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Kohlenstoffmonoxid – Eine unterschätzte Gefahr

Lange Zeit wurde spekuliert, aber nun ist es gewiss: Die sechs Jugendlichen kamen in der Gartenlaube bei Würzburg durch Kohlenstoffmonoxid ums Leben. Schuld war der Kaminofen, welcher während der Feier für Wärme sorgen sollte. Doch wie konnte es eigentlich zur Bildung von Kohlenstoffmonoxid kommen? Welche Faktoren sind daran beteiligt und worauf muss ich beim Heizen achten, damit dieses tödliche Gas gar nicht erst für mich und meine Familie gefährlich werden kann? In diesem Beitrag zeigen wir Ihnen, was Sie bei einem Kaminofen und beim Heizen unbedingt beachten sollten.

Was ist Kohlenstoffmonoxid eigentlich?

Ganz einfach auf den Punkt gebracht, handelt es sich hierbei um ein Gas, welches bei der Verbrennung im Kamineinsatz vom Kamin entsteht. Normalerweise stellt es auch keine Gefahr dar, denn es wird über das Ofenrohr durch den Schornstein oder durch den Edelstahlschornstein abgeleitet. Erst wenn dies nicht mehr Fall ist, etwa weil der Rauchabzug verstopft ist oder weil durch zusätzliche Lüftungsanlagen ein Unterdruck in der Wohnung entsteht, wird es brenzlig.

Vergiftungserscheinungen sind heimtückisch

Das heimtückische an Kohlenstoffmonoxid ist, dass dieses Gas für uns Menschen nicht wahrnehmbar ist. Es ist geruchslos, geschmackslos und unsichtbar. Der Körper macht sich bei einer zu hohen Konzentration nicht durch Husten bemerkbar.

An folgenden Symptomen können Sie eine Kohlenstoffmonoxid Vergiftung erkennen:

  • Schwindelgefühle, Kopfschmerzen, Desorientierung, in schweren Fällen wird die Gehirnfunktion beeinträchtigt, Koma
  • Sehstörungen
  • Beeinträchtigung der Atemwege
  • Muskelschwäche, Muskelkrämpfe
  • Übelkeit
  • Verschlimmerung von bereits bestehenden Erkrankungen

Das Problem ist, dass die Symptome je nach Person unterschiedlich ausfallen können. Weiterhin werden die Vergiftungserscheinungen häufig auch nicht dem Kohlenstoffmonoxid zugeschrieben. Stellen Sie sich einmal eine ausgelassene Gartenfeier mit alkoholischen Getränken vor: Schwindel, Kopfschmerzen, Desorientierung und Übelkeit können auch Begleiterscheinungen von übermäßigem Alkoholkonsum sein.

Welche Rolle spielt der Kaminofen dabei?

Wie bereits angedeutet, kann das Kohlenstoffmonoxid unter normalen Umständen eigentlich gar nicht in den Wohnraum gelangen. Es entsteht in der Brennkammer und wird von dort durch den Schornstein abgeführt. Allerdings sind gerade bei preiswerten Kaminöfen die Türen häufig alles andere als dicht. Sie wackeln und schließen nicht richtig, wodurch die Ofendichtung nicht richtig abdichtet. Auf diese Weise können Rauchgase in die Wohnung gelangen.

Ebenfalls problematisch sind Ofenrohrverbindungen Marke Eigenbau – wenn die Abdichtung nicht ordnungsgemäß durchgeführt wurde, dann können die Rauchgase an den Bindestellen entweichen.

Von einem minderwertigen Ofen oder Kaminbausatz können neben dem Kohlenstoffmonoxid auch noch andere Gefahren ausgehen. Durch das dünne Material und die geringfügige Dämmung kann der Korpus schon gerne mal Temperaturen von 500° Celsius erreichen. Dies ist gefährlich, da durch die große Hitze entflammbare Materialien in einer gewissen Umgebung in Flammen aufgehen könnten.

Zu viel Holz fördert die Entstehung von Kohlenstoffmonoxid

Der Gedanke ist eigentlich ganz verlockend: Wenn man nicht ständig neues Holz auflegen möchte, dann brauch man einfach nur die Brennkammer ordentlich vollmachen. Schließlich brennt die Menge auch mit der Zeit irgendwann ab. Dabei sollte man niemals zu viel Holz auflegen oder den Ofen überladen. Sonst kann nicht mehr genügend Sauerstoff für die Verbrennung bereitgestellt werden. Unter Sauerstoffmangel findet die Verbrennung nur noch unvollständig statt und es entsteht vermehrt Kohlenstoffmonoxid.

Gerade bei preiswerten Kaminöfen, welche aufgrund Ihrer geringen Dichtigkeit hierbei zu großen Risiken werden, kann das Kohlenstoffmonoxid dann regelrecht in die Wohnung gedrückt werden. Doch das muss nicht sein, wenn die Feuerstätte ordentlich dicht ist.