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Titelbild jährliche Kosten Pelletofen

Jährliche Kosten für den Pelletofen: Abnahme, Verbrauch, Wartung und Reinigung

Mit dem Kauf eines Pelletofens sind natürlich- wie bei jeder anderen Feuerstätte auch- neben den einmaligen Kosten für den Pelletofeneinbau und die Abnahme durch den Schornsteinfeger jährliche Kosten verbunden, die vorab einkalkuliert werden müssen. Welche Kosten für den Pelletofen das sind und in welcher Höhe Sie mit Kosten für den Betrieb eines Pelletofens rechnen müssen, fassen wir Ihnen in diesem Beitrag zusammen.

Muss ein Pelletofen erst abgenommen werden und wenn ja, wie viel kostet die Abnahme?

Bild von einem SchornsteinfegerDie Abnahme durch einen Schornsteinfeger ist erforderlich, um Ihren Pelletofen zum ersten Mal in Betrieb nehmen zu können. Die Abnahme, auch Feuerstättenbeschau, ist eine hoheitliche Aufgabe, da sie der Gewährleistung des Brandschutzes, Umweltschutzes und der Sicherheit von Personen und der Allgemeinheit gilt. Entspricht Ihr Pelletofen und der Anschluss allen Kriterien, erhalten Sie nach der Feuerstättenbeschau einen Abnahmebescheid, der Ihrem Pelletofen die Zulassung bescheinigt. Aktuell liegt die Gesamtgebühr für Abnahme und Abnahmebescheid zwischen 40-150 Euro, zumeist unter 100 Euro. Diese Gebühren regelt die Kehr- und Überprüfungsordnung (KÜO). Die Höhe der Gebühren unterscheidet sich nach Lage, Art und Anzahl Ihrer Feuerstelle(n), dem Aufwand für die Abnahme und variiert stark je nach Bundesland.

Wie hoch ist der Verbrauch an Holzpellets je kWh bei einem Pelletofen und mit welchen gesamtkosten muss hierbei gerechnet werden?

Angaben zum Pelletverbauch beziehungsweise Brennstoffverbrauch finden sich in der Produktbeschreibung oder dem technischen Datenblatt als Angabe von Kilogramm/Stunde (kg/h). Es werden Minimal- und Maximalverbrauch genannt, also der Verbrauch unter Teil- und Volllast. Überschreiten Pelletöfen bestimmte Werte, gelten sie nach BImSchV II in Deutschland als nicht effizient genug und erhalten keine Zulassung gemäß dieser Verordnung. Im ofen.de Onlineshop werden nur Feuerstätten angeboten, die dieser Richtlinie entsprechen und können somit bedenkenlos in deutschen Aufstellräumen Platz finden.

Als Richtwert gilt, dass ein Pelletofen pro Kilowatt Leistung 10m² Raum beheizen kann. So kann beispielsweise der Pelletofen MCZ Star 2.0 Air mit einem Nutzleistungsbereich von 2,3kW bis 8,1kW Räumlichkeiten von einer Größe zwischen 23m² und 81m² beheizen. Generell wird je verbrauchtem Kilowatt mit einem durchschnittlichen Pelletverbrauch von 0,25kg je kWh gerechnet. Zudem gilt zu beachten, dass es Qualitätsunterschiede bei Pellets gibt. Es gilt, je besser die Qualität, desto geringer der Verbrauch.

Wie kann man selbst den Pelletverbrauch eines Pelletofens und die damit verbundenen Kosten berechnen?

Gehen wir zur Veranschaulichung von einem Beispiel aus. Mit dem MCZ Star 2.0 Air möchten Räumlichkeiten von 50m² Grundfläche beheizt werden.

weiterführendes Ambientebild mit MCZ Star 2.0 Air-Bildern

Laut Herstellerangaben zum Leistungsbereich des Modells ist das gut möglich. Dazu brauchen Sie die Werte für den Energiebedarf Ihres Hauses. So wird in einer gebäudeenergetischen Prüfung ein Bedarf von 53 kWh/m²/a (Kilowattstunden pro Quadratmeter im Jahr) ermittelt. Dazu werden nun die 50m² sowie die durchschnittlichen 0,25kg Menge an Pellets pro erzeugtem Kilowatt multipliziert und Sie erhalten einen ungefähren Schätzwert als Orientierung:

53 (kWh/m²/a) * 50 (m²) * 0,25 (kg Pellets/kWh Wärmeenergie) = 662,5kg Pellets im Jahr.

Um nun die Kosten für die Pellets zu bestimmen, kann der jeweils aktuelle Pelletpreis-Index[1] des Deutschen Energieholz- und Pelletverband e.V. (DEPV-Index), herangezogen werden, der seit 2011 vom DEPV monatlich erhoben und veröffentlicht wird. Die dortige Preisangabe bezeichnet „den Durchschnittspreis in Deutschland für eine Tonne Pellets der Qualitätsklasse ENplus A1 (Abnahme 6 Tonnen lose eingeblasen, Lieferung im Umkreis 50 km, inkl. aller Nebenkosten und MwSt., derzeit 7 Prozent)“[2]. Laut Index für Oktober 2018 lag der Pelletpreis für 1 Kilogramm bei durchschnittlich 24,99 Cent. Sie würden also bei einem Preis von 24,99 Cent pro Kilogramm für den jährlichen Pelletbedarf 165,56 Euro aufwenden. Die Rechnung dazu:

662,5 (Kilogramm Pellets) * 24,99 (Cent/Kilogramm Pellets) = 165,56 Euro im Jahr.

Zwei Orientierungswerte lassen sich leicht merken: Es werden je Kilowatt-Verbrauch etwa 0,25kg Pellets und je Kilogramm Pellets etwa 25 Cent benötigt. Auf den Händlerseiten im Internet finden Sie oftmals Preisrechner, mit denen Sie sich schnell einen Überblick verschaffen und Preise vergleichen können. Viele Tipps zu Pelletkauf und Lieferung finden Sie übrigens in unserem Beitrag „Tipps zum Pelletkauf – Einblaspauschale, Preise, Qualität“.

Wie hoch sind die Pelletkosten für ein bestimmtes Pelletofen-Modell pro Jahr?

Nehmen wir für eine Beispielberechnung einmal wie oben den Star 2.0 Air vom Pelletofenhersteller MCZ unter die Lupe. Im ofen.de Onlineshop finden wir auf der Produktseite des MCZ Star 2.0 Air bei den Dokumenten das technische Datenblatt.

Bild mit Veranschaulichung der Dokumentenablage im ofen.de Online-Shop Bildausschnitt mit Onlineshop, technisches Datenblatt und Auszug des technischen Datenblattes von MCZ Star 2.0 Air

Aus dem im Onlineshop hinterlegten technischen Datenblatt für den MCZ Star 2.0 können wir einen stündlichen Pelletverbrauch von 0,5kg unter Teillast und einen Verbrauch von 1,8 kg unter Volllast entnehmen.

Wir gehen in unserem Beispiel davon aus, dass der Pelletofen in einem neu gebauten Haus mit sehr guten Dämm- und Isoliereigenschaften im Eco-Betrieb läuft. Der ECO-Modus ist kurz gesagt ein Automatik-Betriebsmodus, bei dem sich das Gerät auf Stand-by schaltet, wenn eine gewünschte Raumtemperatur erreicht ist und wieder einschaltet, wenn die Raumtemperatur zu stark absinkt. Mit diesem Betrieb ist der minimale Aufwand an Pellets möglich, da der Pelletofen nur heizt, wenn dies nötig ist.

Bei einer realistisch angenommenen Heizdauer von durchschnittlich 8 Stunden pro Tag, ergibt sich dann folgender Pelletverbrauch pro Tag:

0,5 kg * 8 h = 4,00 kg pro Tag.

Geht man nun von einer Heizperiode von 150 Tagen im Jahr aus, beläuft sich der Pelletverbrauch pro Jahr auf:

4,00 kg * 150 d = 600 kg pro Jahr.

Das macht dann bei einer Multiplikation der Pelletmenge mit dem ober erörterten Kilopreis summasumarum 150,00 Euro Pelletkosten pro Jahr, die man in seine Betriebskosten einrechnen muss. Analog die Rechnung dazu:

600 kg/ Jahr * 0,25 € = 150€ pro Jahr.

Wie hoch sind die Kosten für den Strom bei einem Pelletofen?

Wie auch bei dem Brennstoffverbrauch ist der Stromverbrauch abhängig von der Art und dem Umfang der Nutzung des Pelletofens.

Ein großer Unterschied im Stromverbrauch besteht zwischen halb- und vollautomatischen Pelletöfen. Vollautomatische Pelletöfen verbrauchen circa 120 Watt in der Stunde, während bei halbautomatischen Pelletöfen der stündliche Verbrauch bei 255 Watt pro Stunde liegt. Wer keine zusätzlichen Stromkosten in Kauf nehmen möchte, dem können wir einen stromlosen Pelletofen empfehlen.

Der Verbrauch eines Pelletofens liegt durchschnittlich bei 0,175 kW/h. Wir gehen von einer Heizzeit von 6 Stunden pro Tag aus. Die Heizzeit und der Verbrauch werden nun multipliziert, um den Tagesbedarf an Leistung zu ermitteln:

0,175 kW/h * 6h = 1,4kW pro Tag.

Bei einer angenommenen Heizperiode von rund 150 Tagen (Oktober bis einschließlich Februar) und einem angenommenen Strompreis von 0,28€ pro kW ergibt sich der Gesamtstromverbrauch in Euro:

1,4 kW * 150 d * 0,28€ = 58,80€ pro Jahr.

weiterführendes Bild mit 4 beliebten Pelletöfen

[1]     Deutscher Energieholz- und Pelletverband e.V. Berlin. Link: https://depv.de/de/pelletpreis

[2]     Deutscher Energieholz- und Pelletverband e.V. Berlin. Link: https://depv.de/de/pelletpreis