Skip to main content

Kamine Feinstaub: Ofen sauber halten und die Umwelt schützen – so geht’s!

Kamin Feinstaub ist ein in den Medien weit verbreitetes Thema. Dabei handelt sich um einen Teil des Schwebstaubs und er besteht aus feinen Partikeln. Das kann beim Einatmen sogar schädlich für die Gesundheit sein. Allergien, aber auch Asthma, sogar Lungenkrebs wird durch Feinstaub verursacht.

Kamin Feinstaub entsteht unter anderem durch gasförmige Schwefel- und Stickoxid sowie Ammoniak. Wir klären darüber auf, was Ofenbesitzer über Feinstaub wissen müssen, welche Risiken er birgt und wie man den Ausstoß bei seinem Ofen der Gesundheit, aber auch der Umwelt zuliebe reduzieren kann.

Kamin Feinstaub – Ursachen

Kamin-Feinstaub-Gefahr

Zuerst etwas Theorie: Das Umweltbundesamt definiert Feinstaub als  bestehend aus

„einem komplexen Gemisch fester und flüssiger Partikel und wird abhängig von deren Größe in unterschiedliche Fraktionen eingeteilt. Unterschieden werden PM10 (PM, particulate matter) mit einem maximalen Durchmesser von 10 Mikrometer (µm), PM2,5 und ultrafeine Partikel mit einem Durchmesser von weniger als 0,1 µm.“

Leider ist der Hauptgrund für die Entstehung von Feinstaub das menschliche Handeln. Zwar kann Feinstaub natürlichen Ursprungs sein (beispielsweise durch Erosion und durch den Wind transportierten Wüstensand), doch hauptsächlich entsteht er durch die Ausstöße aus Kraftfahrzeugen, Heizwerken, bei der Metallerzeugung, beim Umschütten von Schüttgütern und bei der Nutzung von Öfen und Heizungen in Wohnhäusern.

Den größten Beitrag zur Feinstaubbelastung leistet die Wirtschaft: Industrie, Schüttgutumschlag und Industriefeuerungen belasten die Umwelt und die Menschheit mit 72.000 Tonnen pro Jahr.  In Großstädten ist die Feinstaubbelastung wesentlich höher. Nicht nur (Diesel-)Motoren tragen dafür die Verantwortung, auch der Abrieb von Bremsen und Reifen, sowie die Staubaufwirbelung der Straßenoberfläche tragen zu der höheren Belastung bei.

Feinstaub der Größe PM10 dringt beim Menschen in die Nasenhöhle, PM2,5 kommt durch die ultrafeinen Partikel wesentlich weiter: Bronchien, Lungenbläschen, Lungengewebe und Blutkreislauf sind Orte, wo sich die Feinstaubpartikel festsetzen können. Das hat weitreichende Folgen: Reizungen der Schleimhaut, Entzündungen in der Luftröhre, den Bronchien oder Lungenalveolen, Thrombosegefahr durch Plaquebildung in den Blutgefäßen, Beeinträchtigung des vegetativen Nervensystems.

Es sind nicht nur Umweltschutzmaßnahmen, die den Bund dazu veranlassen, gesetzliche Regelungen für die Feinstaubbelastung festzulegen. Feinstaub ist gefährlich und deswegen sollte jeder soweit er kann, seinen Ausstoß reduzieren. Nicht nur Ofenbesitzer setzen sich selbst im Haus erhöhtem Feinstaubausstoß aus – auch Zigarettenrauch, Laserdrucker, Kerzen und filterlose Staubsauger erhöhen den Wert. Was der Kamin Feinstaub konkret bedeutet und was Sie tun können, stellen wir nun vor.

Kamin Feinstaub verringern

Kamin-Feinstaub-reduzieren

Schon das richtige Befeuern des Kamins leistet einen Beitrag zur Verringerung der Belastung. Verwenden Sie nicht zu viel Kleinholz beim Anzünden: Wenn das Holz am Anfang zu langsam brennt, werden unverbrannte Kleinstoffe an die Luft abgegeben. Auch die Verwendung von Weichholz für den Befeuerungsprozess ist empfehlenswert. Es verbrennt schneller und erzeugt schneller die benötigte Anfangswärme.

Achten Sie für weniger Kamin Feinstaub darauf, das Kleinholz pyramiden- beziehungsweise tipi-fömig aufzubauen. Was Ihnen sicher mittlerweile gebetsmühlenartig gepredigt vorkommt: verwenden Sie nur ausreichend durchgetrocknetes Feuerholz mit einer maximalen Restfeuchte bis 22% . Zu feuchtes Holz verbrennt nicht schadstoffarm. Nutzen Sie Ihren Ofen oder Kaminbausatz auch nicht als Müllverbrennungsanlage für Papier, Pappen und Kartons. Die enthaltene Druckerschwärze, aber auch Bindemittel können zur Bildung krebshaltiger Stoffe führen.

Vermeiden Sie rußende Scheiben – viele Kamineinsätze haben eine integrierte Scheibenspülung, die durch die Luftzirkulation das Festsetzen verhindert. Sollten Sie ein Gerät ohne eine solche Spülung besitzen, ist es aber kein Problem, die Scheibe regelmäßig zu reinigen. Glasreiniger und Ceranfeldschaber, aber auch ein alter feuchter Lappen oder angefeuchtetes Zeitungspapier helfen. Mit einfachen Hausmitteln ist Ihre Sichtscheibe im Nu sauber.

Wenn Sie sich mehr für das Thema interessieren: Der Bayerischen Rundfunk, hat sich mit Kamin-Feinstaub näher beschäftigt und liefert wertvolle Tipps, wie man als Ofennutzer erheblich dazu beitragen kann die Emissionen und die damit einhergehende Feinstaubbelastung zu verringern:

Festgelegte Grenzwerte für Kamin Feinstaub

Kamin-Feinstaub-verringern

Natürlich gibt es auch für Feuerstätten gesetzlich festgelegte Grenzwerte. Lediglich gemauerte Öfen und Kamine sind davon ausgenommen, da sie Unikate sind und sich hier kein genauer Wert festlegen lassen kann. Der Feinstaub aus der Holzverbrennung ist allerdings weniger giftig als aus der Dieselverbrennung entstehende Staub.

Die Toxizität ist etwa 80% geringer. Lassen Sie sich nicht von Aussagen verunsichern, dass Kamine nicht zum Heizen geeignet sind – lediglich offene Kamine können keinen Beitrag zur effizienten Heizung des Wohnraumes leisten. Grundsätzlich sind Holzheizungen sehr sauber und empfehlenswert. Seit diesem Jahr sind die Grenzwerte für Feinstaub bei Kaminöfen, Schwedenöfen, Speicheröfen, Specksteinöfen und auch Werkstattöfen nun angehoben. Es gibt die Möglichkeit, einen Filter nachzurüsten. Dies ist notwendig:

  • Bei mit Holz heizenden Heizkesseln, die vor dem 1.1.1995 installiert wurden
  • Für vor dem 1.1.1975 errichtete Kamine, Kachel- und Pelletöfen

Besitzen Sie einen Kamin oder Kaminofen, der zwischen dem 1.1.1975 und dem 21.3.2010 errichtet wurde, gelten Übergangsfristen. Je nach Baujahr muss das Gerät zwischen 2017 und 2025 nachgerüstet bzw. ersetzt werden. Kamine, Kessel und Pelletöfen, die nach dem 22.3.2010 errichtet wurden, bedürfen keiner Nachrüstung. Historische Öfen, Holzherde, Küchenöfen oder Badeöfen sind ebenfalls von der Regelung ausgenommen. Lassen Sie am besten Ihren Schornsteinfeger die erforderlichen Kamin Feinstaub-Werte überprüfen. Mit den genannten Hinweisen können Sie umwelt- und gesundheitsbewusst heizen und die angenehme Wärme vom Feuer im Kamin ohne schlechtes Gewissen genießen. Alle unsere Hersteller, wie Nordpeis, Spartherm, Austroflamm, MCZ, Edilkamin, Camina, Brunner, Drooff, Skantherm haben Geräte entwickelt, die weniger Feinstaub erzeugen.