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Die Nennleistung: Was ist das?

Viele Kamininteressierte, Käufer und Kunden orientieren sich bei ihren Öfen als erstes an der Nennwärmeleistung. Doch was ist das überhaupt? Die Nennwertleistung ist die Heizleistung, die bei der Typenprüfung nach EN 13 240 ermittelt wurde. Somit ist es sich nicht die tatsächliche Leistung des Ofens, sondern um die Leistung, die bei der Prüfung für den Ofen als Leistung genannt wurde. Welche Konsequenzen das für Ihren Kaminkauf hat – das erfahren Sie im folgenden Beitrag: Jetzt lesen!

Nennwärmeleistung, tatsächliche Leistung & Leistungsbereich: Was ist da der Unterschied?

Nennwärmeleistung-für-Ofen

Bei der Typenprüfung werden fünf Prüfbrände durchgeführt, aus denen die Emissionen und Abgase sowie die Wirkungsgrade des zu prüfenden Ofens ermittelt werden. Die Nennleistung ist nicht die mögliche Leistung des Ofens – dafür gibt der Hersteller den Leistungsbereich mit der minimalen und maximalen Heizleistung an.

Die Nennleistung wurde im Test im Dauereinsatz erbracht und daher auch als „Normalheizleistung“ bezeichnet. Auch für den Schornsteinfeger spielt die Nennwärmeleistung eine wichtige Rolle. Sie ist hierbei Bestandteil der feuerungstechnischen Prüfung. Es sind oftmals die Verbraucher, die unter der Nennwärmeleistung fälschlicherweise die maximale Heizleistung verstehen, dabei ist diese oft ein wenig höher und sollte auch nicht unnötig überschritten werden.

Aus diesem Grund kaufen viele Interessenten Kamine oder Pelletöfen mit einer höheren Leistung, sprich: kW-Zahl. Diese Öfen sind dann oft zu groß für den Wohnraum und führen zu stauender Hitze im Zimmer. So überhitzen die Aufstellräume und der Kaminofen muss reguliert beheizt werden – das war nicht der Sinn des Ofenkaufs, oder? Die Hersteller von Kaminöfen sind zur Angabe der Nennleistung jedoch verpflichtet. Diese findet der Verbraucher auf dem Typenschild und in der Bedienungsanleitung. Durch die Prüfung mit den fünf Prüfbränden dient die Nennwärmeleistung als normierte Angaben. Die Öfen unterschiedlicher Hersteller werden so vergleichbar. Je größer die Nennleistung, desto größer ist der Wärmebedarf, den der Kamin abdecken kann.

Ein Rechenbeispiel zur Nennleistung

die-richtige-Nennleistung-herausfinden

Aus der angegebenen Heizleistung wird ersichtlich, wie viel Wärme der Ofen erzeugen kann, wenn die vom Hersteller angegebene Menge an Brennholz dafür verwendet wird. Die Energiemenge von 1 kg Brennholz beträgt ungefähr 4kW – das sollte ein Ofenkäufer als Faustregel behalten. Wenn Sie einen Kamin mit 5kW und einem angegebenen (von der Typenprüfung berechneten) Wirkungsgrad von 83% haben, können Sie berechnen, wie viel Holz Sie benötigen, um auf die stündliche Nennleistung von 5kW zu kommen.

  • 1kg Brennholz x 5kW x 0.83 = 4,15 kW. Sie sehen, der berechnete Wert für genau 1 kg Brennholz ist kleiner, als die angegebene Nennwärmeleistung.
  • 2kg Brennholz x 5kW x 0,83 = 8,3 kW. Dieser Wert ist viel zu groß. Mit 2 kg Brennholz im Schwedenofen überhitzt ein 5kW-Gerät total.
  • 1,25 kg Brennholz x 5kW x 0,83 = 5,2 kW. Sie benötigen mit einem Kamin inklusiv Kamineinsatz mit einem Wirkungsgrad von 83% und einer Nennwärmeleistung demnach weniger als 1,25kg Brennholz pro Stunde, um die angegebene Energiemenge zu erzeugen.

Natürlich spielen auch äußere Bedingungen und die Isolierung eine Rolle, dennoch lässt sich grob aussagen, dass der beheizte Raum bis zu 130m3 groß sein kann, um ideal ausgeheizt zu werden – das entspricht bei einer Raumhöhe von standardmäßigen 2,40m einem Raum von 54m2. Wissen Sie noch, wie man diese Zahlen berechnet? Pro kW der Nennwärmeleistung sollte der Raum idealerweise 4m2 Platz aufweisen – das entspricht ca. 25m3 bei einer Raumhöhe von 2,40m.

Wurde eine Nennleistung und den Wirkungsgrad angegeben, können Sie mit der Energiemenge von Holz ohne Weiteres die Größe ausrechnen, die ein Wohnraum für den angegebenen Ofen oder Kaminbausatz aufweisen sollte. Rechnen Sie die Nennwärmeleistung x25 für den Rauminhalt und durch 2,40 (die normale Raumhöhe), für einen ungefähren Flächeninhalt. Die Nennwärmeleistung ermöglicht also über simple Dreisatzrechnung die Berechnung der Größe, die ein Wohnraum für eine bestimmte kW-Zahl eines Ofens aufbringen sollte.

 

Was kann ich aus dem Rechenbeispiel für mich gewinnen?

Speicherofen in unserer Ausstellung

Sie können aus Ihrem Grundriss und Ihrer Raumhöhe berechnen, welche Leistung Ihr Ofen wirklich erbringen sollte. So vermeiden Sie den Kauf eines Modells, welches viel zu stark heizt.

Bedenken Sie, dass die Nennwärmeleistung nicht die Maximalleistung des Ofens bedeutet: Dieser Wert liegt über der Nennwärmeleistung. Über die Berechnung zur Nennwärmeleistung können Sie so den Ofen finden, der ideal zu Ihnen passt. Sonst wird Heizen nicht mehr zur gemütlichen Alternative, sondern zur kostenintensiven Heimsauna. Berechnen Sie einfach Ihr Raumvolumen (Quadratmeter x Höhe) und teilen Sie die Zahl durch 25 – dieser Wert entspricht der Nennwärmeleistung Ihres zukünftigen idealen Ofens.