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Einen Kaminofen gegen Schimmel nutzen: Geht das?

Schimmel ist ein leidiges Thema vieler Haus- und Wohnungsbewohner. Vor allem in der kalten Jahreszeit entsteht er häufig an den Außenwänden und in den Fenstern. Heute schauen wir uns ein Thema an, zu dem im Netz zahlreiche Gerüchte kursieren: Kann man einen Kaminofen gegen Schimmel einsetzen? Die Wärme aus so einem Ofen fühlt sich ganz anders an, als von einem normalen Heizkörper. Aber reicht das schon aus, um effizient gegen den Schimmelbefall vorzugehen? Wir haben nachgeforscht!

Warum entsteht Schimmel?

Schimmel-Mauerwerk

Schimmel kann sich bei den richtigen Bedingungen schnell im Mauerwerk festsetzen

Schimmel braucht vor allem drei Faktoren, damit er sich bei uns in den Häusern ausbreiten kann: Feuchtigkeit, Kälte und stehende Luft. Wasser – genauer gesagt Luftfeuchtigkeit – ist der entscheidende Punkt.

Wir alle produzieren im Alltag zu Hause jede Menge Feuchtigkeit: egal ob durch atmen, atmen, kochen, duschen oder Kleidung waschen. Diese Luftfeuchtigkeit kann sich an Wänden mit deutlich niedriger Temperatur niederschlagen. Besonders häufig kommt es beispielsweise bei baulich bedingten Wärmebrücken oder einer mangelhaften Dämmung vor. Und dieses Wasser ist der Nährboden für Schimmelpilze. Deshalb kommt es vor allem auf das richtige Heizen und Lüften an, um dem Pilz frühzeitig den Nährboden zu entziehen. Was jedoch tun, falls Sie bereits vom Schimmelbefall betroffen sind?

Hilft ein Kaminofen gegen Schimmel im Haus?

Hilft-ein-Kaminofen-gegen-Schimmel

Normalerweise ist es so, dass die Heizkörper im Raum die umliegende Luft erwärmen und diese sich dann im Raum verteilt. Die Wärme wird dann wieder von den Innenwänden reflektiert. Das Mauerwerk bleibt also lange Zeit kühl. Es gibt aber das Gerücht, dass die sehr durchdringende Wärmestrahlung eines Kaminofens oder Speicherofens in die Mauer eindringt und dort den Schimmelpilz abtötet. Aber ist das wirklich so?

Dass ein Ofen eine starke und angenehme Wärmewirkung hat ist richtig. Aber dass der Kamin mit seinem Kamineinsatz gegen Schimmel gezielt eingesetzt werden könnte, ist wohl eher ein Mythos. Selbst wenn die Wärmestrahlung direkt ins Mauerwerk eindringt, würde dadurch der Pilz nicht absterben. Er fällt dann in so eine Art Ruhemodus und erwacht dann beim nächsten Feuchtigkeitsschub wieder erneut. Zwar wächst er dann nicht mehr weiter, bekämpf werden kann er damit aber nicht.

Kaminofen-Kueche

Es kommt also nicht darauf an, wie Sie einen Kaminofen oder Schwedenofen gegen Schimmel einsetzen können, sondern welche geeigneten Baumaßnahmen und Dämmungserneuerungen vorgenommen werden sollten. Mit einer neuen Dämmung muss vor allem die Entstehung von Wärmebrücken und damit eine Kondensation der Feuchtigkeit vermieden werden. Außerdem kommt es darauf an, dass ein kontrollierter Feuchtigkeitsaustausch bei der Wand stattfindet – Stichwort Atmungsaktivität.

Fazit: Einen Kaminofen, Pelletofen oder einen Kaminbausatz gegen Schimmel einsetzen funktioniert leider nicht so effizient, wie man sich das vielleicht gern wünschen würde. Jedoch kann er in Verbindung mit dem richtigen Heizungs- und Lüftungsverhalten einen wichtigen Beitrag dazu leisten, dass er gar nicht erst entsteht.

Schimmelpilz kann sich übrigens auch im Kaminholz bilden und die Sporen gelangen so in unser Haus: Lesen Sie in diesem Blogbeitrag, wie gefährlich das wirklich ist und was Sie dagegen unternehmen können.