Ofenrohre richtig kürzen und zusammenstecken
Jens TruogGründe ein Ofenrohr zu kürzen gibt es viele. Prinzipiell muss das Ofenrohr gekürzt werden, weil es sich den Bedingungen des Aufstellungsorts fügen muss. Vielleicht haben Sie einen alten Schornsteinanschluss, welchen sie wieder verwenden möchten und müssen nun feststellen, dass dieser nicht kompatibel ist. Oder Sie können mit den Standardgrößen der erworbenen Rauchrohre die gesetzlich geltenden Sicherheitsabstände nicht einhalten. Egal warum Sie sich dazu genötigt sehen die Rauchrohre zu kürzen, wie Sie dabei vorgehen können und was es zu beachten gibt erfahren Sie im folgenden Beitrag.
Kleiner Leitfaden:
- Damit das Ofenrohr exakt passt
- Einwandiges Ofenrohr kürzen: so geht‘s
- Doppelwandiges Ofenrohr Kürzen: so geht‘s
- Welche Teile benötige ich um das Ofenrohr richtig zusammenzustecken?
- Wie kann ich die Ofenrohrelemente richtig miteinander verbinden?
- Ein Klacks: Eventuelle Lackschäden ausbessern
Damit das Ofenrohr exakt passt: Ofenrohre richtig kürzen

Mit einem Ofenrohr überbrücken Sie die Distanz zwischen Ihrem Kaminofen und Ihrem Schornstein, sodass die bei der Verbrennung entstehenden Gase sicher abgeleitet werden können. Bei einem Ofenrohr profitieren Sie von der praktischen Elementbauweise, wobei Sie die Auswahl zwischen verschiedenen Ofenrohrelementen wie verschiedenen Längenelementen, Ofenrohr-Bogen oder T-Stücke haben, die Sie ganz nach Bedarf miteinander verbinden können. Diese können Sie dann ganz einfach zusammenstecken, indem Sie die leicht reduzierte Muffe in das Gegenstück des nächsten Rauchrohres stecken.
Dabei ist es Wichtig zu wissen, dass die Muffe komplett im nächsten Ofenrohr verschwindet und diese Länge von der Strecke Ihrer Ofenrohrkonstruktion abgezogen werden muss. Damit die Rauchrohre nicht unbrauchbar werden, müssen Sie zudem darauf achten das die Muffe nicht abgeschnitten wird, da Sie die Ofenrohre dann nicht mehr sicher miteinander verbinden können. Wie bei allem, was Sie bei Kaminen und Öfen als handwerklich begabter Heimwerkerkönig selbst erledigen können gilt auch hier größte Sorgfalt und Genauigkeit! Denn es kommt nicht darauf an, dass die Aufgabe erledigt wird, sondern dass sie gut ausgeführt wird. Machen Sie sich dabei immer deutlich, dass es um Ihre und die Sicherheit Ihrer Familie geht. Gerade bei Ofenrohren können wir das gar nicht oft genug betonen. Denn am Ende kommt es darauf an, dass die Konstruktion dicht und sicher ist.
Einwandiges Ofenrohr richtig kürzen: so geht’s
Wenn Sie Ihre Ofenrohre vom Schwedenofen selbst verlegen möchten, die vorhandene Installation austauschen wollen oder einen Kaminofen Feinstaubfilter zwischen den Ofenrohren installieren möchten, dann kommt es manchmal vor, dass die Standardgrößen nicht passen: entweder zu groß oder zu klein sind. In diesem Fall kaufen Sie sich am besten ein Stück Ofenrohr, welches etwas zu lang ist und schneiden es dann auf die entsprechende Länge zurecht. Doch was spielt beim Kürzen des Elements alles eine Rolle? Beim Kürzen des Ofenrohrs ist nicht nur die Konstruktion (doppelwandig oder einwandig), sondern auch das verwendete Material, der Einsatzort, die Anschlusstechnik, Lackierungen sowie Dämmungen von Belang.
Ofenrohre richtig kürzen Schritt 1: das Ausmessen

Idealerweise können Sie sich mit einem Bleistift von außen eine Markierung an der Stelle an der die Kürzung vorgenommen werden soll setzen – der geübte Handwerker macht das zum Beispiel mit einem Zollstock. Achten sie dabei bitte darauf, dass Sie die richtige Seite zur Abtrennung vorsehen. Die eingezogene Steckverbindung, die zum Zusammenstecken mit anderen Ofenrohren benötigt wird, darf natürlich nicht abgetrennt werden.
Ofenrohre richtig kürzen Schritt 2: das Abtrennen

Für einen besseren Halt bei ungeübteren Händen empfiehlt es sich, das Rohr mit der Flex lediglich an gewünschter Stelle anzuschneiden und den finalen Abschnitt mit einer Stichsäge durchzuführen. Hier haben Sie den Vorteil, dass Sie mit der Stichsäge dank der Führungsplatte eine gerade Linienführung haben und somit eine gerade Schnittkante leichter umzusetzen ist.
Doppelwandige Ofenrohre richtig kürzen: so geht’s
Neben den einwandigen Ofenrohren gibt es natürlich auch doppelwandige Ofenrohre. Diese bestehen im Prinzip aus zwei ineinandergesteckten Ofenrohren, welche dazwischen meistens mit Steinwolle als Dämmmaterial gefüllt sind. Diese Rauchrohre lassen sich aber auch, mit einem geringfügigen Mehraufwand, selber kürzen.
Wie auch bei den einwandigen Ofenrohren werden die Rohrelemente zuerst ausgemessen und die Schnittstelle, mithilfe eines Bleistiftes, markiert. Im nächsten Arbeitsschritt wird mit der Flex das Außen- sowie das Innenrohr abgetrennt. Das Dämmmaterial kann dann mit einem Schaber oder ähnlichem herausgearbeitet werden. Hier müssen Sie darauf achten, dass die Steinwolle wegen der Steckverbindung nicht mit der Schnittkante bündig ist.
Welche Teile benötige ich, um das Ofenrohr richtig zusammenzustecken?

Alles hat einen Anfang
Den Grundstein zur Ableitung der Verbrennungsgase legt bereits Ihr Kaminofen. Dieser verfügt nicht nur über eine Öffnung und Weiterleitung zum Edelstahlschornstein, sondern auch über einen sogenannten Rauchfang. Es handelt sich hierbei um eine trichterförmige Wölbung oberhalb des Brennraumes, in deren Mitte sich ein kleines Loch befindet – dadurch gelangen die bei der Verbrennung entstehenden Abgase aus dem Ofen. An diesem Rauchfang schließt sich das Ofenrohr an. Wenn Ihr Kaminofen dabei hinten oder seitlich angeschlossen werden soll, beginnt das Rauchrohr mit einem sogenannten T-Stück, welches zusätzlich über eine Reinigungsöffnung an der Unterseite verfügt und mit einem Längenelement zusammengesteckt wird.
Nicht Kompatibel?

Auch die Reduzierungen verfügen wie die gewöhnlichen Längenelemente, über eine eingezogene Steckverbindung, sodass diese simpel mit dem anderen Rohr verbunden werden kann. Das von Ihnen zusammengestellte Ofenrohrsystem endet schließlich im Wandfutter, welches den Anschluss an den Schornstein ermöglicht.
Wie kann ich die einzelnen Ofenrohr-Elemente richtig verbinden?
Es gibt grundsätzlich zwei Möglichkeiten Ofenrohr-Elemente miteinander zu verbinden:
- Die Muffe verläuft gegen die Abgasrichtung. Es handelt sich hierbei um die strömungstechnisch günstige Variante, oder
- Oder genau umgekehrt bei der kondensattechnisch günstigen Variante
Bei Holz- und Pelletöfen greift man immer auf die strömungstechnisch günstige Variante zurück, denn die Verbrennungsgase strömen dabei schneller und es fällt nur eine geringe Feuchtigkeit im Rohr an. Für die Befeuerung mit Gas greift man hingegen eher auf die zweite Variante zurück.
Das richtige Verbinden der Elemente
Jedes Ofenrohr-Element verfügt über eine einseitig eingezogene Steckverbindung, dank welcher Sie die einzelnen Teile leicht miteinander verbinden können. Trotzdem gibt es beim Zusammenstecken Ihres Ofenrohr-Systems verschiedene Dinge zu beachten:
Das Ofenrohr sollte eine Maximallänge von drei Metern nicht überschreiten. Damit Ofenrohr und Schornstein miteinander harmonieren und einen optimalen Kaminzug gewährleisten können, sollten diese im Verhältnis 4:1 aufgebaut sein. Dies bedeutet, dass bei einem 1 m langem Ofenrohr der Schornstein 4 m lang sein sollte.
- Beachten Sie beim Verbinden, dass die gesteckte Länge kürzer ist, als die Gesamtlänge der Rohre, da sich die Rohre an der Steckverbindung ineinanderschieben.
- In Ihrem Ofenrohr sollten nicht mehr als drei Bögen integriert sein. Da mit jedem Bogen die Abgase langsamer abziehen und somit die Möglichkeit gegeben ist, noch vor dem Erreichen des Schornsteins zu stark auszukühlen und zu kondensieren.
- Auch mit dem Ofenrohr müssen Sie Abstände zu brennbaren Materialien einhalten, auf welche der Schornsteinfeger bei seinem Abnahmebesuch besonderen Wert legt. Je nach Qualität des Ofenrohrs beträgt diese zwischen 20 und 60 cm zu brennbaren Materialien.
- Das Wandfutter ist ein wesentliches Element, um vom Rauchrohr in den Schornstein überzuleiten.
- Die Rauchrohre müssen immer leicht schräg montiert werden. Eine Faustregel besagt eine Steigung von 2 cm pro Meter Ofenrohr. Eine waagerechte Konstruktion des Ofenrohrs könnte den Effekt des Kaminzugs beeinflussen und einen Rückstau verursachen.
Es sind kleine Lücken entstanden und es qualmt – was kann ich dagegen tun?

Es könnte Ihnen aber auch passieren, dass Sie die Lücke erst entdecken, wenn Qualm beziehungsweise Gase austreten. Dann ist es absolut notwendig die Lücken der Ofenrohre richtig abzudichten, wobei Sie durch die Wärme der Abgase nur feuerfeste Materialien verwenden können. Hierbei stehen Ihnen zum Beispiel Dämmwolle, aber auch feuerfestes Silikon oder Dichtschnüre, die sonst auch bei Kaminofentüren verwendet werden, zur Auswahl.
Wenn Ihr Kaminofen beispielsweise zum ersten Mal mit neuen Ofenrohren verwendet wird kann es ebenfalls zu einer Bildung von Qualm kommen. Die Rohre sind zumeist mit einer hitzebeständigen Senothermlack-Beschichtung versehen, die sich beim ersten Anheizen einbrennt. Wenn sich der Qualm aus Rohrverbindungsstellen drückt könnte dies aber auch darauf hindeuten, dass ein Problem mit dem Schornsteinzug besteht – wie zum Beispiel bei bestimmten Wetterlagen oder durch mangelnde Belüftung.
Ein Klacks: eventuelle Lackschäden ausbessern


Das Ofenrohr sollte eine Maximallänge von drei Metern nicht überschreiten. Damit Ofenrohr und Schornstein miteinander harmonieren und einen optimalen