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Bild erneuerbarer Energiequellen

Unternehmens-Förderung für mehr Energieeffizienz – Das ändert sich 2019

Neben Öfen im Onlineshop, Kamine online kaufen & Co. Interessieren wir uns natürlich für alles was mit dem Thema Energie zu tun hat. Dieses Mal haben wir ein Thema, das nicht nur den Ottonormalverbraucher, sondern speziell für Unternehmen, Freiberufler und kommunale Betriebe von großem Interesse sein sollte. Mit dem Jahreswechsel bringt das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) das neue Investitionsprogramm  „Energieeffizienz und Prozesswärme aus erneuerbaren Energien in der Wirtschaft“ an den Start. Ziel ist es den Unternehmen bei der Energiewende unter die Arme zu greifen. Dabei winken nicht nur Fördergelder, sondern auch ein vereinfachtes Förderverfahren, das sich zudem individuell auf den Betrieb und das jeweilige Vorhaben abstimmen lässt. Wie das in der Praxis funktioniert, erfahren Sie in diesem Beitrag!

Energieeffizienzförderung 2019 – Ein Überblick  

Die Energiewende wird seit vielen Jahren beschworen, bleibt aber nach wie vor ein Sorgenkind. Das EU Parlament hat 2018 beispielsweise beschlossen, den Anteil der erneuerbaren Energien bis 2030 in der Energieerzeugung anzuheben und zwar auf 35%, um sich von der Kohle zu lösen.

Nicht nur die Politik ist oftmals ratlos, wie die selbst gesteckten Ziele verwirklicht werden sollen, sondern auch die Wirtschaft tut sich mit der Umstellung auf erneuerbare Energien schwer. Um eine Investition in die erneuerbaren Energien attraktiver zu gestalten, hat die KfW-Bankengruppe bereits Anfang dieses Jahres neue Zinskonditionen erlassen. Es bedarf nun weiterer Maßnahmen, um die Ziele zu erreichen und Investitionen in diesem Bereich attraktiver und vor allem deren Umsetzung hürdenfreier zu gestalten. Mit dem nun geplanten neuen Investitionsprogramm „Energieeffizienz und Prozesswärme aus erneuerbaren Energien in der Wirtschaft“ soll in diesem Jahr alles anders werden. Doch was steckt hinter diesem Förderprogramm?

Frühere Energieeffizienz-Förderprogramme standen häufig in der Kritik, dass Sie viel zu bürokratisch und dezentralisiert seien. Wollte ein Unternehmen seine Energieeffizienz steigern und verschiedene Optimierungsmaßnahmen durchführen, dann mussten oftmals verschiedene Förderanträge bei unterschiedlichen Trägern gestellt werden. Mit dem neuen Investitionsprogramm des BMWi (Bundesministeirum für Wirtschaft und Energie) ist das nun hinfällig. Ab dem 1. Januar 2019 können Unternehmen verschiedene Optimierungsmaßnahmen mit nur einem einzigen Programm beantragen. Alle Vorhaben werden in einem Konzept erfasst und mit nur einem Antrag bearbeitet. Das reduziert nicht nur den Aufwand, sondern spart auch Ressourcen und Energien ein.

Gleichsam wurde das Förderungsprogramm so strukturiert, dass komplexe und individuell auf den Produktionsprozess bezogene Optimierungsmaßnahmen unterstützt werden. Dazu kann das Unternehmen ein eigenes Programm aus vier Modulen entwickeln, welche aber auch weiterhin als Einzelförderung realisiert werden können:

  1. Querschnittstechnologien
  2. Prozesswärme aus erneuerbaren Energien
  3. Mess-, Steuer- und Regelungstechnik, Sensorik und Energiemanagement-Software
  4. Energiebezogene Optimierung von Anlagen und Prozessoren

Die Unternehmen haben bei dem neuen Förderprogramm zudem die Wahl, ob die Förderung als direkter Zuschuss (BAFA-Förderung) oder im Rahmen eines zinsverbilligten Kredits mit Teilschulderlass (KfW-Förderung) realisiert werden soll. Zudem besteht die Möglichkeit einer Teilnahme am BMWi-Förderwettbewerb Energieeffizienz. Dabei handelt es sich um eine wettbewerbliche Förderung mit einer flexiblen, höheren Förderquote.

Förderung Energieeffizienz Modul 1: Querschnittstechnologien

Das erste Modul des neuen Förderprogramms für mehr Energieeffizienz beschäftigt sich mit der Optimierung von Querschnittstechnologien. Diese werden in unterschiedlichen Branchen in unterschiedlicher Weise eingesetzt und haben einen hohen Anteil am Energieverbrauch. Zu den förderungsfähigen Querschnittstechnologien zählen insbesondere:

  • Elektrische Motoren und Antriebe
  • Pumpen für industrielle und gewerbliche Anwendung
  • Ventilatoren
  • Druckluftanlagen
  • Anlagen zur Abwärmenutzung und Wärmerückgewinnung
  • Dämmung von industriellen Anlagen und Anlagenteilen

Das Modul richtet sich daher an Unternehmen, Freiberufler und kommunale Betriebe, die in neue energieeffiziente Technologien investieren wollen. Dazu werden vom BMWi Fördergelder bereit gestellt, welche 30 Prozent der förderfähigen Kosten abdecken. Bei kleinen und mittelständischen Betrieben sind es sogar 40 Prozent.

Förderung Energieeffizienz Modul 2: Prozesswärme

Erneuerbare Energien eignen sich in vielen Betrieben und Anwendungsbereichen zur Bereitstellung der notwendigen Prozesswärme. Mit diesem Modul lassen sich daher gezielt Investitionen vornehmen, um den Umstieg auf regenerative Energien in der Produktion zu ermöglichen. Dazu werden insbesondere folgende Technologien für erneuerbare Prozesswärme gefördert:

  • Solarthermie-Anlagen
  • Wärmepumpen
  • Biomasseanlagen
  • Einbindung von Wärmetechnologien
  • Mess- und Datenerfassungseinrichtung

Das Modul richtet sich nicht nur an Unternehmen aus Industrie und Gewerbe, sondern auch an Freiberufler und kommunale Betriebe, welche erneuerbare Energien in ihren Produktionsprozess integrieren möchten. Das BMWi fördert die Investitionen mit 45 Prozent der förderfähigen Kosten. Bei kleinen und mittleren Unternehmen liegt der Fördersatz bei 55 Prozent.

Förderung Energieeffizienz Modul 3: Energiemanagement

Systeme zum Energiemanagement eignen sich hervorragend, um die Energieeffizienz in Unternehmen zu optimieren. Dazu werden Energieströme mit entsprechender Hardware und Software systematisch erfasst und gesteuert. Im Fokus der Förderung steht bei diesem Modul daher die Installation von Mess-, Steuer- und Regelungstechnik, Sensorik sowie Energiemanagement-Software, welche in ein Energie- oder Umweltmanagementsystem eingebunden sind. Auch die Schulung des Personals durch sachverständige Dritte wird dabei von der Förderung abgedeckt. Das BMWi fördert die Investitionen dabei mit 30 Prozent der förderfähigen Kosten, wobei kleine und mittlere Betriebe eine Förderung von 40 Prozent erhalten.

Förderung Energieeffizienz Modul 4: Effizienzmaßnahmen

Alle Aspekte zur Optimierung des Energieverbauchs, die noch nicht durch eines der vorhergehenden Fördermodule abgedeckt wurden, finden hier ihren Platz. Mit diesem Modul lassen verschiedenste Effizienzmaßnahmen aus ganz unterschiedlichen Feldern kombinieren. Das Ziel ist dabei immer, den derzeitigen Energieverbrauch sinnvoll zu senken, was in einem Einsparkonzept ausgearbeitet wird. Gefördert werden insbesondere:

  • Prozess- und Verfahrensumstellung auf effiziente Technologien
  • Investitionen zur Nutzung von Abwärme
  • Umstellungen der Gebäudeanlagentechnik im Zusammenhang mit der Produktion
  • Investitionen in die effiziente Bereitstellung von Prozesswärme
  • Maßnahmen zur Vermeidung von Energieverlusten im Produktionsprozess
  • Erstellung eines Energieeinsparkonzepts durch externe Energieberater

Das Modul richtet sich damit vor allem an Unternehmen, wobei das BMWi die Investitionen mit bis zu 30 Prozent der förderfähigen Kosten unterstützt. Kleine und mittelständige Betriebe erhalten dabei einen Fördersatz von bis zu 40 Prozent. Das Ganze ist jedoch an ein Einsparpotential gekoppelt. Bei Unternehmen beläuft sich die Förderung auf maximal 500 Euro pro eingesparte Tonne Kohlenstoffdioxid und bei den kleinen und mittleren Betrieben sind es maximal 700 Euro.

6 Schritte zur Förderung für mehr Energieeffizienz

Das neue Förderprogramm der BMWi wurde so vereinfacht, dass die Antragsstellung mit sechs einfachen Schritten erledigt werden kann. Auf diese Weise wird Bürokratie abgebaut und zugleich Ressourcen und Energie gespart. Damit leistet der Staatsapparat selbst einen Beitrag zum Grundgedanken des neuen Förderprogramms. Doch wie funktioniert die Antragsstellung?

  1. Noch bevor Sie den eigentlichen Antrag stellen, sollte das Vorhaben von einem qualifizierten Experten für Energieeffizienz geplant werden. Für kleine und mittlere Unternehmen kann dafür bei der BAFA ein Zuschuss beantragt werden.
  1. Im zweiten Schritt müssen Sie wählen, welche Art der Finanzierung Sie wünschen. Sie haben dabei die Wahl zwischen einem direkten Investitionszuschuss (BAFA-Förderung) oder einem Kredit mit Teilschulderlass (KfW-Kredit).
  1. Voraussetzung für eine Antragstellung ist eine Energieberatung. Hierbei wird ein vom Energieberater bestätigtes Energiesparkonzept, in welchem die geplanten Maßnahmen und ein Soll-Ist-Vergleich zum Energieverbrauch dargestellt werden erstellt. Verfügt das Unternehmen über zertifiziertes Energie- und Umweltsystem, dann kann das Konzept auch intern vom Energiemanager erstellt werden.
  1. Im vierten Schritt wird der Antrag mit allen Unterlagen eingereicht, wobei entweder die BAFA oder die KfW prüft, ob alle Voraussetzungen für eine Förderung erfüllt sind.
  1. Wenn Sie eine positive Zusage von der BAFA oder KfW erhalten haben, dann können Sie mit der Umsetzung der geplanten Maßnahme beginnen.
  1. Ist die bewilligte Maßnahme abgeschlossen, reichen Sie bei dem jeweiligen Finanzierungspartner die Belege ein. Nach der Prüfung der Verwendungsnachweise durch die BAFA oder die KfW werden im Anschluss die Zuschüsse ausgezahlt.