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Ofen Ampel: Neues Label für alte Feuerstätten

Der Bundesverband des Schornsteinfegerhandwerks (ZIV) hat ein neues Label für Öfen und Kamine auf den Weg gebracht: Darin werden die Feuerstätten nach ihren Emissionen eingestuft und gekennzeichnet. So soll vor allem der Austausch von alten Geräten vorangetrieben werden. Was in der neuen Ofen Ampel genau drin steht und wie es genau funktioniert – das zeigen wir Ihnen im folgenden Beitrag.

Rot – Gelb – Grün: Warum jetzt eine neue Ofen Ampel kommt

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Seit Anfang des Jahres gelten bei uns in Deutschland neue Regelungen zum Austausch alter Kamine und Feuerstätten. Es müssen nun schärfere Grenzwerte eingehalten werden, was die Abgase angeht. Da viele alte Geräte die Voraussetzungen nicht mehr erfüllen können, dürfen Sie laut Gesetz seit dem 01.01. auch nicht mehr betrieben werden. Hintergrund ist, dass Deutschland im Zuge des Umweltschutzes die Emissionen von kleinen und mittleren Feuerungsanlagen deutlich senken möchte.

So weit so gut. Die Realität sieht aber anders aus. Tatsächlich ist es so, dass der Austausch von alten Feuerungsanlagen nur sehr langsam vonstattengeht. Der Grund dafür liegt vor allem darin, dass die genauen Regelungen ob und wann eine Anlage ausgetauscht werden muss, sehr kompliziert sind. Außerdem gibt es zahlreiche Ausnahmeregelungen. Und genau deswegen hat der Schornsteinfeger-Verband zusammen mit dem HKI-Industrieverband Haus-, Heiz- und Küchentechnik e.V. jetzt die Ofen Ampel auf den Weg gebracht.

Was steht auf der Ofen Ampel?

Ofen Ampel

So sieht die neue Ofen Ampel aus – insgesamt 9 Stufen (Quelle: www.schornsteinfeger.de)

Konkret müssen Sie sich das so vorstellen: Der Kaminkehrer kommt bei Ihnen zur regelmäßigen Feuerstättenschau vorbei. Das nächste Mal wird er Ihnen für Ihre Feuerstätte auch gleich die neue Ofen Ampel mit dazu geben. Auf dem kleinen Kärtchen sind insgesamt 9 Stufen zu sehen – von grün bis dunkelrot. Man hat versucht, alle möglichen Fälle und Sonderregelungen auf dieses einfache System zu reduzieren.

Besitzen Sie beispielsweise einen ganz neuen Kaminofen, Pelletofen, Kaminbausatz oder einen Kamin mit einem neuen Kamineinsatz der die 2. Stufe der BImSchV erfüllen kann, dann ist alles im grünen Bereich. Das ist die beste Emissionssklasse. Danach folgt die 1. Stufe der BImSchV und entsprechende Äquivalente, die ebenfalls emissionsarm betrieben werden können.

Weiter unten werden in der Ofen Ampel die Feuerstätten nach älteren Baujahren aufgelistet. So ist beispielsweise leicht zu erkennen, dass eine Feuerungsanlage bis zum Baujahr 2010 erst Ende 2024 wieder ausgetauscht oder nachgerüstet werden muss. Besonders kritisch sieht es aus, wenn Ihre Anlage bis zum Baujahr 1974 errichtet wurde und Sie bisher noch nicht gehandelt haben: Denn diese Feuerstätte dürften Sie eigentlich nicht mehr betreiben. Sie hätte bis Anfang des Jahres nachgerüstet oder ausgetauscht werden müssen.

Die schlechtesten Emissionsklassen haben in der Ofen Ampel ganz alte Anlagen vor 1950 und offene Kamine. Aber: Unter bestimmten Voraussetzungen dürfen diese noch betrieben werden. Sie sehen schon – die Regelungen und Ausnahmen sind auf den ersten Blick ziemlich verwirrend.

Wie sinnvoll ist die Einteilung?

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Die neue Ofen Ampel soll mehr Transparenz in den Gesetzes-Dschungel bringen. Von daher ist die Einteilung eigentlich sinnvoll. So können Sie sich leicht einen Überblick verschaffen. Zwar wird Ihnen Ihr Schornsteinfeger ohnehin schon gesagt haben, ob und wann Sie Ihre Anlage erneuern müssen – mit der neuen Karte haben Sie es aber nochmal auf rot-gelb-grün.

Ein wichtiger Kritikpunkt bleibt aber, den der Verband des Schornsteinfegerhandwerks selbst anspricht:

Die Ofenampel spiegelt „[…]prinzipiell nur den technischen Stand der Feuerstätte hinsichtlich ihrer Emissionen wider“.

Soll heißen: Sie zeigt nicht an, wie viele Emissionen tatsächlich von Ihrer Feuerstätte abgegeben werden. Denn das hängt maßgeblich davon ab, welches Holz und welchen Brennstoff Sie verwenden, welche Qualität er besitzt und wie Ihr persönliches Heizverhalten ist. Deshalb soll der Schornsteinfeger auch gleich darüber informieren, wie Sie möglichst sauber und umweltbewusst mit Ihrem Kamin oder Ofen heizen können: Die Wahl des richtigen Brennstoffs, das richtige Anheizen und die richtige Bedienung.

Mit dieser Strategie der Ofen Ampel möchte der Schornsteinfeger-Verband die Betreiber einer eigenen Feuerstätte mehr für das Thema sensibilisieren und langfristig den Anteil an umweltbelastenden Anlagen reduzieren.

Was tun, wenn ich die rote Karte bekomme?

Umweltverschmutzung

Wer also bei der nächsten Feuerstättenschau einen roten Eintrag auf der Ofen Ampel bekommt, der muss sich natürlich Gedanken über Alternativen machen. Folgende Möglichkeiten gibt es:

  • Nachrüstung eines speziellen Filters
  • Austausch der alten Anlage

Wer sich dazu entschließt, seine Feuerstätte auszutauschen, der kann vom neuen Marktanreizprogramm der BAFA profitieren. Seit April 2015 gibt es deutlich höhere staatliche Zuschüsse beim Kauf eines neuen Wärmeerzeugers. So lassen sich schon bei der Anschaffung einige Kosten einsparen.