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Nach German Pellets-Pleite: Werden Pellets jetzt wieder teurer?

Ein herber Schlag für die gesamte Pellet-Industrie. Nachdem der große Produzent German Pellets Anfang des Jahres Insolvenz angemeldet hat, bangen nicht nur viele Beschäftigte und Anleger um ihr Geld. Auch in der Ofenbranche geht das Zittern um. Denn viele Verbraucher werden misstrauisch und fragen sich zurecht, ob jetzt langfristig auch die Preise für den Brennstoff teurer werden. Wir gehen auf Spurensuche.

Was ist bei German Pellets passiert?

Pellets-Umwelt

Fassen wir zusammen: Am 10.02.2016 war es so weit. Der große Hersteller Germant Pellets hat einen Insolvenzantrag eingereicht und sucht aktuell verstärkt nach neuen Investoren. Es soll wohl schon auch einige Interessenten geben. Offiziell hieß es zu der Entwicklung, dass Schwankungen auf dem Markt für die Zahlungsprobleme verantwortlich seien. Ein Blick auf die Preisentwicklung scheint es zu betätigen. Im Dezember rutschte der Preis für das Heizöl massiv nach unten, sodass es am Ende deutlich billiger war, als der Brennstoff Holzpellets. Genau diese Entwicklung hat dem Großproduzenten zugesetzt.

Wenig später hieß es in den Medien aber auch, dass von Veruntreuung die Rede sei und nun ermittelt wird. Klar, die Anleger sind sauer – erste Klagen wegen Betrugs wurden bereits eingereicht. Die Wellen schlugen hoch und bereits nach kurzer Zeit gab es auch massive Probleme bei den Tochterunternehmen. Sogar Unternehmen aus Mitteldeutschland sind schon betroffen und die Pellet-Produktion kommt insgesamt ins Stocken.

Muss ich jetzt mehr für Pellets bezahlen?

Pellets-Sparschwein

Zwar ist die aktuelle Heizperiode schon so gut wie vorüber – viele Fragen sich aber, ob Holzpellets auch in Zukunft ein preisstabiles und günstiges Heizmittel bleiben werden. Werfen wir einen Blick auf die aktuelle Preisentwicklung. Tatsächlich ist es so, dass die Pelletpreise in Deutschland seit Dezember leicht gesunken sind. Dieser Trend wird sich aller Wahrscheinlichkeit nach auch noch bis in den Sommer fortsetzen. Die Heiz-Saison 2016/2017 scheint also gesichert zu sein. Insgesamt sind die Auswirkungen der German Pellets Pleite auf dem Brennstoff-Markt also noch nicht zu sehen

Um an möglichst günstigen Brennstoff zu kommen, empfehlen wir Ihnen aber wöchentlich die aktuellen Preie zu checken und dann zu kaufen, wenn die Pellets besonders günstig sind. Behalten Sie dabei aber die Qualität im Blick. Das Heizmaterial ist bei richtiger Lagerung gut haltbar und kann dann im nächsten Winter eingesetzt werden.

Wie sich die Preise langfristig entwickeln werden ist aber reine Spekulation. Es ist aber davon auszugehen, dass sich nicht viel ändern wird. In Deutschland betreiben wir eine nachhaltige Forstwirtschaft und pflanzen aktuell mehr Bäume, als generell wieder gefällt werden. Dieser Punkt dürfte sich positiv auf die Preisstabilität auswirken.

Die German Pellets Insolvenz ist ein zweischneidiges Schwert für die Wirtschaft und den Verbraucher. So könnte es in einem fiktiven Szenario beispielsweise dazu kommen, dass der Absatz von Pelletöfen und Pelletheizungen sowie wasserführenden Pelletöfen mittelfristig zurückgeht. Dadurch wären die Hersteller zu einer veränderten Preispolitik gezwungen. Verbraucher könnten also bei der Anschaffung einer modernen Biomasse-Anlage deutlich profitieren. Hinzukommt, dass die BAFA-Förderung einen Teil der Investitionskosten für den Endkunden abfedert.

Fest steht jedenfalls: Das komplette Beben am Markt ist noch nicht ausgestanden und es ist derzeit auch kaum absehbar, wie weitreichend die Auswirkungen sein werden. Als Verbraucher sollte man sich aber definitiv nicht verunsichern lassen und stattdessen wieder auf eine Ölheizung umrüsten. Fossile Brennstoffe werden eine immer geringere Rolle spielen, da Natur- und Umweltschutz zu einem wichtigeren Bestandteil unserer Lebensgestaltung werden.