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Kaminverbot auf Helgoland: Müssen wir jetzt um unsere Feuerstätten zittern?

Diese Meldung hat die Kaminbranche erschüttert: Seit dem 01.07. darf auf der beschaulichen Nordseeinsel Helgoland keine Kamin mit seinem Kamineinsatz und kein Kaminofen mehr befeuert werden. Viele Hausbesitzer gehen auf die Barrikaden. Es sogar schon einen Bürgerentscheid gegen das Kaminverbot. Ob jetzt auch andere Feuerstätten-Betreiber in Deutschland vor der Insel-Entscheidung zittern müssen, dass klären wir für Sie im folgenden Beitrag.

Kaminvebot: Was ist der Hintergrund?

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Die 1.400 Einwohner der auf Deutschlands beliebter Nordseeinsel sind sauer: Auf Helgoland gibt es insgesamt 80 Kamine & Öfen. Doch die müssen seit Neuestem kalt bleiben und dürfen nicht mehr befeuert werden. Die Gründe dafür sind für Einwohner und die Kaminbranche nicht nachvollziehbar. Hintergrund ist die sogenannte Fernwärmesatzung aus dem Jahr 2014. Die gesamte Insel ist an das Fernwärmenetz angeschlossen. Deshalb soll es jetzt auch von jedem Einwohner genutzt werden.

Offiziell geht es aber um etwas ganz Anderes: Das Kaminverbot wird damit begründet, dass die 80 Öfen auf der Insel angeblich zu viel Feinstaub produzieren würden. Die CO2-Neutralität der Insel wäre in Gefahr und man würde die Gesundheit der Touristen aufs Spiel setzen. Leider haben die Kamingegner vergessen, dass an mehr als 200 Tagen auf der Insel die Windstärke 6 herrscht. Der Feinstaub wird quasi sofort weggepustet. Klar, dass bei solchen Argumenten eine hitzige Diskussion entstanden ist. Nicht nur bei den Einwohnern der Insel stößt das Kaminverbot auf Unverständnis – auch viele andere zweifeln am gesunden Menschenverstand. Deshalb gibt es jetzt am 05.11.2016 einen Bürgerentscheid zu dem Thema: Ausgang ungewiss.

Was halten Sie vom Kaminverbot auf Helgoland? Sagen Sie uns Ihre Meinung und schreiben Sie es in die Kommentare!

Dürfen Kamine überhaupt einfach so verboten werden?

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Diese Frage ist noch nicht abschließend geklärt. In Helgoland findet dazu quasi gerade der Präzedenzfall statt. Wir wissen zwar, dass Länder und Kommunen die Nutzung von Einzelfeuerstätten einschränken und mit Auflagen versehen dürfen – aber ein komplettes Verbot hat es bisher noch nicht gegeben. In großen Ballungszentren, wie beispielsweise München, Regensburg oder Stuttgart gelten neben der bundesweiten Abgasverordnung noch strengere Grenzwerte. Solche regionalen Normen sind schon recht weit verbreitet. Stuttgart geht sogar noch einen Schritt weiter. Da die Stadt in einem Talkessel liegt und sich bei ungünstigen Wetterlagen eine Art Smog bilden kann, wird regelmäßig Feinstaubalarm ausgerufen. An solchen Tagen werden die Bewohner bereits aufgerufen, auf ihren Ofen oder auf ihren Kaminbausatz zu verzichten.

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Kann es so ein Kaminverbot auch in meiner Region geben?

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Nach allem was wir bis jetzt wissen, sind in Deutschland keine weiteren Kaminverbote geplant. Es handelt sich wohl um einen Einzelfall. Die Bundesregierung spricht sich generell für den Wechsel zu erneuerbaren Energien aus und fördert auch die Anschaffung von holzbasierten Heizungssystemen – Stichwort BAFA. Insbesondere Pelletheizungen und wasserführende Pelletöfen gelten als günstig und umweltschonend. Aus diesem Grund ist es eher unwahrscheinlich, dass weitere Kaminverbote in Deutschland folgen werden. Um aber den Bogen zu Helgoland zurückzuführen: Bleibt nur zu hoffen, dass die Kamingegner doch noch einlenken werden. Denn sonst würde man anfangen, dem Menschen sein Grundbedürfnis nach Wärme, Feuer und Geborgenheit wegzunehmen. Und wer will das schon?