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Thermische Behaglichkeit: Die Wissenschaft vom Wohlfühlen

Vor einem prasselnden Kaminfeuer fühlen wir uns so richtig schön wohl: Ist ja klar! Aber warum ist das so? Sicher könnte man jetzt mit Romantik, der Wärme des Feuers und Entspannung argumentieren. Aber haben Sie gewusst, dass man den Wohlfühlfaktor auch messen kann? Es gibt sogar einen eigenen wissenschaftlichen Bereich, der sich damit beschäftigt: Die thermische Behaglichkeit. Sie untersucht, warum wir uns an manchen Orten wohler fühlen, als an anderen.

Kommen Sie mit auf einen kleinen Ausflug in die aufregende Welt der Wissenschaft und staunen Sie, wie man mit modernen Methoden den Zauber des Kamin-Feuers untersuchen kann!

Was ist thermische Behaglichkeit?

Thermische-Behaglichkeit-messen

Der Wissenschaftsbereich untersucht verschiedene Faktoren, warum wir uns in einem Raum wohlfühlen. Er analysiert also das Raumklima an sich. Sicherlich erleben Sie das jeden Tag selbst: Jeder Mensch hat seine eigene individuelle Wohlfühltemperatur. Diese kann je nach Tagesform schwanken. Obwohl 15 Grad Celcius im April und 15 Grad Celcius Ende September „gleich warm“ sind, ziehen Sie sich unterschiedlich dick an.

Hätten Sie gedacht, dass man in verschiedenen Räumen verschiedene Temperaturen als angenehm empfindet? 24 Grad im Badezimmer sind perfekt, aber im Schlafzimmer wäre es ungemütlich . Bei 16 Grad aus der Dusche steigen klingt auch unangenehm, während man bei diesen Graden in der Regel am besten schläft.

Bei einem Kaminofen fühlt man sich erst dann so richtig gut, wenn man den richtigen Abstand dazu hat und das Feuer das Zimmer nicht überhitzt. Denn sonst will man sich dort nicht so gern aufhalten.

gemütlicher-Abend-vor-dem-Kamin

In der thermischen Behaglichkeit gibt es dafür einen Indikator. Er versucht zu beschreiben, warum wir uns zu unterschiedlichen Jahreszeiten und bei gleichen Temperaturen anders fühlen. Die Messskala reicht von -3 (mir ist hier viel zu kalt) bis +3 (es ist viel zu warm im Raum). Die Null ist der absolute Wohlfühlpunkt.

Wir wollen Ihnen mit der thermischen Behaglichkeit keinen Bären aufbinden: Es gibt sogar eine eigene Europäische Norm dafür! Die EN ISO 7730 – die Behaglichkeitsnorm. Rein wissenschaftlich gesehen verbirgt sich hinter der gemessenen thermischen Behaglichkeit Folgendes: Im absoluten Wohlfühlbereich muss unser Körper im Vergleich am wenigsten nachregulieren. Hitze oder Kälte bedeutet für den Körper Stress. Er muss das System am Laufen halten und entsprechend runterkühlen oder sich erwärmen.

Wozu braucht man das jetzt?

berechnungsmodell-Klimatechnik

Eine berechtige Frage! Bei der ganzen Rechnerei mit der thermischen Behaglichkeit muss man sich doch fragen, was das alles soll. Es ist eigentlich ganz einfach: Das Berechnungsmodell wird vor allem in der Klimatechnik gebraucht. Bei hochwertigen Belüfungs- und Klimaanlagen wird die thermische Behaglichkeit dazu eingesetzt, um die Systeme richtig einzustellen.

Es ist niemandem geholfen, wenn es draußen im Sommer viel zu heiß und im Haus viel zu kalt ist. In beiden Fällen fühlen wir uns nicht wohl. Daher sollte eine gute Anlage auch so reguliert werden, dass es möglichst angenehm für alle ist. Für Heizkörper gibt es sogar spezielle Verordnungen, dass diese so anzubringen sind, dass „Behaglichkeitsdefizite“ ausgeglichen werden.

Thermische-Behaglichkeit-Formel

Übrigens: Bei der thermischen Behaglichkeit kommt es nicht nur allein auf die Temperatur im Raum an. Es werden noch viele weitere Faktoren miteinbezogen. So zum Beispiel:

  • Luftfeuchtigkeit
  • Luftströmungen und Luftbewegungen im Raum
  • Geruch
  • Luftaustausch & Luftfrische
  • Verteilung der Temperatur im Raum
  • Wandtemperatur

Wie Sie sich vorstellen können, führt das alles zusammen genommen sehr schnell zu einer riesigen und komplexen Berechnungs-Formel.

Thermische Behaglichkeit: Was kann man daraus für Kamine & Öfen lernen?

der-richtige-Abstand-zum-Ofen

Aus den oben genannten Faktoren für die thermische Behaglichkeit kann man in Bezug auf einen Speicherofen sowie Schwedenofen folgende Schlussfolgerung herstellen: Das Gerät muss richtig eingestellt sein. Damit uns ein Kamin mit seinem Kamineinsatz oder Kaminbausatz so richtig glücklich machen kann, muss er in Bezug auf die Raumgröße die optimale Leistung haben. Er darf nicht zu viel oder zu wenig Power haben.

Außerdem spielt es eine Rolle, ob das Gerät mit Konvektionsluft oder Strahlungswärme heizt. Viele fühlen sich in der Nähe von Strahlungswärme beispielsweise besser. Sie ist so ähnlich wie die Strahlung der Sonne. Das kennen wir alle noch von Omas altem Kachelofen oder Grundofen.

Ein Ofen hat großen Einfluss auf die Luftverwirbelung im Raum und auch auf die Luftfeuchtigkeit. Die Kaminhersteller wissen das. Deshalb kommt es nicht nur darauf an, dass ein Ofen oder Pelletofen effizient heizt, sondern dass die gewonnene Wärme auch angenehm abgegeben wird.