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Schamotte

Schamotte – der Stoff, aus dem Feuerräume gemacht sind

Wenn Sie sich im Zuge eines Kaminkaufs mit dem Aufbau dessen beschäftigen, werden Sie schon auf  den Begriff „Schamotte“ oder „Schamottestein“ gestoßen sein. Was genau ist Schamotte? Wie wird der Stein hergestellt? Und welche Vorteile genau bietet dieses Material gegenüber anderen, für den Kaminbau genutzten Stein- und Tonarten? Wir stellen Ihnen Schamotte als Baumaterial mit seinen Eigenschaften und Einsatzbereichen einmal näher vor.

Schamotte: Ein künstlicher Stein mit Tradidtion

Tonerde-für-Schamotte

Schamotte ist ein feuerfestes Material aus Tonerde und Aluminiumoxid. Es ist steinähnlich und kommt als solches nicht in der Natur vor. Der Begriff Schamott wurde im thüringischen Raum geprägt: „Scharm“ ist der regionale Begriff für „Scherbe“. Um Schamott zu verwenden, wird es nach seiner Herstellung verpulvert, um die typische Schamottekörnung zu erzeugen.

Bei der Herstellung wird gebrannter Ton beigemischt, um die Rissanfälligkeit dessen zu senken. Aus diesem Gemisch entstehen die für den Kaminofen-Bau gebräuchlichen Schamottesteine, die stabiler sind als Rohtonsteine. Im Ofenbau werden die veränderten Eigenschaften bei Dehnungs- und Schwindungseffekten genutzt, die beim Heizen und Abkühlen auftreten – diese Effekte sind bei Schamottesteinen deutlich geringer als bei Rohton. Durch die Wärmespeichereigenschaften wird Schamotte gern für die Feuerraumauskleidung genutzt, doch auch für Schornsteine und Pizzaöfen, sowie Holzbacköfen findet Schamotte Verwendung.

Verwendung in der Ofen-Brennkammer

Feuerraumauskleidung

Schamotte besonders für die Wärmeentwicklung und Wärmespeicherung genutzt, nicht zuletzt durch die Feuerfestigkeit des Stoffes. Kamine oder Kaminbausätze aus Schamottesteinen haben eine lange Tradition, genau wie Kacheln aus Schamottesteinen. Der Vorteil des Werkstoffes liegt in der hohen Speicherfähigkeit – die Steine nehmen die Wärmeenergie des Feuers auf und geben sie kontinuierlich über Stunden an die Umgebung ab.

Gleichzeitig schützen Schamottesteine die im Brennraum liegenden Flächen vor Hitzeauswirkungen. Da die Feuerraumauskleidung extremen Temperaturschwankungen ausgesetzt ist, kann Schamotte jedoch porös werden. Ist Schamott brüchig, kann es mit einer Flex beziehungsweise einem Winkelschleifer geschnitten werden. Da Schamottsteine Erschütterungen nicht besonders oft standhalten, sollte das Sägeblatt scharf und bestenfalls aus Diamant sein.

Ein Schamotttein aus Tonerde gebrannt

Bei einer eventuell möglichen Bohrung sollte kein Schlagbohrer verwendet werden, sondern eine Bohrmaschine mit hoher Drehzahl, die mit wenig Druck genutzt werden kann. Beim Schneiden von Schamottesteinen entsteht feiner Staub, der durch eine Atemmaske und Schutzbrille ferngehalten werden sollte.

Auch für Schornsteine wird Schamottestein genutzt: Die Innenschale des Schornsteins wird häufig aus Schamott gebaut. Hier werden Abgase vom Kamin nach Außen geleitet. Die Schamotterohre müssen daher nicht nur den Temperaturschwankungen standhalten, sondern auch Säure und Feuchtigkeit. Vermiculite Platten hingegen wird für die Verkleidung von Schornsteinen genutzt. Zeit, auch diesen für den Kaminbau gebräuchlichen Werkstoff zu beleuchten.

Schamott versus Vermiculite: Eigenschaften und Anwendungsbereiche

Vermiculite-Glimmer

Während Schamott feuerfesten Ton bezeichnet, ist Vermiculite ein feuerfestes Mineral. Es wird aus natürlichem Glimmerschiefer gewonnen und durch Expansion in Granulat mit winzigen Luftschichten umgewandelt. Vermiculite-Granulat ist wurmförmig gekrümmt – diese Krümmung entsteht bei 200-400°C.

Die für den Stoff typische Krümmung ist im Übrigen gleichzeitig der Namensgeber: „vermiculus“ aus dem Lateinischen lässt sich mit „Würmchen“ übersetzen.

Das umgewandelte, wurmförmige Granulat wird zu Platten gepresst. Diese Platten sind asbestfrei und ungiftig. Da bereits im Granulat Luftpolster eingeschlossen sind, die nun natürlich in die Platten übernommen werden, ist Vermiculite ein schlechter Wärmeleiter. Bei Vermiculiteplatten im Ofen kann die Verbrennungstemperatur deutlich gesteigert werden – ein entscheidender Vorteil gegenüber Schamott.

wasserführender-Kamin-brennt

Da Vermiculiteplatten für hohe Wirkungsgrade und geringe Emissionswerte sorgen, werden sie für den Ofenbau häufig eingesetzt. Im Gegensatz zu Schamott speichert Vermiculite Wärme nicht besonders gut, es findet seinen Einsatz daher eher bei der Dämmung und Isolation von KamineinsätzenBei Vermiculiteplatten im Feuerraum erhitzt sich dieser wesentlich schneller, was zu einer schnell ansteigenden Temperatur im Aufstellraum des Kamins führt – allerdings muss dafür auch der Brennstoff häufiger nachgelegt werden.

Im Schornsteinbau wird Vermiculite für die Außenverkleidungen benutzt. Mit Vermiculite verkleidete Schornsteine zählen zu den Leichtbauschornsteinen. Auch hier dient Vermiculite der Dämmung als feuerfestes Material. Die Innenverkleidung dabei ist jedoch aus hitzebeständigem und feuchtigkeitsresistentem Metall, meistens aus Edelstahl. Vermiculite lässt sich aufgrund seiner Beschaffenheit besser Verarbeiten als Schamott und ähnelt vom Verhalten her Holz– hier reicht schon eine Stich- oder Handkreissäge aus. Bei der Bearbeitung sollte Feuchtigkeit vermieden und auch auf Schutzkleidung geachtet werden.

Sowohl Schamott, als auch Vermiculite besitzen für den Kaminbau Vor- und Nachteile, allerdings sind sie mit unterschiedlichen Produktionsweisen und Einsatzgebieten auch nicht unbedingt vergleichbar.

  • Vermiculite besticht als preisgünstiger Dämmstoff
  • während Schamott als Wärmespeicher dient

Stein

Ein Ofen mit Vermiculiteplatten ist schneller heiß, muss jedoch häufiger beheizt werden und ist daher höheren Temperaturschwankungen ausgesetzt. Schamottesteine sorgen für eine langanhaltende Wärmespeicherung und kontinuierliche Wärmeabgabe am Speicherofen oder Grundofen. Beide Werkstoffe sind sich jedoch hinsichtlich ihrer Feuerbeständigkeit und Anfälligkeit in der Stabilität ähnlich.

Holzscheite sollten nicht an die Platten oder Steine anstoßen, um den Werkstoff zu schonen. Durch den geringeren Brennstoffverbrauch und die gemütlichere und kontinuierlichere Wärme bieten Schamottesteine in der langfristigen Beheizung eventuell einen Kostenvorteil.