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Dauerbrand und Zeitbrand: Das sind die Unterschiede bei beiden Ofentypen

Man könnte meinen, der Unterschied zwischen Dauerbrand und Zeitbrand wäre nur gering bis kaum vorhanden, schließlich scheinen beide Begriffe ja etwas Gleiches zu bezeichnen. Falsch! Die beiden Ofentypen des Dauerbrandofens und Zeitbrandofens unterscheiden sich – nicht zuletzt im Brennmaterial und Betrieb. Wir stellen beide Ofentypen gegenüber – damit Sie den für sich besten Ofen für Ihre Zwecke finden.

Dauerbrandofen – für die Verbrennung von Kohle optimiert

Dauerbrandofen

Dauerbrand bezeichnet nicht einen möglichen Betrieb rund um die Uhr – dies kann ein Zeitbrandofen nämlich auch. Öfen, bei denen eine solche, stetige Feuerung über 24 Stunden hinweg möglich ist, sind mit dem Begriff „Dauerbetrieb“ gekennzeichnet – das können nicht nur Dauerbrand- und Zeitbrandöfen.

Der Begriff Dauerbrandofen stammt aus den Prüfungsvorgaben für Kohleöfen. Hier geht es um die Dauer der Gluthaltung: der Dauerbrandofen muss bei einer Verbrennung von Kohle mit einer vorgegebenen Nennwärmeleistung mindestens für vier Stunden die Glut halten können – der Dauerbrand ist der Zeitraum der gehaltenen Nennwärmeleistung. Dauerbrandöfen eignen sich weniger für die Holzverbrennung, hier werden nicht die optimalen Verbrennungswerte erreicht.

Kamin

Der Feuerraum unterscheidet sich von einem Holzkamin. Beim Dauerbrandofen gibt es eine typische Gussmulde, die für das Nachrutschen und den Abbrand der Kohle optimal ausgeformt ist. Durch den Ofenrost muss von unten die Verbrennungsluft zugeführt werden, um einen stetigen Abbrand zu garantieren. Die ersten Dauerbrandöfen wurden übrigens in Irland produziert und seit dem Beginn des 20. Jahrhunderts auch in Deutschland gefertigt und genutzt. Die damaligen, häufig aus Eisen hergestellten Öfen waren um einiges dekorativer als heutige Dauerbrandöfen.

Der Zeitbrandofen: für Holz statt Kohle

Zeitbrandofen-mit-Holz

Zeitbrandöfen sind beinahe klassisch für die Verbrennung von Holz konzipiert. „Zeitbrand“ bezeichnet hierbei die Einhaltung der Prüfungskriterien für den Holzabbrand: der Zeitbrandofen muss für mindestens 45 Minuten die Glut bei Nennwärme halten.

Diese Öfen können auch mit Briketts, nicht aber mit Kohle befeuert werden

Zeitbrandöfen und Kaminöfen können ebenfalls 24 Stunden betrieben werden und müssen nicht auskühlen. Holz kann Wärme nicht so lang halten – hier muss häufiger nachgelegt werden, um den Betrieb und die Wärmeerzeugung aufrecht zu erhalten. Somit ist viel mehr Brennmaterial als beim Dauerbrandofen notwendig. Andererseits haben Zeitbrandöfen eine bessere Heizleistung. Zeitbrandöfen besitzen einen flachen Boden und keine Auffangmulde wie beim Dauerbrandofen. Jeder klassische Kaminofen, Schwedenofen, Speicherofen, Specksteinofen, Werkstattofen, Grundofen auch der Kamin mit seinem Kamineinsatz ist ein Zeitbrandofen. Meist ist der Brennraum hier wärmegedämmt und mit Vermiculiteplatten ausgestattet.

Welcher Ofen ist besser?

Dauerbrandofen-versus-Zeitbrandofen

Welchen Ofentypen Sie benötigen, hängt von Ihrem bevorzugten Brennmaterial ab. Ein Dauerbrandofen eignet sich für Kohle, kann aber auch mit Holz und Briketts befeuert werden – allerdings unter Einberechnung schlechterer Verbrennungswerte bei Holz. Ein klassischer Kaminofen oder Kaminbausatz – der Zeitbrandofen – eignet sich hervorragend für Holz und Briketts, besitzt aber keine Kohlezulassung.

Ein guter Zeitbrandofen kann ohne Probleme „dauernd“ betrieben werden, ohne auszukühlen. Zeitbrandöfen müssen in der Regel öfter bestückt werden als Dauerbrandöfen, sind dabei allerdings effizienter bei Holz. Wenn Sie sich für ein Modell mit zusätzlichen Speichersteinen, einer Verkleidung aus Naturstein oder für ein Pelletofen entscheiden, können Sie das Nachlegen hinauszögern. Dauerbrandöfen erfordern auch eine gewisse Übung in ihrer Bedienung. Die Vorteile der langen Nachlegeintervalle, die Tauglichkeit für große Häuser und die Kombinationsmöglichkeiten mit dem Zentralheizsystem sind jedoch bei Dauerbrandöfen für einige Hausbesitzer durchaus interessant.