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Feinstaub-Alarm in Stuttgart: Kamine sollen aus bleiben

Heute ist es so weit: Stuttgart hat den ersten Feinstaub-Alarm 2016 ausgerufen. Auf freiwilliger Basis sollen die Autofahrer und Pendler auf den öffentlichen Nahverkehr umsteigen. Die Stadt hat ebenfalls dazu aufgerufen die Komfort-Kamine nicht mehr zu befeuern. Die Feuerstätten werden neben dem hohen Verkehrsaufkommen als Hauptgrund für die hohe Feinstaubbelastung gesehen. Aber was ist eigentlich das Problem im aktuellen Fall? Denn generell sind Holzheizungen sehr schadstoffarm und produzieren nur wenig Umweltgifte.

In diesem Beitrag zeigen wir Ihnen, warum Kamine zu Staubschleudern werden können und wie Sie dazu beitragen können, nur möglichst wenig Feinstaub mit Ihrer Holzheizung zu produzieren.

Warum gibt es in Stuttgart gerade einen Feinstaub-Alarm?

Warum-Feinstaub-Alarm

Es kommen mehrere ungünstige Faktoren zusammen: Stuttgart liegt in einem Talkessel. Die aktuelle Wetterlage sorgt dafür, dass die täglich produzierten Feinstaub-Partikel nicht mehr abtransportiert werden und wie eine Wolke hängen bleiben. Der einzige Weg ist es, den Schadstoffausstoß kurzfristig zu verringern.

Man hat dazu aufgerufen, mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zu fahren und auf das Heizen mit dem Komfort-Kamin zu verzichten. Soll heißen: Wer einen Kamin nur als Zusatzheizung oder der Gemütlichkeit wegen nutzt, sollte die nächsten Tage nicht mehr feuern. Häuser, in denen eine Holzheizung die einzige Heizung ist, sind natürlich davon ausgenommen.

Warum sind Kamine das Problem?

Kamin-Feinstaub

Generell ist es so, dass Holzheizungen sehr umweltfreundlich sind. Es gibt natürlich aber auch Einschränkungen. So haben beispielsweise ältere Öfen eine höheren Schadstoffausstoß, als moderne Geräte. Vor 30 Jahren waren die festgelegten Grenzwerte in Deutschland noch nicht so hoch. Neuere Kaminofen-Modelle arbeiten beispielsweise mit mehreren Luftströmen und Nachverbrennungs-Systemen. Bei sehr hohen Temperaturen wird auf diese Weise schon ein großer Teil des Feinstaubs mit verbrannt und kann gar nicht erst in die Umwelt gelangen.

Die Grenzwerte bei uns werden bundesweit von der sogenannten BImSchV geregelt. Zusätzlich gibt es noch Regionen, die eine Sonderverordnung für die Emissionen haben: Dazu gehören beispielsweise die Großräume Regensburg, München und natürlich auch Stuttgart. Soll heißen: Wer hier wohnt, dessen Kamin oder Pelletofen muss noch strengere Vorschriften bei den Abgasen einhalten, als es in der bundesweiten Regelung steht.

Die Holzheizungen in Stuttgart befinden sich theoretisch auf einem sehr emissionsarmen Niveau. In der Realität ist es aber so, dass es schätzungsweise immer noch sehr viele Altgeräte gibt, die in den Häusern stehen und befeuert werden. Eine weitere mögliche Ursache, warum Kamine mehr Feinstaub produzieren können, liegt in der falschen Bedienung. Wer falsch anheizt, nicht das richtige Holz verwendet oder die Luftzufuhr falsch regelt macht aus einem sauberen Ofen oder Kamineinsatz schnell eine Dreckschleuder.

So können Sie den Feinstaub-Ausstoß reduzieren

Feinstaub-beim-Kamin-verringern

Im Folgenden haben wir Ihnen einige hilfreiche Tipps zusammengestellt, mit denen Sie die Feinstaub-Werte Ihres Ofens deutlich reduzieren können.

  • Verwenden Sie nur trockenes Holz. Optimal sind ca. 14% Restfeuchtigkeit. Mehr als 20% sollten es auf keinen Fall sein. Prüfen Sie im Zweifelsfall mit einem speziellen Holzfeuchte-Messegrät nach.
  • Zünden Sie Ihren Kamin mit der richtigen Methode an. Gerade beim falschen Anheizen entstehen viele Schadstoffe – ein Fehler der sich sehr einfach vermeiden lässt. Beginnen Sie mit einer kleinen Menge Anmachholz und den richtigen Kaminanzünder. Erst nach und nach wird größeres Holz aufgelegt. Sehr gut funktioniert auch diese Methode von oben.
  • Im Winter ist es wichtig, dass der Schornstein oder Edelstahlschornstein erst auf Betriebstemperatur kommt, bevor Sie die erste große Ladung Holz auflegen. Starten Sie lieber etwas langsamer, dafür aber mit höheren Temperaturen
  • Lassen Sie den Regler für die Primärluft beim Anheizen am Kaminbausatz voll geöffnet. Läuft die Holzverbrennung gleichmäßig, kann die Primärluft geschlossen werden. Beim Nachlegen sollte sie wieder voll geöffnet werden, damit die Flammen das Holzscheit umhüllen können.
  • Verwenden Sie nur zugelassene Brennstoffe
  • Lassen Sie Ihren Kamin und das Ofenrohr regelmäßig vom Schornsteinfeger überprüfen und den Schornstein reinigen