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„Holzöfen sind sehr gefährlich“ – Was ist wirklich dran am SWR #Holzofengate?

In den vergangenen Monaten haben wir als Händler die Debatte um den Kamin und Feinstaub mit großer Spannung verfolgt: Stuttgart & Helgoland waren immer wieder Auslöser heftiger Diskussionen. Länderpolitik und Bundespolitik scheinen in unterschiedliche Richtungen zu laufen, während die öffentlichen Medien ihr ganz eigenes Bild zeichnen. Klar, dass viele Verbraucher verunsichert sind

Für größere Aufregung hat ein kürzlich erschienener Beitrag aus dem SWR Report Mainz gesorgt (08.03.2017), der auch die Hersteller für moderne Kaminöfen nicht kalt lässt: Ein Feinstaub-Experte geht durch die Straßen des beschaulichen Unterjesingens bei Tübingen, das Messgerät in der Hand und runzelt sorgenvoll die Stirn: „[…] das sind Werte, die ich noch nicht einmal in Peking gemessen habe!“. Die Schuldigen sind schnell gefunden – Kaminöfen und Holzheizungen. Von einem mangelhaften Prüfverfahren sei die Rede und einem vergleichbaren Betrug wie bei Dieselautos – ein Holzofengate sozusagen. Doch was steckt tatsächlich dran an den Behauptungen? Wir gehen der Sache auf die Spur.

Kurze Zusammenfassung: Worum geht es im SWR Beitrag?

Feinstaub ist ein ernstzunehmendes Problem: Das steht vollkommen außer Frage. Er kann beispielsweise Auslöser für Allergien und weitere chronische Atemwegserkrankungen sein. Fakt ist auch, dass wir an einigen Orten in Deutschland eine deutlich erhöhte Feinstaubbelastung haben. In Baden-Württemberg ist dies vor allem bedingt durch die geografische Situation, in Abhängigkeit von der Großwetterlage. Daher findet an bestimmten Tagen nur ein geringer Luftaustausch statt und der Feinstaub kann über die Luft nicht abtransportiert werden.

Hier gehts zum SWR -Beitrag vom 08.03.2017

Doch bei all der Gefahr sollte man als Verbraucher darauf achten, nicht veräppelt zu werden. Wenn unser Feinstaub-Experte aus dem SWR-Beitrag bei Minute 3:53 die Tür des Kaminofens öffnet und die Feinstaubwerte in der Brennkammer misst, sollten bei jedem Zuschauer berechtigte Zweifel aufkommen. Feinstaub wird immer dort gemessen, wo er in die Umwelt gelangt – nicht dort, wo die Verbrennung stattfindet. Beim PKW messen wir die Schadstoffe ja schließlich auch nicht im Motor oder? Es ist nur logisch, dass in dem Kamineinsatz die Feinstaubwerte deutlich erhöht sind – und wer würde schon einen abgedichteten Ofen mit offener Tür im Wohnzimmer heizen lassen?

Die Hauptkritik des Beitrags beruht aber auf einem angeblich fehlerbehafteten Prüfverfahren in Deutschland. Es spiegle nicht die Realität wieder. Gleichzeitig werden die Ofenhersteller beschuldigt, die Feuerstätten nur auf das Prüfverfahren hin entwickelt zu haben.

Einen fader Beigeschmack bleibt nach diesem Beitrag bestehen: Es werden Ärzte gefragt, Feinstaub-Experten inteviewed und Kaminofen-Gegner ins Fernsehstudio eingeladen. Die eigentlichen Beschuldigten erhalten aber keine Möglichkeit zur Stellungnahme.

Kaminofen Prüfverfahren: Was wird da gemacht?

Das Prüfungsverfahren für den Kaminofen oder den Kaminbausatz sowie dem Pelletofen ist bei uns in Deutschland sehr streng geregelt und kompliziert. Als Laie ist es nur sehr schwer nachvollziehbar. Wichtig ist, dass ein Ofen vor seiner Zulassung dahingehend überprüft wird, ob der die gesetzlich vorgeschriebenen Grenzwerte und Normen einhält. Es gibt eine Prüfung, welche bundesweit gültig ist. Darüber hinaus gibt es je nach Bundesland aber auch teilweise noch schärfere Regeln, welche eingehalten werden müssen (wie zum Beispiel in Düsseldorf).

Der SWR Beitrag kritisiert bei diesem Zulassungsverfahren vor allem, dass es nicht der Realität entsprechen würde. Diese Aussage ist natürlich nachvollziehbar, da Abgasmessungen quasi unter Laborbedingungen stattfinden. Dementsprechend wird ein neues Prüfverfahren gefordert. Sofern Handlungsbedarf besteht, liegt dieser aber nicht bei den Kaminofenherstellern oder Händlern, sondern bei der Bundesregierung. 

Leider wird in dem Beitrag vollkommen außer Acht gelassen, dass der Betreiber einer Feuerstätte zu einem sehr großen Teil selbst beeinflussen kann, wie viel Feinstaub ein Kaminofen oder Schwedenofen in die Luft abgibt. Entscheidend dafür sind beispielsweise:

  • Holz & Brennmaterial allgemein
  • die Anzündphase
  • regelmäßige Reinigung – auch vom Ofenrohr
  • Wartung durch den Schornstienfeger

Feinstaub mit moderner Technologie in den Griff bekommen

Einer unserer skandinavischen Kaminofenhersteller HWAM hat sich entschieden, zu den Vorwürfen Stellung zu beziehen. Umweltschutz bei Holzöfen ist in den nordischen Ländern schon immer ein wichtiges Thema gewesen. Deshalb versucht man die Diskussion in eine konstruktive Richtung zu lenken. Mit neuen und modernen Technologien soll der Feinstaubausstoß bei den HWAM-Kaminöfen noch weiter reduziert werden. Einer dieser Lösungsansätze ist beispielsweise eine automatische Ofensteuerung: Der HWAM Autopilot IHS. Dieser kümmert sich vollkommen selbstständig um die optimale Luftzufuhr für das Feuer. Dadurch kann der entstehende Feinstaub direkt im Ofen mit verbrannt werden und gelangt erst gar nicht in die Umwelt.

Der HKI räumt zwar ein, dass die gesamte Branche derzeit massiv unter Kritik steht, jedoch sollte man versuchen die Situation als Chance für eine grüne Zukunft sehen. Denn eins steht unabhängig von der Feinstaubdebatte um Kaminöfen und dem #Holzofengate fest:

Holzfeuerstätten heizen CO2 neutral mit nachwachsenden Rohstoffen. Nur ein gemeinsamer Weg mit Innovationen und Neuerungen wird uns von den fossilen Brennstoffen unabhängig machen und unseren Planeten erhalten.