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Holzpellets in Deutschland – Ein Rückblick auf 2017

Steigende Produktion und stagnierender Absatz: Wenn wir auf das vergangene Jahr blicken, dann ist es für Holzpellets ein Jahr der Widersprüche. Doch wo liegt das Problem? Gibt es überhaupt Probleme mit den kleinen Presslingen, die doch immer als besonders effizienter und umweltschonender Brennstoff angepriesen wurden? In diesem Beitrag werfen wir einen Blick zurück in das Jahr 2017 und analysieren den deutschen Markt für Holzpellets.

Steigende Produktion – Aber wohin damit?

Pelletproduktion & Pelletverbrauch in Deutschland – Quelle: Deutsches Pelletinstitut Gmb DEPI

Wenn wir einen Blick auf die reinen Produktionszahlen werfen, dann war das vergangene Jahr ein sehr gutes für Holzpellets. Der Deutsche Energieholz- und Pellet-Verband e. V. (DEPV) meldete, dass mit 2,25 Mio. Tonnen noch nie so viele Presslinge hergestellt wurden. Somit wurde ein ordentliches Wachstum von 15,4% erzielt. Rein rechnerisch kann sich Deutschland damit vollkommen ohne ausländische Importe mit Holzpellets selbstversorgen.

Die Rechnung kommt aber nicht nur aufgrund der steigenden Produktion zustande: Während immer mehr Holzpellets gepresst werden, bleibt der Absatz derweil auf der Strecke. Nur um rund 3,5% konnte im letzten Jahr die Zahl der Feuerstätten mit Pelletbefeuerung gesteigert werden. Gerade im mittleren Heizsegment wird das Potential kaum ausgeschöpft. Viele Hausbesitzer scheuen sich davor ihre alten Heizungen mit fossilen Brennstoffen auszutauschen gegen eine neue moderne Pelletheizung. Doch warum eigentlich?

Die Energiewende mit Pellets in Deutschland – Ein Ideal ohne Motor?

Sie ist in aller Munde, oft wird sie beschworen, doch gefühlt wird selten wird etwas aktiv für sie getan. Die Rede ist von der Energiewende, welche seit dem Reaktorunfall von Fukushima als die oberste politische Agenda des Landes formuliert wurde. Jahre später herrscht Ernüchterung, denn kaum eines der Klimaziele konnte erreicht werden. Trotz zaghafter Bemühungen mit Altanlagenlabel und EnEV-Austauschpflicht arbeiten in den Privathaushalten nach wie vor die alten Heizungsanlagen mit fossilen Brennstoffen.

Kontraproduktiv wirken da die Aussagen im Koalitionsvertrag, wonach keine CO2-Bepreisung anstrebt und stattdessen über das Jahr 2020 hinaus weiter Steuergelder für neue fossile Heizungen ausgegeben werden sollen.

Allein 2017 wurde durch pelletbefeuerte Heizungen der Ausstoß an CO2 um satte 3,19 Mio. Tonnen eingespart.

Ein Trend der laut Meinung unserer Redaktion eigentlich fortgesetzt werden sollte, denn nur so kann die Energiewende auch tatsächlich erreicht werden.

Holzpellets – Brennstoff zum stabilen Preis

Warum sind die kleinen Presslinge eigentlich so umweltfreundlich? Fast die gesamte Produktion (98,5%) in Deutschland wird nach den strengen Vorgaben der ENplus-Zertifizierung hergestellt. Über die Hälfte der Holzpellets wird von Haushalten auch von diesen zertifizierten Händlern bezogen. Wer denkt, dass für die kleinen Presslinge extra Bäume gefällt werden müssen, der ist auf dem Holzweg. Im Jahr 2017 wurden Holzpellets in Deutschland zu 95% aus Nebenprodukten der Industrie, wie etwa Hackschnitzel oder Sägespänen hergestellt. Das macht diesen Brennstoff auch so nachhaltig und effizient.

Die steigenden Produktionszahlen bei gleichbleibendem Absatz haben aber auch einen positiven Effekt, denn der Preis für Holzpellets ist seit Jahren stabil. Im Jahresdurchschnitt mussten Sie für eine Tonne Pellets 239,83 Euro zahlen, was 4,80 ct/kWh entspricht. Das waren zwar 3,9% mehr als im Vorjahr, aber dafür immer noch 0,7% weniger als im Jahr 2015. Heizöl war dagegen im Schnitt mit 5,71 ct/kWh ungefähr 19,0% teurer. Für Gas mussten Sie mit durchschnittlich 5,92 ct/kWh sogar um 23,3% tiefer in den Geldbeutel greifen.

Fazit: Mit einem Pelletofen oder einem wasserführenden Pelletofen können Sie Ihren Heizungsmix nicht nur mittels regenerativer Energien aufwerten, sondern auch langfristig Geld bei den Heizkosten sparen.