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Es gibt ja viele verschiedene Arten von Kaminöfen, mit denen man sein Haus beheizen kann – aber heute wollen wir uns eine ganz besondere Art anschauen: den Hypokaustenofen. Die Idee dazu reicht bis ins antike Rom zurück. Inwiefern die Jahrtausende alte Technik auch noch heute angewendet werden kann – das lesen Sie in diesem Beitrag.

Die Hypokauste war die erste Fußbodenheizung der Welt

antiker-hypokaustenofen

Es ist allgemein bekannt, dass die Römer öffentliche Bäder hatten. Diese wurden mit gigantischen Öfen beheizt, welche wir als Hypokauste kennen. Stellen Sie sich ein ganzes Untergeschoss mit vielen Feuerstätten vor, welches 24 Stunden am Tag befeuert wird. Die heißen Abgase werden über einen Schacht nach oben geleitet und dabei passieren Sie den Fußboden des Bades und auch die Wände. Dabei werden massive Wärmespeicher aus Stein und Kacheln erwärmt, die dann wiederum die Räume des Bades erhitzen. Natürlich war diese Form der Beheizung nicht gerade effizient. Archäologische Funde belegen, dass die Römer ganze Wälder in Europa für Brennholz geschlagen haben, um ihre Bäder zu erwärmen.

Der Begriff Hypokaustenofen bedeutet übersetzt so viel wie „darunter verbrennen“ oder „darunter anzünden“. Und genau das ist das Prinzip, welches bei den modernen Varianten immer noch genutzt wird.

 

Wie sieht ein Hypokaustenofen heutzutage aus?

Kachelofen

Natürlich hat sich seit den Tagen der römischen Antike einiges bei dieser Art der Beheizung geändert. Nur das zugrunde liegende Prinzip ist noch erhalten geblieben. Von der Sache her besitzt ein Hypokaustenofen große Ähnlichkeiten mit einem Kachelofen beziehungsweise einem Grundofen. Es gibt jedoch einen entscheidenden Unterschied: Normalerweise würde ein Teil der Wärme entweder als Warmluft oder in Form von Wärmestrahlung über den Kachelofeneinsatz an den Raum abgegeben werden. Das ist bei modernen Hypokaustenöfen nicht so: Neben der üblichen Zufuhr und Abfuhr von Verbrennungsluft besitzen sie noch einen weiteren geschlossenen Luftkreislauf. Dieser zirkuliert ausschließlich innerhalb des Ofens und dient der Erwärmung der Ofenkacheln oder des Wärmespeichers. Dafür gibt es ein System aus Luftkanälen, die entweder nach dem Schwerkraftprinzip arbeiten oder auch mit einem Gebläse unterstütz werden können. Die erwärmten Kacheln geben dann nach einiger Zeit die Wärme an die Umgebung ab.

Interessant ist bei einem Hypokaustenofen außerdem, dass die moderne Variante immer noch im unteren Bereich eines Hauses – zum Beispiel im Keller eingebaut wird. Die Wärme steigt dann nach oben und verteilt sich über eine große Oberfläche. Dadurch ist die gesamte Heiztemperatur zwar niedriger, als es bei einem Kamin mit seinem Kamineinsatz der Fall wäre, die abgegebene Wärme fühlt sich aber sehr angenehm an. Im beheizten Raum selbst findet kaum Luftzirkulation statt und dadurch fühlen wir uns besonders wohl.

 

Bildquellen:

Hypokaustum in Bath (UK) retouched.jpg: Author: Heinz-Josef Lücking: https://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Hypokaustum_in_Bath_(UK)_retouched.jpg

Römisches bad beirut.JPG: Author Gregor Rom, Wikimedia Commons: https://de.wikipedia.org/wiki/R%C3%B6misches_Bad_(Beirut)