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Holzverbrennung: Was passiert da eigentlich?

Wenn Sie ein Feuer im Kaminofen entfachen, haben Sie nicht von der ersten Sekunde an Wärme, die sich im Wohnraum ausbreitet. Sie macht sich erst etwas später bemerkbar. Jedoch ist es durchaus interessant zu wissen, was bei der Holzverbrennung im Ofen genau passiert und wie sich das Brennholz, die Wärme und das Licht verhalten. Wir geben Ihnen hier einen kurzen Einblick in die drei Phasen der Holzverbrennung. So lernen Sie Ihren Kamin viel besser kennen und können auch Ihr Nachlege-Verhalten abschätzen und anpassen. Viel Spaß beim Lesen!

Holzverbrennung Phase 1: Die Trocknung

Holzverbrennung-Trocknung

Bei ca. 100-150 Grad Celcius beginnt die erste Phase der Holzverbrennung im Kamineinsatz. Es erhitzt sich das restliche, im Holz befindliche Wasser. Dabei verdampft es. Ist das Holz zu feucht (zwischen 20-25% Restfeuchte), hört man diesen Prozess auch deutlich durch Zischen. Außerdem muss für feuchteres Holz mehr Energie, also Hitze, aufgewendet werden, weswegen der Rauch dunkler erscheint. Brennholz sollte aus diesen Gründen immer gut durchgetrocknet sein und eine Restfeuchte von maximal ca. 20% besitzen. Wenn Sie zwei Holzscheite in den Händen wiegen, sind trockene Scheite immer leichter als feuchte. Außderdem geben sie beim zusammenschlagen einen hellen Klang von sich.

Phase 2: Die Entgasung

Holzverbrennung-Entgasung

Ab 150-550 Grad Celcius findet die sogenannte Pyrolyse im Kaminofen oder auch im Grundofen statt. Bei 160-180 Grad Celcius gehen flüchtige Holzbestandteile in den gasförmigen Zustand über. Stärker wird der Zersetzungsvorgang ab 250 Grad – die Reaktionen bei der Entgasung sind nun nicht mehr kontrollierbar. Bei ca. 600 Grad hat das im Ofen liegende Brennholz dann ca. 80-85% seiner Masse verloren. Diese Masse hatte die Form von Wasser, CO2 und brennbaren gasförmigen Stoffen.

Holzverbrennung-Oxidation

Diese Phase der Holzverbrennung läuft recht unkontrollierbar ab: Das ist auch der Grund, warum die Verbrennung nicht über eine Luftdrosselung reguliert werden kann. Der größte Teil des Heizwertes des Brennholzes wird in der Phase der Entgasung freigesetzt, nämlich rund 70%. Dabei sind die Flammen besonders hell, lodernd und kräftig. Chemisch gesehen entsteht eine gasförmige Verbindung aus Kohlenstoffmonoxid, Wasserstoff und organischen Verbindungen. Bei ca. 800 Grad oxidieren die verbliebenen 14% an Masse des Holzes. Die Luftzufuhr sollte in dieser Holzvergrennung-Phase unbedingt erhalten bleiben, da bei einer Drosselung ein Gas mit Teer und Ruß entsteht, welches leider sehr schadstoffreich und geruchsintensiv ist. Riechen Sie Rauch, ist dies als Zeichen zu werten, die Luftzufuhr des Kamins zu erhöhen.

Phase 3: Die Oxidation

Holzverbrennung-Pyrolyse

Oxidation ist die Reaktion mit Sauerstoff. Im Kaminbausatz geschieht diese von 600-1300 Grad Celcius. Hier wird das im Holz befindliche brennbare Gas freigesetzt. Das sind die verbliebenen 30% der Wärmeenergie, die umgewandelt werden. Was nach der Oxidation übrig bleibt, ist die Asche. Diese besitzt ca. 0,5-1% der ursprünglichen Masse des Holzes. Asche besteht aus den nicht brennbaren Bestandteilen des Brennholzes, wie zum Beispiel Salzen. Die Oxidation kann auch noch in die

  • Brennphase (homogene Oxidation) und den
  • Ausbrand (heterogene Oxidation) unterschieden werden.

Wenn Sie einen Schwedenofen, Werkstattofen, Speicherofen oder einen Specksteinofen besitzen und öfter das Feuer beobachten, werden Sie sicherlich eine bildliche Vorstellung zu den drei Phasen der Holzverbrennung haben. Wir haben auch in den weiteren Beiträgen interessante und wichtige Fakten für Sie rund um’s Feuerholz, das richtige Anzünden von Kaminen und vieles mehr. Sorgen Sie stets für eine sichere Befeuerung Ihres Ofens!