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Aufgeschoben ist nicht aufgehoben: Kaminverbot in Stuttgart kommt später

Über diese Meldung freuen sich die Besitzer von einem Kaminofen oder einem Kaminbausatz  im Großraum Stuttgart: Das geplante Kaminverbot der Landesregierung verzögert sich. Eigentlich hätte es am 01.01.2017 in Kraft treten sollen. Aber dieser Termin hat sich nun geändert. Steht am Ende das ganze Projekt auf der Kippe? Hier lesen Sie alle wichtigen Infos.

Kaminverbot auf Oktober 2017 verschoben

Dieses Thema erhitzt die Gemüter wie kein anderes: Stuttgart will zur Reduzierung des Feinstaubs in der Stadt ein Kaminverbot auf den Weg bringen. Wir hatten bereits darüber berichtet. Eigentlich hätten die Betreiber von sogenannten Konfortkaminen, also Schwedenöfen, Specksteinöfen, Speicheröfen und von Grundöfen schon Anfang des kommenden Jahres auf den Betrieb ihre Feuerstätten verzichten sollen. Doch die Landesregierung musste das Projekt nach hinten verschieben. Der Grund dafür: Die bürokratischen Prozesse haben zu lang gedauert, wie die Geislinger Zeitung berichtet. Viele dürfte es freuen, da sie Ihren Kamineinsatz vom Kamin wenigstens noch diese Heizperiode über nutzen dürfen und den Zauber des Feuers genießen können.

Die Verschiebung bedeutet aber nicht, dass das ganze Projekt gekippt wird oder sogar ganz vom Tisch ist. Die Landesregierung will das Kaminverbot definitiv auf den Weg bringen. Wahrscheinlich wird es im Frühjahr 2017 genehmigt. Da die eigentliche Feinstaubperiode in Stuttgart etwa Mitte April endet, lohnt es sich nicht mehr, das Verbot bis dahin durchzusetzen. Also hat man sich aktuell auf Oktober geeinigt.

Was beinhaltet das Verbot?

Ganz wichtig: Das Verbot bedeutet nur, dass die Feuerstätten an Tagen mit ausgerufenem Feinstaubalarm nicht genutzt werden dürfen. Bisher geschah das alles nur auf freiwilliger Basis. Gleichzeitig wurden die Einwohner auch gebeten, auf öffentliche Verkehrs- und Transportmittel umzusteigen. An den übrigen Tagen darf die Feuerstätte nach wie vor genutzt werden. 

Wichtig ist auch, dass nur sogenannte Komfort-Kamine davon betroffen sein werden. Damit sind Feuerstätten gemeint, die nur der Gemütlichkeit und nicht als einzige Heizmöglichkeit dienen. Wenn Sie Ihr Haus also mit einem leistungsstarken wasserführenden Kamineinsatz oder einen wasserführenden Kaminofen sowie einen wasserführenden Pelletofen warmhalten, dann werden Sie aller Wahrscheinlichkeit nach nicht von den Auswirkungen betroffen sein. Sie müssen also nicht frieren.

Was muss ich sonst noch über das Verbot wissen?

Die Stadt erhofft sich durch die Aktion einen Rückgang der Feinstaubwerte zwischen 5 – 32 %. Das ist der Wert, den eine Studie der LUBW herausgefunden hat. Dennoch ist die Unterstützung des Vorgehens nicht vollumfänglich. Viele Anwohner und auch Unternehmen laufen dagegen Sturm. Schließlich handelt es sich um einen recht großen Einschnitt in die Privatsphäre. Das Feuer hat schon seit Urzeiten zum Menschen gehört, Schutz geboten und uns Wärme gespendet. Außerdem stellt sich die Frage, ob man den Anwohnern überhaupt vorschreiben darf, mit welchem Brennstoff sie heizen sollen?

Übrigens gab es in diesem Jahr sogar schon einen ähnlichen Vorstoß in Richtung Kaminverbot auf der Nordseeinsel Helgoland. Dieses wurde jedoch von den Bürgern in letzter Sekunde noch gekippt. Also vielleicht ist auch im Großraum Stuttgart das letzte Wörtchen noch nicht gesprochen – auch wenn die Chancen zugegeben sehr gering sind.