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Feinstaub bei Kaminöfen reduzieren: Proaktiver Vorschlag aus Norwegen rechnet vor

Dieses Thema spaltet die Gemüter: Feinbstaub bei Kaminöfen. Wenn es nach der Meinung einiger Politiker bei uns im Lande geht, gehören Kaminöfen und andere Holzheizungen aus der deutschen Energielandschaft verbannt. Dass diese Vorgehensweise nicht nur diskutabel, sondern auch kaum umzusetzen ist, dürfte jedem klar sein. Schon seit vielen Jahren beschäftigen sich Kaminofenhersteller mit der Frage, wie sich der Ausstoß von Feinstaub verringern lässt.

Erst kürzlich hat Norwegian Energy in Zusammenarbeit mit SINTEF einen Bericht für die norwegische Umweltbehörde veröffentlicht, in dem ein proaktiver 6 Punkte Plan zur langfristigen Verringerung von Feinstaubemissionen enthalten ist. Wie dieser Plan genau aussieht und ob er auch bei uns in Deutschland umsetzbar wäre – das lesen Sie im folgenden Beitrag.

Kaminöfen & Feinstaub in Deutschland & Norwegen

Bei uns in Deutschland ist der Ausstoß an Feinstaub und anderen Emissionen sehr streng geregelt. Grundlage dafür ist die sogenannte BimSchV 2. Stufe. Darin ist auch festgelegt, wie viele Jahre ein Kaminofen in Betrieb bleiben darf, bevor er ausgetauscht werden muss. Der nächste Stichtag ist beispielsweise der 31.12.2017 – danach müssen zwingend alle Öfen mit Baujahr 1984 und älter ausgetauscht werden. Abgesehen davon gibt es bei uns auch noch regionale Sonderregelung, wie zum Beispiel in den Ballungszentren Regensburg oder Stuttgart. Hier müssen deutlich strengere Grenzwerte eingehalten werden, wenn ein neuer Ofen in Betrieb genommen werden soll.

Ein Großteil des Feinstaubs in Deutschland wird durch Industrie, Schüttgutumschlag und Verkehr in die Luft gewirbelt. Aber auch Holzheizungen tragen mit schätzungsweise 16% Gesamtanteil dazu bei.

Werfen wir einen Blick auf Norwegen, so zeigt sich ein ganz anderes Bild. Hier macht die Holzverbrennung ca. 50% des gesamten Feinstaubs im Land aus. An kalten Wintertagen und einer ungünstigen Wetterlage sind vor allem Öfen und Straßenverkehr für die schlechte Luft in den Städten verantwortlich.

 „Saubere Verbrennung verringert Gesundheitskosten“

Ausgangspunkt des Norwegischen Feinstaubberichts der Norwegian Energy & mit SINTEF ist das Thema Gesundheit: Die Verfasser verfolgen den Ansatz, dass schmutzige Luft im Gesundheitssystem einen finanziellen Schaden in Millionenhöhe verursacht. Man kam zu dem Schluss, dass der schnellere Austausch von alten Feuerstätten gegen moderne Wärmeerzeuger nicht nur einen Klimavorteil erzeugen, sondern das norwegische Gesundheitssystem auch gleichzeitig um mehrere 100 Millionen Euro entlasten würde.

Bei der Holzverbrennung wird nicht nur Feinstaub an die Umwelt abgegeben, sondern zum Beispiel auch Stoffe, wie Methan, Kohlenstoffdioxid, organische Verbindungen, Stickoxid oder Schwefel. Alle Emissionen haben natürlich auch mehr oder weniger Einfluss auf unser Klima und unsere Gesundheit.

6 Punkte für eine saubere Zukunft mit weniger Feinstaub

Kern des veröffentlichten Berichts ist ein Plan, mit dem man den Feinstaubausstoß bis zum Jahr 2050 erheblich reduzieren könnte:

  1. Verpflichtender Austausch älterer Öfen durch neuere Modelle
  2. Verpflichtender Austausch älterer Öfen durch neuere und die aktuell besten Kaminöfen und Pelletheizungen
  3. Bessere Verbrennungstechnologien für Kaminöfen neueren Herstellungsdatums
  4. Instandhaltung und Reparatur neuerer Kaminöfen
  5. Elektrostatische Feinstaubfilter für neure Kaminöfen
  6. Verbesserte Regulierung des Kaminzugs durch Rauchgasventilatoren in neueren Kaminöfen

Kommentar: Norwegischer Feinstaub-Vorschlag auch bei uns in Deutschland vorstellbar?

Zunächst einmal ist es wichtig, dass wir mit dem Thema Feinstaub nicht allein dastehen. Auch andere Nationen machen sich darüber Gedanken. Eine proaktive Einstellung ist in erster Linie immer sinnvoller, als ein einfaches Schwarz-Weiß-Denken. Das setzt aber auch beim Verbraucher eine weitergehende Beschäftigung mit dem Thema Feinstaub voraus.

Holz ist unter den richtigen Voraussetzungen ein umweltfreundlicher Brennstoff. Dazu bedarf es einer modernen Verbrennungs- und Abgastechnologie. Beispielsweise werden Jotul Kaminofen Modelle schon seit Jahren mit emmissionsarmen Verbrennungswerten konstruiert. Wichtig ist, dass der Bestand an alten Rußschleudern besser früher als später ausgetauscht wird – denn das sind ja die eigentlichen Rußschleudern.

Um so einen Austausch flächendeckend bei uns in Deutschland zu realisieren, braucht es staatliche Anreize. Im Bereich von Pelletofen oder der Solarthermie gibt es solche attraktiven Förderungsmaßnahmen bereits. Bei einem Kaminbausatz und bei einem Kamin mit seinem Kamineinsatz gibt es momentan auf Bundesebene noch keine Fördermaßnahmen. Eine Möglichkeit wäre beispielsweise eine unterstützende Abwrackprämie für Austauschwillige. Vielleicht sollten wir hier nach dem Vorbild der Norweger die Kosten für das Gesundheitssystem aufgrund von Feinstaub entgegenhalten und nach einer langfristigen Lösung suchen.