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Bild von einem Schmied

Kaminofen mit Bauart A1 – Was steckt dahinter?

Wer einen neuen Kamin oder Ofen kaufen will, der wird sich mit einer ganzen Reihe von Fachbegriffen auseinandersetzen müssen. Ein solcher ist auch die Bezeichnung „Bauart A1“. Doch was bedeutet das eigentlich und ist das für Sie wichtig? In diesem Beitrag wollen wir Licht ins Dunkel bringen und Ihnen alles Wissenswerte über die Bauart A1 anschaulich darlegen. Wir verraten erst einmal nur so viel: Es geht um Feuertüren, Rauch und Schornsteine.

Was bedeutet „Kaminofen der Bauart A1“?

Wurde der Kamin oder Kaminofen nach der Bauart A1 konstruiert, dann bedeutet dies, dass dieser nur mit einer geschlossenen Brennkammer betrieben werden kann. Selbstverständlich besitzt die Feuerstätte noch eine Feuertür, denn Sie müssen schließlich auch noch Brennmaterial nachlegen können. Die Besonderheit der Bauart A1 ist jedoch, dass das Gerät eine selbstschließende Tür besitzt. Beachten Sie, dass selbstschließend allerdings nicht bedeutet, dass die Feuertür gleichzeitig auch verriegelt ist. Dies ist nämlich von besonderem Interesse, wenn es um den Einbau eines Ofens in einem Energiesparhaus oder Passivhaus geht. Hierauf gehen wir im Verlauf des Blogbeitrags noch näher ein.

Wenn Sie neues Brennmaterial nachlegen wollen, dann müssen Sie bei einer Feuerstätte der Bauart A1 die Feuertür immer festhalten. Sobald Sie diese loslassen, schließt sie sich selbstständig. Dies wird meist über eine mechanische Zugfeder, ein Federscharnier, kleine Gegengewichte oder durch die Schwerkraft realisiert. Ein Kamin oder Kaminofen der Bauart A1 kann daher nicht bei offenem Betrieb befeuert werden. Eine Feuerraumtür der Bauart A1 würde niemals wie auf dem unteren Bild ersichtlich geöffnet bleiben, sondern lehnt sich dank integrierter Zugfeder immer selbsttätig an den Ofenkorpus an.

Bei einem Kaminofen schließt die Feuertür ohne zutun von selbst. Eine Kaminofentür der Bauart A1 könnte niemals selbstständig geöffnet bleiben.

Nicht nur die Feuertür spielt bei der Bauart A1 eine wichtige Rolle, sondern auch die Füllöffnung für das Brennmaterial. Diese darf laut dem Gesetzgeber nicht größer als 0,05 m² im lichten Querschnitt sein. Nur wenn die beiden Faktoren (1) selbstschließende Tür und (2) Querschnitt der Füllöffnung erfüllt werden, darf eine Feuerstätte als Bauart A1 deklariert und vertrieben werden.

Bauart A1 bedeutet Sicherheit beim Heizen mit dem Kaminofen

Schnell ist es passiert: Sie sind gerade dabei neues Brennholz in den Kamin zu legen und es klingelt an der Tür. Vor lauter Eile haben Sie vergessen die Feuertür zu schließen. Qualm und Funken können ungehindert in die Wohnung gelangen und im schlimmsten Falle für einen Brand sorgen. Wurde die Feuerstätte allerdings nach der Bauart A1 konstruiert, dann kann Ihnen das dank der selbstschließenden Tür nicht passieren. Ein Kaminofen der Bauart A1 schützt vor fatalen Folgen von flüchtigen Fehlern.

Die Bauart A1 sorgt daher für einen sicheren Umgang mit dem Feuer. Dennoch müssen die gesetzlichen Anforderungen für den Brandschutz und die Mindestabstände für Einzelfeuerungsanlagen eingehalten werden. Dies schließt auch eine Bodenplatte vor der Feuertür ein, welche den brennbaren Bodenbelag vor Funken und heißer Asche schützt. Schließlich kann auch bei einer Feuerstätte mit Bauart A1 ein Funken aus der Brennkammer entwischen, wenn Sie die Feuertür öffnen, um neues Brennholz auf die Glut zu legen.

Mit der Bauart A1 ist Mehrfachbelegung am Schornstein zulässig

Wollen Sie mehrere Feuerstätten an nur einem Schornstein betreiben? Dann müssen Sie beim Kamin-Kauf darauf achten, dass der Kaminofen nach der Bauart A1 konstruiert ist, beziehungsweise für eine Eignung zur Mehrfachbelegung ausgewiesen ist, um auf diese Weise befeuert werden zu dürfen. In den Produktdetails von Onlineshops wie beispielsweise bei den Pelletöfen auf ofen.de entdecken Sie dann Hinweise wie „Bauart A1“ oder „für Mehrfachbelegung am Schornstein geeignet“. Auf die Mehrheit der bei uns angebotenen Kaminöfen trifft dies zu. Somit wird man bei der Suche nach einem Kaminofen in geeigneter Bauweise ganz sicher fündig.

In Deutschland ist die Realisierung einer Mehrfachbelegung am Schornstein nur zulässig, wenn die anzuschließenden Öfen über eine selbstschließende Tür mit gesetzlich festgelegter Maximalgröße, also über die Bauart A1 verfügen. Andernfalls kann es bei der Abnahme vom Schornsteinfeger Probleme geben und eine Inbetriebnahme der Feuerstätte untersagt werden. Es ist in diesem Zusammenhang auch von absoluter Wichtigkeit zu wissen, dass für den Einbau eines Kaminofens in einem Passiv- oder Energiesparhaus ein Kaminofen der Bauart A1 nicht hinreichend ist. Um die finale offizielle Abnahme beim Schornsteinfeger zu bestehen, ist es notwendig, dass es sich bei der verbauten Feuerstätte um eine Feuerstätte mit DIBT-Zulassung handelt. (Facebookfan werden und keinen neuen Beitrag verpassen!)

Nur im geschlossenen Betrieb, wie ihn die Bauart A1 automatisch realisiert, kann sichergestellt werden, dass weder Qualm noch Rauch durch die Feuerstätte in die Wohnung gedrückt werden. Diese Gefahr besteht, wenn eine der beiden nachfolgenden Situationen eintritt: (1) Überdruck in der Brennkammer, weil der Schornstein die Rauchgase nicht schnell genug abtransportieren kann, oder (2) Unterdruck in der Wohnung, weil eine Lüftungsanlage oder eine Feuerstätte zu viel Luft aus dem Raum entnimmt. Was es auch sein mag, das Ergebnis ist immer eine lebensgefährliche Situation, die es in jedem Fall von vornherein zu verhindern gilt.

Der Schornstein muss so ausgelegt sein, dass er die Rauchgase jeder angeschlossenen Feuerstätte ohne Probleme abtransportieren kann. Verfügt dieser über nur einen Schornsteinzug, dann müssen die daran angeschlossenen Kamine oder Kaminöfen zwingend nach der Bauart A1 konstruiert sein. Pro Schornsteinzug dürfen laut Gesetzgeber bis zu drei Geräte der Bauart A1 installiert werden. Hier gilt es allerdings Sonderregelungen zu beachten, weshalb die Konsultation eines Bezirksschornsteinfegers zwingend notwendig ist.

Kaminöfen, die für die Mehrfachbelegung am Schornstein ausgelegt sind, sind immer Kaminöfen der Bauart A1

Eine Ausnahme ergibt sich beispielsweise bei zwei- oder mehrzügigen Schornsteinen. Bei diesen werden die Rauchgase einer jeden Feuerstätte über ein eigenes Rauchrohr abtransportiert, sodass diese auch im offenen Betrieb befeuert werden dürfen. Besitzt der Schornstein zwei Züge, dann dürfen Sie daran zwei Feuerstätten ohne selbstschließende Feuertür betreiben, respektive 6 Feuerstätten der Bauart A1.

Bauart A1 – Emissionen und Messungen

Wenn Sie einen Kamin oder Kaminofen an nur einem Schornstein betreiben möchten, dann gestaltet sich dies recht unkompliziert. Die zwei wichtigsten Faktoren sind dabei schon bekannt: (1) Wie groß ist die Rauchgasmenge der Feuerstätte und (2) wie groß ist die Fördermenge des Schornsteins? Über diese beiden wesentlichen Kenngrößen kann der passende Schornstein für die Feuerstätte, beziehungsweise die passende Feuerstätte für den Schornstein gefunden werden.

Ungleich komplizierter wird es aber, wenn zwei Kamine der Bauart A1 zugleich an nur einem Schornsteinzug betrieben werden sollen. Dann ist eine andere Messung erforderlich, die in jedem Falle von einem Schornsteinfeger oder einem anderen ausgewiesenen Experten durchgeführt werden sollte. Nur so kann sichergestellt werden, dass der Schornstein auch die Rauchgasmengen beider Feuerstätten bedienen kann.

Egal ob der Kamin oder Kaminofen über eine selbstschließende Feuertür verfügt oder nicht, er muss in jedem Falle die Grenzwerte für Emissionen einhalten, so wie sie in der 2. Stufe der BImSchV (= Bundesimmissionsschutzverordnung) dargelegt werden. Der Nachweis darüber erfolgt entweder durch eine Prüfung bereits beim Hersteller, was entsprechend auf dem Typenschild des Geräts vermerkt sein muss, oder wenn die Feuerstätte handwerklich vor Ort gesetzt wurde, durch eine Prüfung des Schornsteinfegers. Werden die Bedingungen nicht erfüllt, gelten die entsprechenden Fristen zum Austausch des Kaminofens. Für In unserem Onlineshop entsprechen alle zum Kauf angebotenen Öfen, die für den Verkauf in Deutschland bestimmt sind, diesem gesetzlichen Kriterium. Wissen Sie eigentlich schon, was einen guten Kaminofen ausmacht und welche Qualitätsmerkmale beim Kauf beachtet werden sollten? Nein? Dann entdecken Sie unseren Beitrag, der sich diesem Thema widmet und der die Qualitätsmerkmale guter Kaminöfen beleuchtet!