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Ein brennender Holzscheit in einem Schwedenofen von AA-Kaminwelt

Richtiges Heizen mit Holz

Erneuerbare Energien sind seit vielen Jahren bereits ein wichtiges Thema, wenn es darum geht gewissenhaft und umweltfreundlich Energie für unsere Bedürfnisse zu nutzen.
Feuerstätten, beispielsweise der Ofen, sind in den vergangenen Jahren immer bedeutender für die Energie-, bzw. Wärmegewinnung geworden, da Sie zum einen von der klimaneutralen Nutzung von Holz profitieren und zum anderen eine deutlich kostengünstigere Variante zu fossilen Brennstoffen darstellen.
Der natürliche Rohstoff Holz gehört zu den nachwachsenden Ressourcen und bietet für uns alle eine besondere Möglichkeit der klimaneutralen Nutzung. Klimaneutral bedeutet, dass bei der Verbrennung des Holzes eines Baumes nur so viel CO2 entsteht, wie der Baum während seines Wachstums aufgenommen hat.
Allerdings entstehen bei der Verbrennung von Holz Feinstaubpartikel, die zwar durch moderne Verbrennungstechniken moderner Kaminöfen in einem erwähnenswerten Maße reduziert werden, aber dennoch zur Reduktion unser Zutun bedürfen.
Wir können einen erheblichen Beitrag zur Reduktion dieser Feinstaubpartikel leisten, indem wir eine Feuerstätte „richtig“ befeuern.
Das „richtige Heizen“ ist enorm wichtig für eine umweltgerechte Nutzung von Kaminöfen, darum haben wir Ihnen alle wichtigen Fakten dazu zusammengetragen.

Man unterscheidet bei den zugelassenen Brennstoffen nach der deutschen BImSchV (Bundesimmissionsschutzverordnung) in der Regel zwischen Scheitholz (naturbelassenes Stückholz) und den so genannten Holzkohlebriketts sowie Pellets, welche aus naturbelassenem Holz gepresst werden.
Vor der Nutzung der verschiedenen Brennstoffe ist unbedingt darauf zu achten, welche der Heizstoffe für Ihren Ofentyp geeignet und zugelassen sind.

Bevor Sie mit dem entsprechenden Brennstoff Heizen können, beschaffen Sie Ihr Holz oder Ihre Pellets von einem, Ihnen vertrauten Händler. Beim Kauf werden Sie dabei auf verschiedene Maßeinheiten treffen.
So unterscheidet man allein bei Scheitholz (Stückholz) zwischen Festmeter, Raummeter und Schüttraummeter.

Naturbelassene Holzscheite liegen gestapelt übereinander

Scheitholz (naturbelassenes Stückholz): Der Klassiker unter den zugelassenen Brennstoffen fürs Heizen

Die Maßeinheit Festmeter (Fm)

Ein Festmeter ist ein Kubikmeter Holz ohne jegliche Hohlräume zwischen den Scheithölzern. Ein Festmeter ist dabei ein Kubikmeter, d.h. ein Würfel mit Außenkanten von jeweils

einem Meter.

Die Maßeinheit Raummeter (Rm)

Beim Raummeter spricht man von lose aufgestapeltes Holz, zwischen dem sich Hohlräume befinden.
Darum ist Aufmerksamkeit bei der Maßangabe der Händler geboten, da erhebliche Mengenunterschiede zwischen einem Fest- und einem Raummeter entstehen.
Für eine bessere Vergleichbarkeit beim Preis gibt es entsprechende Umrechnungsfaktoren. So wissen Sie immer genau was Sie für das Holz bezahlen.

Die Maßeinheit Schüttraummeter (Srm)

Hier handelt es sich nicht wie beim Raummeter um lose gestapeltes Holz, sondern lediglich um lose geschüttetes Holz. Hier ist zu beachten, dass noch mehr Hohlräume entstehen und ein Kubikmeter in dieser Maßeinheit im Vergleich zu den anderen beiden am wenigsten Holz enthält.
Auch hierfür gibt es einen geeigneten Umrechnungsfaktor, damit Sie die Preise stets richtig vergleichen können.

Nach dem Kauf, stellt sich die Frage nach der richtigen Lagerung des Holzes, denn der Feuchtigkeitsgehalt ist später bei der Verbrennung maßgeblich für die Qualität der Verbrennung, d.h. dessen Effizienz und Schadstoffemission.
So darf ein Holz niemals zu nass, aber auch niemals zu trocken für eine hochqualitative Verbrennung sein. Ein Wassergehalt von 15 bis 20 Prozent im Holz ist ideal. Um diese Werte zu erreichen, ist es wichtig, dass das Holz trocken und geschützt gelagert wird. Für die Feststellung des Feuchtegehalts können Sie im Handel kostengünstig geeignete Messgeräte erwerben.
Frisches Holz sollte an seinem geschützten Lagerort ein bis zwei Jahre verweilen, bevor es zum Befeuern eines Ofens genutzt wird. Beim der richtigen Lagerung ist darauf zu achten, dass die Holzscheite so gestapelt werden, dass die Zwischenräume mit Luft durchströmt werden können. Auch sollte das gelagerte Holz niemals direkten Bodenkontakt haben.
Hat Ihr Holz den gewünschten Feuchtegehalt erreicht und Sie möchten es nun für eine Verbrennung nutzen, dann achten Sie nun nur noch darauf ob sich ggf. Verunreinigungen am Holz, bspw. Erde oder Moos, befinden. Diese müssen vor der Verbrennung entfernt werden.

Beim Transport von Pelletsäcken und deren Lagerung ist zu beachten, dass diese stauben können. Seien Sie daher vorsichtig bei der Hantierung der Säcke. Die Lagerung sollte analog zum Scheitholz erfolgen, was heißt, dass die Säcke trocken und geschützt gelagert werden müssen.

Wichtig ist, dass Sie stets nur die zugelassenen Brennstoffe verwenden. Diese garantieren eine saubere und umweltgerechte Verbrennung. Andere Stoffe emittieren sehr viele Schadstoffe und sind daher keines falls zugelassen. Neben den negativen Umweltfolgen, schädigen nicht zugelassene Brennstoffe Ihren Ofen und die gesamte Schornsteinanlage.
Dazu gehören: behandelte Hölzer (gestrichen oder mit Klebstoffen versehen), Rindenbriketts sowie Kunstoffe und Abfälle jeder Art.

Sind alle Fakten zum Holz geklärt, stellt sich nun die Frage zwischen welchen Feuerstätten man hauptsächlich unterscheidet.
Zu den gängigsten Feuerstätten gehören Kaminöfen, Kachelöfen, Grundöfen, Specksteinöfen, Herde und Pelletöfen.

Im Folgenden gehen wir etwas näher auf die gängigsten Feuerstätten ein.

Der Kaminofen

Kaminofen steht in einem schön eingerichteten Wohnzimmer als Wärmespender an der Wand

Der Kaminofen: ausgelegt auf Flachfeuerung

Der Kamin besteht aus einer metallischen Grundkonstruktion und wird mit den verschiedensten Materialien für optische, aber auch funktionale Zwecke verkleidet. Dazu gehören emailliertes Metall oder lackiertes Metall, Naturstein, Keramik, oder Kacheln. So haben Naturstein-, oder Kachelverkleidungen neben Ihrer Aufgabe als Stilelement auch die Aufgabe der Speicherung von Wärme, die bei der aktiven Verbrennung entsteht. Diese gespeicherte Wärme geben diese besonderen Verkleidungen meist noch über Stunden nach Erlöschen des Feuers an den Wohnraum ab und tragen so enorm zur Effizienz der Kaminöfen bei.
Der Feuerraum eines Kamins ist meist mit Schamottsteinen oder Vermiculie Platten ausgekleidet und teilweise mit einem Ofenrost versehen.
Die Wärmeverteilung am Kaminofen geschieht größtenteils durch die natürliche Konvektion, aber auch, in geringerem Maße, durch Wärmestrahlung.
Dieser Ofentyp ist für eine Flachfeuerung ausgelegt, was bedeutet, dass das Scheitholz auf die vorhandene Glut aufgelegt wird.
In der Regel dauert jeder Abbrand des aufgelegten Scheitholzes 30 bis 45 Minuten. In diesem Intervall muss wiederkehrend Holz aufgelegt werden.

Der Kachelofen

Kachelofen vor einer Wohnwand

Der Kachelofen: ausgelegt zu Füllfeuerung

Auch der Kachelofen ist wie der Speicherofen in seiner Grundstruktur metallisch. Allerdings ist dem Kachelofen ein Wärmetauscher zusätzlich nachgeschaltet. Die Heizkammer wird handwerklich mit mineralischen Baustoffen, meist Kacheln, verkleidet.
Der Feuerraum ist dem des Kaminofens sehr ähnlich und auch mit einer mineralischen Auskleidung versehen. Auch hier kommt eine Flachfeuerung, oder im Unterschied zum Kamin mit Kamineinsatz, eine Füllfeuerung zum Einsatz. Bei der Füllfeuerung wird nicht nur wie bei der Flachfeuerung ein Scheitholz auf die Glut gelegt, sondern gleich eine größere Menge. Daher ergibt sich eine Abbranddauer von bis zu 100 Minuten. Auch beim Kachelofen wird der Raum größtenteils per natürlicher Konvektion, aber auch per Wärmestrahlung versorgt. Eine Besonderheit des Kachelofens ist, dass die heiße Abluft, die auf dem Weg über das Ofenrohr zum Schornstein oder Edelstahlschornstein ist, an einer Wärmespeichermasse vorbei geleitet wird, um den gleichen Effekt, wie bei den Natursteinverkleidungen der Kaminöfen zu erhalten.

Der Heizkamin

Ein Heizkamin als Wärmequelle in einem eingerichteten Wohnbereich

Der Heizkamin mit Flachfeuerung

Vom Aufbau her vergleichbar mit dem Kachelofen. Allerdings verfügt der Heizkamin über eine Sichtscheibe und keinem nachgeschalteten Wärmetauscher.
Die Funktionsweise, die Bedienbarkeit und die Wärmeabgabe erfolgt analog zum Kaminofen.

Der Herd

lilafarbender Herd in einer Küche neben einer Arbeitsplatte

Herd zum Heizen oder Herd zum Kochen und Backen

Man unterscheidet grundlegend den klassischen Holzherd oder Küchenofen zum Kochen und Backen, welcher als günstigen Nebeneffekt gleichzeitig den Raum in dem er steht beheizt und dem Heizungsherd, welcher gezielt einen Teil der Wärme durch einen Wasserwärmetauscher in das Heizungssystem einspeist. In diesen Herden befinden sich höhenverstellbare Roste, die in je nach eingestellter Höhe Wärme erzeugen.

Der Pelletofen

Pelletofen in einem Flur mit Blick auf eine Winterlandschaft

Der Pelletofen mit Vorratsspeicher für Pellets

Der Pelletofen besitzt einen Vorratsbehälter in dem die Holzpellets für die Verbrennung eingefüllt werden. Das Besondere am Pelletofen ist, dass sich das System je nach gewünschter und eingestellter Leistung die Pellets automatisch für die Verbrennung zuführt und selbstständig entzündet. Sie können diesen Ofentyp über einen breiten und von Ihnen individuell einstellbaren Leistungsbereich verwenden. Besonders komfortabel ist dieser Ofentyp, da eine Füllung des Vorratsbehälters mit Pellets über Tage ausreichen kann.

Beim Kauf einer geeigneten Feuerstätte sollten Sie einen Ofentyp wählen, der Ihren Bedürfnissen und Anforderungen entspricht. Dabei stellen sich die Fragen: Wie häufig und lange möchte ich diese Feuerstätte betreiben? Welche Funktionen soll meine Feuerstätte vielleicht außer der Wärmeerzeugung in einem Wohnraum übernehmen? Sollen mehrere Räume beheizt oder sogar Ihre Warmwasserbereitung des Hauses unterstützt werden? Erfüllt der Pelletofen wasserführend alle gesetzlichen Bestimmungen bzgl. Schadstoffemissionen? Welches Design gefällt mir und passt zu meinem Wohnambiente?
Sprechen Sie für all Ihre Ansprüche, Wünsche und Fragen unser Expertenteam von AA-Kaminwelt an und finden Sie gemeinsam Ihre individuelle Lösung für Ihr Zuhause.

Wie heizt man nun „richtig“? Vom Anzünden, dem Brand, bis hin zur Asche.

Das Feuer in einem Kamin oder Kaminbausatz zu entfachen ist nicht schwer, aber dabei bleibt es nicht, wenn man effizient, sauber und umweltverträglich heizen möchte.
Es gibt zahlreiche Stellhebel, um die unvermeidlichen Emissionen(in denen sich Kohlenstoffmonoxid, Schwefeldioxid usw. befinden) auf ein Minimum zu reduzieren.

Das Anzünden:

Dabei unterscheidet man grundlegend zwischen dem Anzünden von „oben“ und dem Anzünden von „unten“. Verfügt Ihr Kaminofen über einen Rost, so empfiehlt sich das Anzünden von „unten“, andernfalls sollten Sie von oben vorgehen.
Zu aller erst benötigen Sie egal für welche Variante des Anzündens ein geeigneten Zündstoff, wie Zündwürfel, Zündwolle, Anzündhölzer (fingerdick) oder andere im Handel erhältliche Anzündmittel und Holzscheite mit einem Umfang von ca. 20 cm. Bitte nutzen Sie beim entzünden keine ungeeigneten Anzündhilfen wie Spiritus oder ähnliches, da diese durch mögliche Verpuffungen besonders gefährlich sind.
Vor jedem neuen Entzünden Ihres Ofens sollten Sie immer den Feuerraum von alten Rückständen und Asche befreien, damit eine neue Befeuerung in höchster Qualität stattfinden kann.

Beim Anzünden von „oben“ sollten Sie etwa drei Holzscheite mit kleinem Abstand und den Spaltkanten nach oben nebeneinander legen. Kleinere Anzündhölzer verteilen Sie einfach ungeordnet auf den Holzscheiten und platzieren dazwischen die Anzündhilfe. Nun brauchen Sie noch eine große Menge Frischluft, um das Feuer in der Anfangsphase richtig zu entfachen. Stellen Sie dazu die Verbrennungsluftzufuhr Ihres Ofens auf maximal und achten Sie darauf, dass das eventuelle Drosselklappen und Absperrschieber geöffnet sind. Entzünden Sie nun die Anzündhilfe und schließen Sie die Feuertür. Nun kann sich das Feuer wie gewünscht entwickeln.

Beim Anzünden von „unten“ ist der Aufbau im Prinzip in umgekehrter Art vorzunehmen. Dabei kommen der Kaminanzünder und die Anzündhölzer als erstes auf den Kaminrost und die zwei bis drei Holzscheite darauf. Entzünden Sie nun analog zum Anzünden von „oben“ das Feuer und stellen Sie die Luftzufuhr, Drosselklappen usw. wie oben beschrieben ein.

Der Heizbetrieb:

Nun erfolgt der eigentliche Heizbetrieb. Wenn die Flammen jetzt das gesamte Brandgut erreicht haben, ist es an der Zeit die Luftzufuhr zu drosseln. Nun befindet sich Ihr Ofen in der aktiven Brennphase. Wenn die Holzscheite so weit heruntergebrannt sind, dass nur noch Glut und kleinere Flammen zu sehen sind, ist nun der ideale Moment gekommen, indem Sie neues Scheitholz behutsam nachlegen können, um den Betrieb des Ofens aufrecht zu erhalten. Öffnen Sie dazu langsam die Feuertür, führen Sie vorsichtig die Glut zu einem kompakten Glutbett zusammen und legen Sie ein Holzscheit mit den Spaltkanten nach unten nach. Wenn Sie möchten ist jetzt auch der ideale Einsatz für Holzkohlebriketts gekommen.
Erhöhen Sie jetzt wieder die Luftzufuhr, um das Feuer wieder schnellstmöglich zu entfachen und drosseln Sie diese wieder, wie in der ersten Phase.
Wiederholen Sie diese Phasen je nach Heizbedarf.

Ende des Heizbetriebes:

Wenn Sie den Heizbetrieb beenden möchten, legen Sie keinen neuen Brennstoff mehr nach. Wenn danach die Restglut erloschen ist, schließen Sie die Luftzufuhr vollständig.
Entfernen Sie die Asche aus dem Feuerraum. Achtung, füllen Sie die Brandreste in einem metallischen Eimer mit Deckel und lagern Sie diese Reste dort zwischen, um eine Brandgefahr zu vermeiden. Auch wenn nicht ersichtlich, kann sich noch glühendes Material in der Asche befinden.
Diese beschriebenen Schritte helfen Ihnen, eine einwandfreie und saubere Verbrennung zu erreichen. Bitte beachten Sie aber dennoch die Betriebsanleitung Ihres Ofens, da sich die Einzelheiten bei der Befeuerung wegen technischer Besonderheiten unterscheiden können.