Dauerbrand und Zeitbrand: Das sind die Unterschiede bei beiden Ofentypen
Jens TruogDer Unterschied zwischen Dauerbrand und einem Zeitbrand ist nicht so offensichtlich, wie es die beiden Wortbestandteile „Dauer“ und „Zeit“ vermuten lassen. Die beiden Ofentypen des Dauerbrandofens und Zeitbrandofens unterscheiden sich – nicht zuletzt im Brennmaterial und Betrieb. Beide Varianten sind für den Dauerbetrieb geeignet, nur auf die jeweilige Auslegung kommt es an. Wir stellen beide Ofentypen gegenüber, damit Sie den für sich besten Ofen für Ihre Zwecke finden.
Dauerbrandofen – Für die Verbrennung von Kohle optimiert
„Dauerbrand“ ist nicht einfach der Begriff für einen möglichen Betrieb rund um die Uhr – Dies kann ein Zeitbrandofen nämlich durchaus auch. Öfen, bei denen eine stetige Feuerung über 24 Stunden hinweg möglich ist, sind mit dem Begriff „Dauerbetrieb“ gekennzeichnet.

Der Feuerraum unterscheidet sich von einem Holzkamin. Beim Dauerbrandofen gibt es eine typische Gussmulde, die für das Nachrutschen und den Abbrand der Kohle optimal ausgeformt ist. Durch den Ofenrost muss von unten die Verbrennungsluft zugeführt werden, um einen stetigen Abbrand zu garantieren. Die ersten Dauerbrandöfen wurden übrigens in Irland produziert und seit dem Beginn des 20. Jahrhunderts auch in Deutschland gefertigt und genutzt. Die damaligen, häufig aus Eisen hergestellten Öfen waren um einiges dekorativer als heutige Dauerbrandöfen. Die Holzverbrennung ist im Dauerbrandofen zwar auch möglich, Sie erreichen damit aber keine optimale Verbrennung. Das liegt daran, dass sich in diesem Ofentyp keine vorgeheizte Verbrennungsluft zuführen lässt.
AUTOMATIC-Verbrennungssystem – Für Dauerbrand-Kaminöfen
Kaminöfen mit dem AUTOMATIC-Verbrennungssystem sind mit einer Leistungsautomatik ausgestattet, welche den Brennstoff optimal ausnutzt. Bei der Verwendung von Kohle sind diese HWAM-Öfen als Dauerbrandöfen zugelassen. Bei der Verbrennung von Holz wird die AUTOMATIC nicht benötigt; es verbrennt nach dem Hot-Air-System. Wird Kohle als Brennstoff eingesetzt, muss die AUTOMATIC eingeschaltet werden. Durch die Steuerung über den Wärmefühler wird die für den Verbrennungsvorgang optimal benötigte Primärluftmenge automatisch zugeführt.
Der Zeitbrandofen: Holz verbrennen statt Kohle

Diese Öfen können auch mit Briketts, nicht aber mit Kohle befeuert werden.
Zeitbrandöfen können ebenfalls für 24 Stunden betrieben werden und müssen nicht auskühlen. Holz kann Wärme nicht so lang halten – hier muss häufiger nachgelegt werden, um den Betrieb und die Wärmeerzeugung aufrecht zu erhalten. Somit ist viel mehr Brennmaterial als beim Dauerbrandofen notwendig. Andererseits haben Zeitbrandöfen eine bessere Heizleistung. Zeitbrandöfen besitzen einen flachen Boden und keine Auffangmulde wie beim Dauerbrandofen. Jeder klassische Kaminofen, Schwedenofen, Speicherofen, Specksteinofen, Werkstattofen, Grundofen auch der Kamin ist ein Zeitbrandofen. Meist ist der Brennraum hier wärmegedämmt und mit Vermiculiteplatten ausgestattet. Nach Abbrand des Holzes muss der Zeitbrandofen nur durch sein Glutbett die volle Nennwärmeleistung noch mindestens 45 Minuten aufrechthalten, daher der Name.
Dauerbrand oder Zeitbrand: Welcher Ofen ist besser?
Welchen Ofentypen Sie benötigen, hängt von Ihrem bevorzugten Brennmaterial ab. Ein Dauerbrandofen eignet sich für Kohle, kann aber auch mit Holz und Briketts befeuert werden – allerdings unter Einberechnung schlechterer Verbrennungswerte bei Holz. Ein klassischer Kaminofen – der Zeitbrandofen – eignet sich hervorragend für Holz und Briketts, besitzt aber keine Kohlezulassung.

