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Feinstaub-Belastung durch Kaminöfen: Viele Verbraucher verunsichert

Häufig kommen Kamine und Öfen in den Medien nicht gut weg. Vor allem im Raum Stuttgart wird oft über das Thema Luftqualität diskutiert. Schon zweimal in diesem Jahr wurde ein Feinstaubalarm ausgerufen: So sollten Anwohner auf die Nutzung des eigenen PKW und der Feuerstätten verzichten. Holzheizungen sind häufig die Übeltäter, wenn es um das Thema Feinstaubbelastung geht. Leider werden die Aussagen in vielen Fällen pauschalisiert und sie beleuchten kaum die eigentlichen Hintergründe. Begleiten Sie uns auf eine spannende Spurensuche zwischen Feinstaub-Wahnsinn und ökologisch-sinnvollem Heizen.

Kamine produzieren besonders viel Feinstaub! Oder?

Kamin-Feinstaub-Gefahr

Das ist eine Aussage, die nicht ganz so einfach zu beantworten ist. Vermutlich gibt es deshalb so viel Verwirrung und Verunsicherung. Grundlegend stimmt: Bei der Verbrennung von Holz im Kamineinsatz vom Kamin entsteht eine gewisse Menge an Feinstaub, die in die Umwelt gelangen könnte.

Bei uns in Deutschland haben wir aber sehr strenge Vorgaben, die genau festlegen, wie sauber eine Holzfeuerstätte arbeiten muss. Das ist in der 2. Stufe der BImSchV geregelt. In besonders kritischen Regionen, wie zum Beispiel Stuttgart, Regensburg oder München gibt es sogar nochmal verschärfte Regelungen. Dort darf ein Kamin nur dann betrieben werden, wenn er sehr wenige Emissionen freisetzt.

In den vergangenen Jahren haben die Hersteller von Kaminöfen und Kaminbausätzen auch deshalb an immer neuen Technologien gearbeitet, welche den Wirkungsgrad der Geräte steigern und gleichzeitig den Ausstoß an schadhaften Stoffen reduzieren: Steuerung der Luftzufuhr, Senkung der Abgastemperatur, Filter, Regulierung der Verbrennungstemperatur – um nur einige Beispiele zu nennen. Bei modernen Feuerstätten wird zwar die gleiche Menge an Feinstaub wie früher erzeugt, es gibt aber einen entscheidenden Unterschied: Dieser Feinstaub wird bei hohen Temperaturen gleich mitverbrannt und kann gar nicht erst in die Luft gelangen.

Sonderfall Stuttgart: Wo liegt das Problem?

Tipps-zum-Kaminofen-steuern

Eine besondere geografische Situation ist in diesem Raum vor allem für Probleme mit der Luft verantwortlich. Durch eine Art Kessellage der Stadt findet bei bestimmten Wetterlagen kaum Luftaustausch statt. Emissionen und Schadstoffe, die durch Industrie, Haushalte und Verkehr in die Luft entlassen werden, sammeln sich an und verbleiben dort. Wenn dann einfach weiterhin Feinstaub in die Luft gepustet wird, kann das schnell zu einer Art Smog führen, den wir aus China kennen und fürchten.

Hinzu kommt noch eine weitere Besonderheit: Bei uns  in Deutschland gibt es derzeit noch sehr viele Altgeräte – also Kamine, Schwedenöfen und Holzvergaser und Festbrennstoffkessel, die mehr als 30 Jahre alt sind. Sie entsprechen nicht mehr den aktuellen Anforderungen und müssten eigentlich ausgetauscht werden. Solche Feuerstätten tragen natürlich ihren Teil zur Umweltbelastung bei und sind teilweise echte Ruß- und Staubschleudern.

Aus diesem Grund gibt es ein Marktanreizprogramm, um den Wechsel zu einem neuen Heizkessel wirtschaftlich erschwinglicher zu gestalten. So gibt es mit der Förderung der BAFA je nach Gerät und Heizungskombination mehrere tausend Euro vom Staat.

Fazit

Brennholz-richtig-lagern

Kamine und Öfen sind nicht ausschließlich für die Feinstaubbelastung bei uns in Deutschland verantwortlich. Bei modernen Feuerstätten wird sehr viel getan, um die Emissionen so gering wie möglich zu halten: Gesetzlich festgelegte Grenzwerte, Förderung von Modernisierungen, neue Technologien zur Reduzierung des Feinstaub-Ausstoßes und Förderung für umweltfreundliche Heizungsanlagen sind nur einige Beispiele. Wichtig ist: Mittelfristig sollten Altgeräte ausgetauscht und durch emissionsärmere Varianten ersetzt werden. Der Kauf eines neuen Kamins sorgt also nicht für eine zusätzliche Umweltverschmutzung, sondern trägt zu ihrem nachhaltigen Schutz bei. Denn alles was uns weg bringt von der Abhängigkeit fossiler Brennstoffe, führt uns hin zu einer grünen Zukunft für unseren Planeten.

Übrigens: Es gibt sogar einen direkten Brief an die Bundeskanzlerin, welche sich genau mit diesem komplizierten Thema auseinandersetzt.