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Lizenz zum Heizen – Neuigkeiten für Kaminbesitzer

Von welchen aktuellen Veränderungen sind Sie betroffen?

Seit dem 22.03.2010 sind die Verordnungen bezüglich kleiner und mittlerer Feuerungsanlagen stark verschärft worden. Mit der ersten Verordnung zur Durchführung des Bundes-Immissionsschutzgesetzes (1. BlmSch) wurde für Kaminbesitzer eine Nachweispflicht der Emissionswerte ihres Heizofens eingeführt. Die Emissionsgrenzwerte sind verschärft worden. Somit bezieht das Gesetzt jetzt auch sogenannte Einzelraumfeuerungsanlagen mit in den Emissionsschutz ein. Als solche gelten Feuerungsanlagen für Holz, die unter 1 Megawatt Feuerungswärmeleistung aufweisen, Anlagen für pflanzliche Brennstoffe unter 0,1 MW Feuerungswärmeleistung sowie Öl- und Gasfeuerungsanlagen mit einer Leistung unter 20 MW. Bis Ende dieses Jahres müssen Besitzer einer Einzelraumfeuerungsanlage die Einhaltung der vorgegebenen Werte nachweisen. Von der neuen Verordnung nicht betroffen sind allerdings Feuerstellen für den täglichen Bedarf, wie Holzherd, Küchenofen oder Waschkessel.

Der Hintergrund

Bei der Verbrennung von Holz entsteht Feinstaub. Dieser ist in hohem Maße schädlich für Gesundheit und Umwelt. Mittlerweile besitzt fast die Hälfte aller Haushalte einen Kaminofen, was zu einer Emission von insgesamt 20.000 Tonnen Feinstaub führt. Der Staub wirkt sich schlecht auf das Herz-Kreislauf-System aus und dies senkt wiederum die Lebenserwartung des Menschen. Außerdem schadet die Emission unserem Klima. Aus diesen Gründen sollte es auch in dem Interesse der Eigentümer von Kaminöfen, Kaminbausätzen sein, die Feinstaubemissionen möglichst gering zu halten. Der Gesetzgeber führte eine Verringerung der erlaubten Emission von Feinstaub auf 150 Milligramm und von Kohlenmonoxid auf 4 Gramm pro Kubikmeter Abgas ein. Des Weiteren wurde die Nachweispflicht eingeführt.
Für offene Kamine gilt schon seit geraumer Zeit eine Beschränkung. Diese dürfen nur an 8 Tagen jeden Monats für etwa 5 Stunden angezündet werden.
Bei den Öfen mit erhöhter Feinstaubemission handelt es sich vor allem um veraltete Heizöfen aus der Zeit vor 1974. Diese Öfen sind für über 60% der gesamten Feinstaubemission verantwortlich.

Der Nachweis

Wer einen, den Anforderungen entsprechenden Kamin inklusiv Kamineinsatz vorweist, brauch weitere Kontrollen nicht zu fürchten. Für die Nutzung dieses Kaminofens gibt es dann keine zeitliche Einschränkung mehr. Wichtig ist jedoch, dass der Nachweis bis zum Ende 2013 vorgelegt wird, sonst droht eine Zwangsstillegung des Ofens.

Das Nachrüsten

Wer einen Kaminofen, Schwedenofen, Speicherofen oder Specksteinofen besitzt, der den Anforderungen noch nicht ganz entspricht, kann diesen mit gesetzlich zugelassenen Rußpartikelfilter bzw. Staubabscheider aufrüsten. Der Gesetzgeber räumt dem Kaminbesitzer eine Frist bis zur Nachrüstung bzw. Außerbetriebnahme ein, die je nach Alter vom Ofen variiert. Das Alter kann man in der Regel von dem Typenschild ablesen. Falls dieses nicht mehr vorhanden oder nicht mehr lesbar ist, kann man sich in der Datenbank des Industrieverbands für Haus-, Heiz- und Küchentechnik (HKI-Datenbank) über das Baujahr seines Ofens informieren. Falls man jedoch auch hier zu keinem Ergebnis kommt, muss man sich an die Richtlinien für einen vor dem 21.12.1974 gebauten Ofen orientieren.

Fristen der Nachrüstung, Stilllegung oder Austausch von Holzheizkesseln

Der Gesetzgeber verpflichtet die Kaminbesitzer außerdem zu einem sogenannten Beratungsgespräch. Bis zum 31.12.2014 sollen alle Eigentümer informiert und beraten worden sein. Bei weiteren Fragen ist der eigene Schornsteinfeger immer ein guter Ansprechpartner, dieser sollte bereits informiert haben. Falls nicht ist es ratsam bei ihm nach zuhören, denn vielleicht muss doch ein neuer Kamin her.