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Kein Wind = Kein Kamin? Stadt Münster irritiert mit diesem Vorschlag

Wenn das Wetter ungünstig ist, dann sollen die Bürger der Stadt Münster in Zukunft nicht mehr mit dem Kamin oder mit dem Kaminofen heizen. Obwohl dieser Vorschlag ausdrücklich die holzbefeuerten Hauptheizungen ausnimmt, so erregte dieser dennoch in vielen Kreisen große Verwirrungen. Doch was steckt eigentlich hinter diesem Vorschlag? Was könne durch weniger Heizen an bestimmten Tagen erreicht werden und wie sinnvoll ist dieser Ansatz für die Praxis? Wir haben uns kritisch damit auseinandergesetzt!

Problematik Feinstaub: der Wind als Entsorgungssystem

Stellen Sie sich einen kühlen und klaren Wintertag vor. Bei solchen Wetterlagen ist es oftmals windstill. Was für Spaziergänger eine echte Wohltat ist, ist mit Hinblick auf die Feinstaub-Belastung in der Luft ein echtes Horrorszenario. Denn ohne den Wind können die durch Feuerstätten, Kraftfahrzeugen und aus anderen Quellen erzeugten Schadstoffe nicht abtransportiert werden. Im schlimmsten Falle sammelt sich der Feinstaub als eine Smog-Glocke über der Siedlung.

Der Wind ist demnach ein natürliches Entsorgungssystem, welches die durch das Heizen im Kaminbausatz oder Ofen erzeugten Schadstoffe zuverlässig abtransportiert. Bleibt dieser aber aus, dann sollen nach einem Vorschlag der Stadt Münster in Zukunft auch die Bürger diesem Umstand Rechnung tragen und auf das zusätzliche Befeuern von Pelletöfen oder von Kaminöfen verzichten. Doch ist das sinnvoll?

Wer ist eigentlich die größere „Dreckschleuder“?

Die Stadt Münster hat es mit ihrem Vorschlag in erster Linie auf Kamine, Schwedenöfen und Kaminöfen abgesehen, welche nicht als Hauptheizung fungieren. Doch wie viel Feinstaub erzeugt überhaupt ein Kamin mit seinem Kamineinsatz und gibt es nicht andere Erzeuger, welche viel mehr Schadstoffe in die Luft blasen?

Bei vielen Kaminbesitzern ist die zweite Stufe der Bundesimmissionsschutzverordnung (kurz: BImSchV) derzeit in aller Munde. Diese legt strenge Grenzwerte für den Schadstoffausstoß fest und besagt, dass ältere Feuerstätten nach ihrem jeweiligen Baujahr ausgetauscht oder nachgerüstet werden müssen. Kurzum: Holzbefeuerte Feuerstätten sind in Deutschland so sauber und effizient wie nie. Deutlich mehr Feinstaub wird beispielsweise durch den Straßenverkehr und die Industrie erzeugt.

Die Praxis als Prüfstein: ist der Vorschlag überhaupt denkbar?

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Ob die Feuerstätte betrieben werden soll, hängt von der jeweiligen Wetterlage ab. Doch woher soll der durchschnittliche Bürger diese kennen? An diesem einfachen Umstand wird der Vorschlag wohl scheitern. Zwar beruhen alle Regelungen auf Freiwilligkeit, aber es müsste schon ein größerer Teil der Kaminbesitzer mitmachen, sodass sich messbare Verbesserungen der Luftqualität hinsichtlich der Belastung mit Feinstaub einstellen. Fraglich ist auch, ob überhaupt holzbefeuerte Feuerstätten zur Verringerung des Schadstoffausstoßes ins Auge gefasst werden sollten und nicht eher der Kraftverkehr oder die Industrie.