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Große Kaminofen Tauschaktion in Rheinland-Pfalz: Für saubere Luft

Sie besitzen einen alten Ofen mit schlechten Emissionswerten und möchten nun unbedingt umrüsten und auch moderner werden? Dann ist der folgenden Beitrag besonders interessant: Rheinland-Pfalz hat ein Programm gestartet, bei welchem die Anschaffung von einem neuen Kaminofen gefördert wird. Das Förderprogramm trägt den Namen „1000 effiziente Öfen für Rheinland-Pfalz“. Gegen den Tausch Ihrer alten Feuerstätte können Sie sich für einen neuen Kaminofen entscheiden und dafür noch eine Prämie erhalten. Im folgenden Beitrag haben wir die Fragen beantwortet, die Sie sich aktuell noch stellen.

Was ist der Hintergrund dieses Förderprogrammes?

Das begründete Förderprogramm „1000 effiziente Öfen“ ist ein Teil des Wärmekonzeptes von Rheinland-Pfalz und soll dazu beitragen, die Ziele des Klimaschutzes dieses Landes zu erreichen. In Rheinland-Pfalz sind derzeit etwa 23.000 Einzelöfen in Betrieb, welche bereits älter sind als 20 Jahre. Theoretisch müssten die alten Modelle bis einschließlich Baujahr 1984 laut Bundesimmissionsschutzverordnung spätestens bis zum Jahr 2018 ausgetauscht, stillgelegt oder mit einem Feinstaubfilter nachgerüstet werden.

Der Austausch ist für viele Kunden die bessere Option. Neue Öfen haben einen Wirkungsgrad von über 85 %, sodass die gesetzliche Mindestanforderung an den Wirkungsgrad gegeben ist. Diese alten Öfen gegen moderne und effiziente Modelle auszutauschen, welche mit dem regenerativen Energieträger Holz befeuert werden, trägt erheblich zur Energiewende im Land bei. Darüber hinaus kann die Nutzung von Holz entsprechende Arbeitsplätze sichern und zur regionalen Wertschöpfung beitragen. Nach dem Austausch muss lediglich der bevollmächtigte Schornsteinfeger diesen bestätigen und schon können Sie den Antrag stellen.

Das Förderprogramm „1000 effiziente Öfen“ kann mit dem Programm „Förderung der Modernisierung von selbstgenutztem Wohnraum, insbesondere zur Förderung der Energieeinsparung und zur Barrierefreiheit, durch Darlehen der Investitions-und Strukturbank Rheinland-Pfalz (ISB-Darlehen zur Modernisierung selbst genutzter Wohnräume Rheinland-Pfalz)“ kombiniert werden. Dafür ist nur ein entsprechender Antrag bei der ISB notwendig.

Wie viel Förderung kann ich konkret erhalten?

Grundsätzlich ist im Förderprogramm „1000 effiziente Öfen“ geregelt, dass jeder bewilligte Tausch mit einem Festbetrag von 500 Euro gefördert wird. Dies ist unabhängig vom Preis des neuen Ofens. Zusätzlich ist die Förderhöhe allerdings auch abhängig von der Effizienz des Ofens und des eingesetzten Brennstoffes.

Prinzipiell kann die Förderung zwischen 300 bis 800 Euro betragen.

Die Effizienz vom Ofen oder vom Kaminbausatz wird über den Wirkungsgrad erfasst, welcher mindestens über 82 % liegen muss. Die Summe erhöht sich mit dem Wirkungsgrad und mit der Verwendung von Holzpellets.

Beispiel: die Förderhöhe für wassergeführte und nicht wassergeführte Öfen

Die Förderung von 300 Euro ist bei einem Wirkungsgrad von mindestens 82 % ohne Pellets als Brennstoff möglich. Für eine Förderung von 500 Euro ist ein Wirkungsgrad von 85 % notwendig, aber auch keine Befeuerung mit Pellets. Bei der Befeuerung mit Pellets muss der Pelletofen mindestens einen Wirkungsgrad von 92 % aufweisen, damit eine Förderung von 500 Euro möglich ist.

Bei wassergeführten Kaminöfen und wassergeführten Kamineinsätzen ohne Pellets als Brennstoff muss der Wirkungsgrad mindestens 85 % betragen, damit eine Förderung von 800 Euro möglich ist.

Wer kann die neue Förderung erhalten?

Gefördert werden können laut Programm natürliche Personen, also Privatpersonen, welche im selbstgenutztem Wohneigentum eine Einzelraumfeuerungsanlage verwenden. Dieses Wohneigentum muss sich dafür ebenfalls in Rheinland-Pfalz befinden. Pro Antragssteller kann nur eine Feuerungsanlage gefördert werden. Ebenso wird nur eine Einzelraumfeuerungsanlage pro Wohneinheit gefördert.

Bezüglich juristischen Personen oder Unternehmen, sowie für vermietete Immobilien ist keine Sondergenehmigung oder Ähnliches möglich – die Förderung ist tatsächlich nur für Privatpersonen aus Rheinland-Pfalz mit selbstgenutztem Wohneigentum möglich. Es besteht zudem kein restlicher Anspruch auf die Gewährung der Förderung. Die Bewilligungsbehörde entscheidet selbstständig mit Hilfe pflichtgemäßen Ermessen im Rahmen der verfügbaren Mittel.

Abgesehen davon muss die ausgetauschte alte Einzelraumfeuerungsanlage zwischen dem 01.01. 1985 und dem 01.01. 1995 errichtet worden sein. Darüber hinaus muss diese Anlage die Anforderungen des § 4 in Verbindung mit der Stufe 2 der Anlage 4 der 1. BImSchV vom 26.01.2010 nicht erfüllen. Ausgetauscht werden können ebenso Anlagen, die nicht dem § 26 der 1. BImSchV vom 26.01.2010 unterliegen und vor dem 01.01. 1995 errichtet wurden. Die getauschte Altanlage kann ebenso mit fossilen Brennstoffen, zum Beispiel Öl, betrieben worden sein.

Der neue Kamin mit seinem Kamineinsatz, welchen Sie erwerben möchten, muss am gleichen Aufstellungsort stehen. Das heißt lediglich, dass die neue Anlage unter der gleichen Adresse in der gleichen Wohneinheit aufgestellt werden muss. Innerhalb des eigenen Wohnraumes können Sie Ihren neuen Kaminofen natürlich an der gewünschten Stelle variieren.

Gibt es eine zeitliche Begrenzung für das Förderprogramm?

Die Förderung für Ihren neuen Kaminofen oder neuen Schwedenofen  kann nur gewährt werden, wenn die neue Anlage nach Inkrafttreten der Förderrichtlinie am 28.08.2017 erworben und in Betrieb genommen worden ist. Erst nach Inbetriebnahme der neuen Einzelraumfeuerungsanlage kann eine Antragsstellung auf Förderung erfolgen. Bis zum 30. September 2018 muss ein vollständiger Antrag bei der Bewilligungsbehörde eingegangen sein.

Das Heizen mit Holz – hat das wirklich nur Vorteile?

Holz verbrennt generell sehr CO2-neutral. Beim Verbrennen von Holz wird nur die Menge an CO2 ausgestoßen, die der Baum beim Wachstum aufgenommen hatte. Diese ausgestoßene Menge an CO2 wird von Blättern und Nadeln der Bäume wiederaufgenommen und Dank der Energie der Sonne entsteht durch Photosynthese neues Holz. Im Labor entstehen mitunter andere Emissionswerte, als im realen Leben dann tatsächlich gemessen werden. Dies kann unter anderem an dem fachgerechten Betrieb der Feuerungsanlage liegen, welcher im realen Leben sehr divers wahrgenommen wird. Allerdings weisen heutige Kaminöfen eine bessere Verbrennungstechnik und eine verbesserte Verbrennungsluftführung auf, sodass man davon ausgesehen kann, dass moderne Feuerungsanlagen der Stufe 2 bei ordnungsgemäßem Betrieb geringere Emissionswerte aufweisen als Altgeräte.

Heutzutage macht man sich dann natürlich noch Gedanken hinsichtlich unseres Waldes und stellen uns die Frage – vernichten wir damit nicht unsere Wälder?  Momentan werden 20 % des geernteten Holzes aus dem Staatswald Rheinland-Pfalz direkt als Energieholz vermarktet, also für die Produktion von Scheitholz verwendet. Brennholz ist nur das Holz, welches für hochwertige Nutzung, beispielweise für die Produktion von Möbeln, nicht geeignet ist. Zudem stammen nach Schätzungen des Thünen-Institutes nur 2 bis 5 % des nach Deutschland eingeführten Holzes aus illegalem Beschlag. Um dies aber zu bekämpfen, wurde 2013 das Holzhandel-Sicherungs-Gesetz (HolzSiG) erlassen, welches die nationale Durchführung der EU-Holzhandelverordnung regelt.