persönlichen Vorliebe ab welchen Brennstoff man beim Smoken benutzt. Die einen sind der Meinung, dass man beim Smoken nur von einem typisch American BBQ sprechen kann, wenn man Holzfeuer in einem Offset-Smoker entzündet. Doch inzwischen haben sich viele verschiedene Arten von Smokergrills durchgesetzt, die alle ihre Vor- und Nachteile haben, wie wir im verlinkten Beitrag aufzeigen. Zum Einsatz kommen beim Smoken somit mittlerweile Holz, Holzkohle, Briketts, aber auch Pellets.

Vorsicht bei der Holzdosis
Beim Smoken kommen- wenn man mal davon absieht, dass die traditionelle ursprünglichste Form das Smoken mit Holz ist- ganz gerne verschiedene Räucherzubehöre zum Einsatz. Gerade Personen, die gerne auch ihren Gasgrill zum Smoken nutzen, greifen gerne auf Räucherchips zurück, um dem Fleisch ein tolles Raucharoma mitzugeben. Beim Smoken mit Holzkohle oder Briketts im Keramikgrill beispielsweise werden gerne Räucherchunks genutzt. Doch wenn man sich einmal durch die vielen verschiedenen Erfahrungsberichte und Gruppendiskussionen im Internet nach den unterschiedlichen Erfahrungen erkundigt, so kann man schnell feststellen, dass die meisten dazu raten zu Beginn lieber weniger Räucherutensilien zu benutzen und die Dosen von Räucherchunks und Räucherchips lieber langsam zu steigern
Gerade Personen, die noch keine Raucharomen gewohnt sind, empfinden das Raucharoma von Holz oftmals als zu streng. Da schafft die Wahl des richtigen Holzes Abhilfe (siehe verlinkten Beitrag im vorherigen Abschnitt). Beim Smoken mit Briketts oder Kohle lieber erst einmal mit einem Chunk arbeiten und die Menge gegebenenfalls mit der Zeit steigern. Gerade beim Smoken mit Holzkohle liest man oft von der Vorliebe keine Holzscheite, sondern lieber Räucherschnitzel bzw. Räucherchips zu verwenden, die man dann auch Wässern kann und der Grillkohle zugibt. Räucherchips werden auch gerne zum Räuchern genutzt.
Sollte man Wasser beim Smoken verwenden?
Wasser trägt beim Smoken zu einem besonders saftigem Grillergebnis bei. Hierzu wird- sofern man nicht mit einem Wassersmoker arbeitet, der bereits eine Wasserschale integriert hat, eine Wasserschale im Smoker oder Keramikgrill platziert. Gerade im Wassersmoker sorgt das Wasser in der Wasserschale für eine Abkühlwirkung auf die Holzkohlenhitze, wodurch Temperaturen von 100 bis 120 Grad konstant gehalten werden können.

Ganz experimentierfreudige Smoker-Fans fügen nicht einfach nur pures Wasser, sondern ein Apfelsaft-Wassergemisch zum Smoken in die Schale. Das verleiht dem Fleisch ein süßliches Aroma und ist bestimmt eine spannende Ergänzung zu Chunks oder Chips aus Apfelholz.
Die Anheizphase beim Smoken
In einem Smoker wird ein ordentliches Feuer geschürt und der Korpus dann bei geschlossenem Deckel ordentlich ausgebrannt, sodass kein Kondenswasser mehr im Garraum vorhanden ist. Das Feuer lässt man runterbrennen und reinigt die Roste mit einer Grillbürste- wenn nötig. Die übrig gebliebene Glut wird dann verwendet um Holz nachzulegen, welches sich auf dem Glutbett schnell entzünden sollte. Gegebenenfalls kann man das Glutbett auch noch mit etwas Holzkohle vergrößern und diese mit durchglühen lassen.
Das Gargut sollte erst aufgelegt werden, wenn das Feuer eingerichtet ist und sich die Temperatur eingependelt hat. Dadurch wird das Fleisch keinen ungewollten Temperaturspitzen ausgesetzt und auch den dunklen Rauch der Anheizphase bekommt das Gargut nicht ab. Mit Kohle einheizen und dann Holz nachlegen soll bei dem einen oder anderen auch gut funktionieren. Auch einen Gasgrill bringt man bei geschlossenem Deckel erst einmal auf Temperatur, bevor es daran geht das Fleisch zu smoken.
Welche Temperatur ist zum Smoken ideal?

Es ist wie bei so vielem. Es gibt kein Patentrezept. Jeder macht unterschiedliche Erfahrungen und entwickelt basierend darauf beim Smoken unterschiedliche Vorlieben. So gibt es die einen, die bei ihrem Fleisch hervorragende Ergebnisse mit höheren Temperaturen bei sechs Stunden Garzeit erzielen- das sogenannte „hot ´n fast“-Smoken, wohingegen die anderen darauf schwören niedrige Temperaturen um die 100 Grad Celsius zu verwenden und das Fleisch 14 Stunden und mehr unter dem Deckel zu garen, wobei die jeweilige Vorliebe allerdings auch vom gewählten Fleisch abhängig ist. Nichts ist unbedingt besser oder schlechter als das andere. Es sind schlichtweg unterschiedliche persönliche Techniken, die man beim Smoken mit der Zeit entwickelt. Smoken fordert die Experimentierfreudigen unter uns heraus! Wohl bemerkt sind die Holy Trinity (Spareribs, Pulled Pork und Beef Brisket), die heiligen Gerichte des Low&Slow BBQ.
Temperaturbereich Low&Slow: 95-120°C
Temperaturbereich Hot&Fast: >120 bis 175°C
Tipp zur richtigen Temperaturmessung beim Smoken
Besonders bei einem Offset-Smoker muss man bedenken, dass die Temperatur nahe am Brennraum höher ist, als am Thermometerfühler oder am Kamin. Man kann hier gut und gerne von einem Temperaturunterschied von 20-40 Grad Celsius ausgehen.

Interessant ist, dass man bei der Entwicklung vom ProQ Smoker detailverliebt an die Problematik der Temperaturmessung gedacht und die Ingenieure eine spezielle Thermometerdurchführung mit dehnbaren Silikonösen entwickelt haben. Man steckt einfach die Thermometersonden durch die Öse und ins Fleisch und schon kann froh und munter die Kerntemperatur beim Prozess des Smokens kontrolliert werden. Ohne die Werbetrommel zu doll schwingen zu wollen, aber dennoch erwähnt sei, dass das Mastard Meat it+ Bluetooth-Thermometer in unserem Sortiment ein richtiger Verkaufshit ist.
Was tun, wenn die Kerntemperatur des Fleisches beim Smoken nicht weiter steigt?
Die Antwort ist einfach. „Nichts! oder sich in Geduld üben“. Dass beim Smoken die Kerntemperatur des Fleisches über einen längeren Zeitraum nicht weiter steigt ist vollkommen normal und gehört zum richtigen Smoke-Vorgang dazu. Der Fachbegriff heißt Plateau-Phase. Es gibt zwei mögliche Gründe, die für die Stagnation des Temperaturanstiegs in der Grillgemeinschaft angeführt werden.
Grund 1: Teile des Collagens zersetzen sich, was quasi Energie kostet
Grund 2: Es tritt Wasser aus dem Fleisch, welches verdunstet und somit die Fleischoberfläche abkühlt (ähnlich unserem Schwitzen. Das Schwitzen dient ja auch dem Runterkühlen unseres Körpers).
Was davon jetzt nun stimmt, sei an dieser Stelle mal dahingestellt. Wichtig zu wissen ist, dass man hier an dieser Stelle einfach mal Nichts macht. Denn Fakt ist, dass die Kerntemperatur des Fleisches weiter ansteigen wird, wenn die Plateauphase beim Smoken überwunden ist. Dies geschieht sogar zweimal: einmal bei um die 72°C und einmal bei um die 82°C.
Temperaturregulierung beim Smoken

Die Temperaturregulierung beim Smoken bedarf auf jeden Fall Übung. So ist jeder Smokergrill auch entsprechend des gewählten Brennstoffs unterschiedlich zu händeln.
Temperaturregulierung beim Offset-Smoken

Tipp für Fortgeschrittene zur Temperaturregulierung beim Offset-Smoken
Mit sogenannten Tuning Plates kann man Temperaturunterschiede innerhalb der Brennkammer ausgleichen (siehe Abschnitt „Tipps zur richtigen Temperaturmessung“). Wie die Einstellung der Tuningplates gewählt werden sollte ist vom Brennstoff und von der damit durch die Garkammer geleiteten Luft anhängig. In der Regel betreibt man den Smoker ja mit Holz. Da braucht man dann vergleichsweise mehr Luft als beim Smoken mit Kohle. Die Abstände zwischen den Platten müssen umso größer sein, je mehr Luft durch die Garkammer geleitet wird. Auch sollte man beachten, dass Hitzeleitbleche mit festen Löchern für Holz optimiert sind nicht für den Betrieb mit Kohle gedacht sind. Der Effekt wird bei Kohle also nicht der erwartete sein.
Temperaturregulierung beim Smoken im Watersmoker
Ratsam ist es den Watersmoker mit heißem Wasser zu befüllen, da man in der Anheizphase des Smokens so dann weniger Energie benötigt, um den Wassersmoker auf Temperatur zu bringen. Beim Smoken im Wassersmoker oder Vertikal-Smoker hat man immer Abluftventil oben und Lufteinlassventil unten. Zum Anheizen werden die unteren Ventile ganz weit geöffnet, sodass ausreichend Sauerstoff einströmen kann. Während des Smokens sollte die untere Zuluft zu zwei Drittel geschlossen werden, sobald das Thermometer zwischen 100 °C und 110 °C erreicht. Nach ca. 15 Minuten sollte sich die Temperatur auf um die 120°C eingependelt haben. Andernfalls einfach noch ein bisschen warten- auch wenn die Temperatur ggf. noch etwas zu hoch ist.
Temperaturregulierung beim Smoken im Keramikgrill
Wer mit einem Keramikgrill smoken möchte, findet im separaten Beitrag eine ausführliche Erklärung darüber, wie man die Temperatur im Keramikgrill regelt.
Über den Sinn und Unsinn beim Smoken mit Alufolie

Man kann sein Fleisch beim Smoken durchaus in Alufolie dämpfen und dann noch einmal anbraten, wobei das Thema Grillen mit Alufolie im Allgemeinen ziemlich umstritten ist. Oft stellt sich die frage, ob man mit Alufolie smoken sollte. Wer allerdings beim Smoken direkt eine knusprige Kruste und auch lieber auf Alufolie verzichten möchte, sollte sich dem nachfolgenden Abschnitt widmen. Dort stellen wir das Butcherpaper als Alternative zum Smoken mit Alufolie vor.
Tipp für eine ordentliche Kruste beim Smoken
Über die „knusprige Kruste“ wird in diversen Foren zum Thema „Smoken“ sehr viel diskutiert. Denn im besten Fall soll das Fleisch durch das Smoken neben einem zarten Raucharoma ein noch viel zarteres Fleisch, als auch natürlich eine knusprige Kruste erhalten. Oft hört man von Ergebnissen wie „Saftig und zart, aber nicht knusprig“ oder „Es ist zwar schön knusprig, könnte aber saftiger sein.“. Dabei stellt weder das eine, noch das andere das optimale Ergebnis dar, welches man beim Smoken erreichen möchte. Das Endergebnis beim Smoken soll ja saftig und knusprig sein. Beim Dämpfen in Alufolie, muss für eine ordentliche Kruste auf jeden Fall noch einmal extra gebraten werden. Würde man das Dämpfen aussparen, wird das Ergebnis jedoch nicht so saftig. 
Anwendungsbeispiel: Spare Ribs, bei denen die Flüssigkeit keinesfalls fehlen darf, einfach auf dem Butcher Paper platzieren, die Seiten hochklappen, beispielsweise Apfelsaft als Flüssigkeit zugeben, einschlagen und eine weitere Schicht Butcher Paper umschlagen. Hierbei das Fleisch aber nicht drehen, da ja dann der Saft herausläuft. Nun können die Rippchen saftig und knusprig zugleich gesmokt werden.
Wie sollte ein Starter-Paket zum Smoken aussehen?
Zum Smoken braucht man in aller Regel je nachdem, wie und womit man smoken will die folgenden Dinge:
- Smoker
- Grillhandschuhe und Grillschürze zum Beispiel von Feuermeisterin oder Feuermeister
- Holz / Holzkohle
- Räucherchunks / Räucherchips
- Grillthermometer
- Metzgerpapier beispielsweise Pt Boss Butcher Paper
Die richtige Würze beim Smoken
Erlaubt ist was gefällt. So verhält es sich auch bei der Frage, ob man flüssige Marinade oder Trockenmarinade beim Smoken verwenden sollte. Die meisten BBQ Restaurants in Amerika verwenden Dry Rubs- also Trockenmarinaden. Wer es intensiver mag, kann Würze auf Pfefferbasis ausprobieren, wer es lieber süß mag probiert etwas mit unterschiedlichen Zuckerarten oder Honig und probiert es mit fruchtigen Aromen zu kombinieren. Erlaubt ist, was gefällt!
