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Die Marinadenspritze: Gadget für saftiges Grillen

Eins vorweg: Die Marinadenspritze ist so ein amerikanisches Ding. Gefühlt verwendet es dort jeder BBQ-Meister, der etwas auf sich hält und geht früh morgens wahrscheinlich gar nicht ohne außer Haus. Doch wozu wird die Marinadenspritze eigentlich genau verwendet? Was kann Sie? Und ist sie auch für unsere Outdoorküche und Grillkamin geeignet? Oder ist es einfach nur wieder eins dieser Grill-Spielzeuge für Männer? Wir zeigen Ihnen, was die Marinadenspritze wirklich kann!

In Amerika ist die Marinadenspritze unter der abenteuerlich klingenden Bezeichnung Injector bekannt. Im Grunde genommen sie aus wie überdimensionierte Arztspritzen – für Grill und Küche erfüllen sie jedoch einen hervorragenden Zweck:

Geschmack direkt ins Fleisch

Marinadenspritze-Anwendung

Mit einer Marinadenspritze ist es möglich, innerhalb weniger Sekunden leckere Marinaden direkt in das Fleisch zu spritzen. Eine schützende Schicht um das Fleisch herum ist beim Grillen immer noch notwendig, jedoch ist Geschmack aus dem Fleisch heraus eine gänzlich neue Erfahrung: mehr Saft, mehr Herzhaftigkeit, mehr Würze. In den USA gehören die Injectors als Grundausstattung in jeden Haushalt, weswegen die Spritzen bereits ab 2 Dollar im Supermarkt erhältlich sind.

Fleisch-mit-Marinade

Hierzulande sind Injectors eher unbekannt und nur bei wahren Grillfans zu finden. Der Vorteil einer Marinadenspritze ist die Beschleunigung. Über das Marinieren von außen dringt die Marinade nur sehr langsam in das Fleisch ein, weswegen mariniertes Fleisch oftmals mehrere Stunden ziehen muss. Bei spontanen Events und Gästen lässt sich dieser Prozess auf wenige Minuten verkürzen, da die Marinade direkt in das Fleisch injiziert wird.

Was gibt es bei einer Marinadenspritze zu beachten?

Marinadenspritze von Napoleon

Viele Griller setzen beim Thema Injizieren von Marinaden zunächst auf ein DIY, doch medizinische Kanülen haben Nachteile: Sie sind zu dünn und können durch die andersartige Konsistenz verstopfen. Marinadenspritzen sind speziell für das dicke Muskelfleisch konzipiert und für dickflüssige Marinaden und Öle (gegenüber dünnflüssigen medizinischen Flüssigkeiten) hergestellt. Jedoch sollten Sie beim Anrühren Ihrer Marinaden auf möglichst dünnflüssige Konsistenzen achten, um die Marinade mit der Spritze gut aufnehmen und im Fleisch verteilen zu können. Es bietet sich an, Gewürze in Pulverform zu verwenden, und diese gut zu verrühren – Klumpen in der Marinade wirken sich in der Kanüle kontraproduktiv aus. Beim Injizieren der Marinade sollte an verschiedenen Stellen ins Fleisch gestochen werden, um die Marinade möglichst gleichmäßig zu verteilen. Stechen Sie nur ein einer Stelle ein, wird diese überwürzen und das restliche Fleisch im Gegensatz trocken werden.

Leckere Rezeptideen

Marinade-Gewürze

Nicht nur am Holzkohlegrill oder Gasgrill, auch in der Küche für Geflügel und Braten wirken Marinadenspritzen wahre Wunder. Sie verhelfen zu einem geschmackvollen und saftigen Ergebnis gegenüber einer oberflächlichen Marinade. Sie können auch während des Garprozesses nochmals Marinade nachspritzen, um den Geschmack zu erhöhen. Wir stellen Ihnen hier kurze Marinadenrezepte vor, die sich sehr gut zum Spritzen eignen:

  • Barbecue Marinade: 180 ml Apfelsaft mit 120 ml Wasser, sowie 115 Gramm Zucker, 55 Gramm Salz und 2 Esslöffeln Worcesterhire Sauce vermischen, bis sich die festen Zucker- und Salzkristalle gelöst haben. Amerikaner verwenden für ihre BBQ-Sauce auch gern Apfelessig zusätzlich.
  • Schweinefond: je 2 Esslöffel Salz und Reisessig je mit einem Esslöffel Zucker, Worcestersauce, 180ml Apfelsaft (oder Bratensoße von Schwein, Huhn oder Rind) und 540ml Wasser vermengen, bis alle Kristalle aufgelöst sind – diese Menge reicht für einen großen Braten und kann auf mehrere Male Injizieren während des Bratens verteilt werden.
  • Knoblauchschnaps: der Alkohol verfliegt beim Erhitzen, zurück bleibt eine mediterrane Knoblauchnote. Beliebig viele Knoblauchzehen kurz blanchieren und mehrfach mit einem Messer einstechen. Legen Sie die vorbereiteten Knoblauchzehen in hochprozentigen Schnaps ein. In osteuropäischen Ländern wird meistens Wodka verwendet. Der Schnaps sollte wenigstens einige Tage ziehen, um das Aroma gut aufzunehmen und zu übertragen. Diese Variante eignet sich besonders für Braten, Geflügel, Steaks und Ente sowie Lamm.