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11 Fakten über Holzkohle: Von Menschheitsgeschichte und Chemie beim Holz

Holzkohle ist weitaus mehr als ein Brennstoff für den Holzkohlegrill. Die Holzbröckchen sind historisch mindestens so interessant wie industriell und haben eine ganz schön lange und weitreichende Geschichte auf sich. Wir stellen Ihnen den Brennstoff Holzkohle mal aus einer ganz anderen Perspektive vor – mit diesen Fakten glänzen Sie nicht nur am Grillkamin, sondern auch beim Smalltalk auf der nächsten Sommer-Party!

Holzkohle Fakten

  1. Holzkohle entsteht bei der Verschwelung von Holz – ein Vorgang unter hochgradigem Luftabschluss. Holz wird unter dem Luftabschluss und ohne Sauerstoffzufuhr auf 275 Grad erhitzt, was auch Pyrolyse genannt wird. Von selbst steigt die Temperatur dabei auf 350-400 °C, wobei sich die leichtflüchtigen Holzbestandteile lösen. Dadurch wird das Holz in einen weiterhin brennbaren Stoff umgewandelt, der aber mikrobiell nicht weiter zersetzt werden kann. Der Kohlenstoffgehalt von Holzkohle liegt bei 80-90% und übersteigt den Heizwert von Brennholz um ein Vielfaches.Grill-Feuer-Ambiente
  2. Da die ältesten gefundenen Feuerstellen von Menschen in Kenia und Südafrika ein Alter von rund 1,5 Millionen Jahren aufweisen, geht man davon aus, dass sie zu dieser Zeit die Holzkohle entdeckt worden ist – „erfunden“ wurde der Brennstoff also im eigentlichen Sinne nicht.
  3. Der Gebrauchswert der Holzkohle ist seit ungefähr 10.000 Jahren bekannt.Holzkohle-Meiler
  4. Seit rund 3000 Jahren und bis ins 20. Jahrhundert wurde die Holzkohle von einem Köhler hergestellt, der Holz bewusst zur Verschwelung geführt hat. Der Köhler hat dazu einen halbkugeligen Ofen, den Meiler, aufgebaut und betrieben. Dazu wird Holz, meist aus Buche, aufgeschichtet und mit Gras, Moos und Lehm bedeckt und beschichtet, sodass der Ofen luftdicht wird. Dann entzündet der Köhler den Meiler, sodass dem Holz beim Verglimmen die Feuchtigkeit entzogen wird. Die dabei entstehenden gasförmigen Reaktionsprodukte verbrennen – übrig bleibt nur das Kohlenstoffgerüst, alle anderen Inhaltsstoffe sind entwichen.Abgefüllte-Holzkohle-im-Korb
  5. 98% der in Deutschland erhältlichen Holzkohle wird importiert – der Beruf des Köhlers ist nur noch vereinzelt im Harz und Frankenwald vorhanden, ansonsten ist der Köhlerberuf europaweit ausgestorben. Die hier erhältliche Holzkohle stammt meist aus Billiglohnländern und wird industriell hergestellt. Achten Sie auf eine Zertifizierung – andernfalls ist davon auszugehen, dass wertvoller Urwald für billige Holzkohle gerodet wurde.
  6. Da durch den Herstellungsprozess alle brennbaren Gase aus dem Holz entzogen wurden, brennt die übrig gebliebene Holzkohle ohne sichtbare Flamme. Es kann kein Gas mehr austreten.Holzkohle-Verbrennung
  7. Bei der Verbrennung der Holzkohle verbindet sich diese mit Sauerstoff und wird zu Kohlenstoffdioxid – Sie löst sich also in einen gasförmigen Zustand auf.
  8. Früher wurde Holzkohle häufig in der Metallindustrie eingesetzt, beispielsweise beim Schmelzen von Eisen oder beim Schmieden. Die Eigenschaft, dass Holzkohle bei extrem hohen Temperaturen und einer dabei minimalen Flammentwicklung brennt, war für diese Bereiche von Vorteil.clinching-grilling
  9. Auch heute wird Holzkohle neben seiner unangefochtenen Bedeutung beim Grillen, zum Beispiel auf dem Kugelgrill, Outdoorküche oder Schwenkgrill noch für die Metallherstellung genutzt. In anderen Bereichen ist sie allerdings durch fossile Brennstoffe wie Erdöl oder Braunkohle ersetzt worden. Sie besitzt aber auch noch viele andere Verwendungszwecke: Zum Beispiel bei der Herstellung von Schwarzpulver, zum Entfuseln von Branntwein, als Wasserfilter, zum Konservieren und Desinfizieren, als Zahnpulver, Poliermittel und Zeichenkohle.
  10. Durch enthaltene Minerale eignet sich Grillasche dosiert als Dünger im Garten, da die basische Asche sauren Boden beeinflussen kann. Allerdings sollte die Asche immer erst erkalten und sonst im Restmüll entsorgt werden.Streichholz-Nahaufnahme
  11. Da Holzkohle recht hohe Temperaturen zum Brennen benötigt und eine relativ große Oberfläche hat, lässt sie sich nicht einfach mit einem Streichholz anzünden – dieses ist zu schnell verglüht, als dass die Holzkohle die zum Brennen benötigte Temperatur erreicht. Daher ist eine Anzündhilfe (z.B. Kaminanzünder)als „Mittler“ oder die Zuhilfenahme von Heißluftföhns für ein schnelles Brennen notwendig.