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Energiesparendes Heizen: Das gibt es nicht erst seit der Neuzeit!

Energiesparendes Heizen hat Tradition

In der frühen Neuzeit wurden viele Häuser und Wohnungen über einem Kamin oder Kaminofen mit Energie versorgt. Damals verließ man sich vor allem auf Holz als Brennstoff. Deshalb wird die Zeit um 1800 in Europa auch als das hölzerne Bezeichnet. Die Beheizung war aber stark von regionalen Faktoren und der Beschaffbarkeit der Brennmaterialien abhängig.

So wurde bereits in der Mitte des 14. Jahrhunderts mit dem Siegeszug des offenen Kamins und des Kachelofens das notwendige Brennholz über die Flüsse zu den Ballungszentren und Umschlagplätzen transportiert. Ein wichtiger Handelsweg im 17. Jahrhundert ist beispielsweise der Rhein, welcher das Feuerholz bis nach Holland transportiert. Der Holzbedarf zu dieser Zeit muss unvorstellbar groß gewesen sein. Es ist zum Beispiel bekannt, dass England schon gegen Ende des 18. Jahrhunderts Holz aus Kanada importieren lies.

Die Erforschung des Feuers

Da die Beschaffung von Brennholz einen enormen logistischen Aufwand bedeutete, machte man sich schon frühzeitig Gedanken darüber, wie man das Heizen effizienter und verbrauchsarmer gestalten könnte. Ein wichtiger Schritt hin zum energiesparenden Heizen ist die Erfindung des Thermometers im 17. Jahrhundert und die Einführung einer einheitlichen Messskala durch Daniel Gabriel Fahrenheit und Anders Celsius. Mit diesem technischen Messinstrument ließ sich von da an die Hitze des Feuers in Zahlen ausdrücken und machte es dadurch zu einer berechenbaren und beherrschbaren Größe. Viele kluge Gelehrte widmeten sich von da an der Untersuchung des Feuers: Der Sparfuchs war geboren!

Zahlreiche Forscher beschäftigten sich quer über den Erdball mit dem Feuer

So wissen wir beispielsweise heute, dass Friedrich der Große von Preußen im Jahr 1763 ein großes Ausschreiben ins Leben rief. Er wollte den Stubenofen finden, der „[…] am wenigsten Holz verzehret“. Es wurde ein Jahr später von Paul Baumer gewonnen. Er entwickelte einen Kachelofen, der sich durch eine regulierbare Luftzufuhr und eine einstellbare Rauchgasklappe auszeichnete. Seine Erfindung kennt man auch unter dem Namen „Berliner Kachelofen“. Es wurden zahlreiche Patente und Schriften veröffentlicht, die sich ausschließlich mit dem Thema holzsparendes Heizen beschäftigten.

So auch der bekannte Erfinder Benjamin Franklin. Er erfand 1742 einen Ofen, der mit deutlich weniger Holz auskommen konnte. Das wurde über eine geschlossene Tür zur Brennkammer, durch die zusätzliche Nutzung von Abwärme, einer angepassten Größe und eine sparsamere Bedienung des Geräts bewerkstelligt.

Der deutsche Forstwissenschaftler Georg Ludwig Hartig verfolgte einen anderen Ansatz: Er widmete sich der Erforschung des eigentlichen Brennmaterials und veröffentlichte 1794 seine „Physicalische[n] Versuche über das Verhältniß der Brennbarkeit der meisten deutschen Wals-Baum-Hölzer […]“. Darin konnte er nachweisen, dass verschiedene Holzarten auch unterschiedliche Heizwerte besitzen und einige Arten mehr Wärme freisetzen, als andere.

Der große technologische Sprung im 18. Jahrhundert

Dank zahlreicher Entwicklungen auf dem Gebiet des holzsparenden Heizens, machten die Kamine und Öfen im 18. Jahrhundert einen großen technologischen Sprung nach vorn. Die Tüftelei nach dem perfekten Ofen gehörte damals einfach zum Zeitgeist. Sogar Johann Wolfgang Goethe hatte einen eigenen Ofen entwickelt und in seinem Arbeitszimmer aufgestellt. Dabei handelt es sich um eine Konstruktion, die wie ein Luftschiff-Ballon aussieht. Daher auch der treffende Name: Montgolfiere Ofen. Dieser besteht aus einer geschlossenen Brennkammer in Bodenhöhe. Darüber befindet sich eine große Kugel aus Kupfer, mit einem Rauchrohr-Anschluss. Die heißen Rauchgase werden zunächst in den Ballon geleitet und kommen dann nach draußen. Dank der besonderen Form strahlt der Ofen seine Energie ringsherum in den kompletten Raum hinein.

 

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Tags: ofen , kaminofen
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