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EU Parlament beschließt: Mehr erneuerbare Energien bis 2030

Das EU Parlament will den Anteil der erneuerbaren Energien bis 2030 in der Energieerzeugung auf 35% anheben. Ziel ist es die Klimabilanz zu verbessern und auch den Ausstoß an CO2 zu reduzieren. Auf lange Sicht will sich die EU damit von der Kohle lösen. Das Ziel ist an sich zwar positiv zu bewerten, jedoch gibt es auch Kritik von Umweltschützern. Was steckt dahinter und wo verlaufen die Streitlinien? In diesem Beitrag erfahren Sie es!

Die Problematik: Böse Kohle – Gutes Holz?

Der Beschluss des EU-Parlaments scheint auf den ersten Blick nachvollziehbar. Noch immer sind die europäischen Staaten in der Energiegewinnung für die Industrie vor allem auf Kohle angewiesen. Dass dieser Brennstoff alles andere als CO2-neutral ist, sollte wohl jedem klar sein. Deshalb möchte das EU-Parlament bis 2030 den Anteil an Holz bei der Energiegewinnung erhöhen. Dies lässt sich insbesondere für Privathaushalte zur Energiegewinnung mittels Kaminofen, Kamin, Pelletofen oder Speicherofen nutzen. Dagegen gibt es aber nun seitens von Umweltschützern Kritik. Sie warnen vor einer Entfesselung der Forstwirtschaft. Die Rede ist von ganzen Wäldern, die lediglich aufgeforstet werden, um danach wieder komplett in den Verbrennungsöfen zu verschwinden. Das sei alles andere als nachhaltig und umweltverträglich. Aber ist das wirklich so?

Deutschland im 19. Jahrhundert – Ein Rückblick

Die Idee, Holz zur Energiegewinnung zu verwenden, ist alles andere als neu. Bereits im 19. Jahrhundert, also zur Zeit der Industrialisierung in Deutschland, wurden die Dampfmaschinen vor allem mit Holz angetrieben. Die aufstrebende Industrie war hungrig und innerhalb kurzer Zeit verschwanden ganze Wälder durch unzählige Kahlschlage. Am Ende dieser Entwicklung besaß Deutschland nur rund 10% unserer heutigen Waldbestände. Der Retter in dieser Not war die Kohle, welche Holz als wichtigsten Energieträger ablöste. Rund 150 Jahre später stecken wir wieder in einer Krise. Die Kohle muss weg und als Retter der Stunde wurde durch das EU-Parlament das Holz auserkoren.

Wie umweltverträglich ist Holz wirklich?

Die klassische Erzählung werden Sie wahrscheinlich kennen: Holz ist CO2-neutral, da beim Abbrand nur so viele Schadstoffe freigesetzt werden, wie der Baum zuvor bei seinem Wachstum aus der Umwelt entnommen hat. Im Kern stimmt das auch, aber wenn nun zusätzlich Energie aufgewendet werden muss, um aus dem Holz einen Energieträger zu formen, dann stimmt die ganze Bilanz nicht mehr. Sie haben es sicherlich bereits erahnt, die Diskussion dreht sich weniger um Scheitholz, als vielmehr um die Holzpellets. Letztere werden zum Beispiel in der Pelletheizing, vor allem aber in der Industrie zu Energiegewinnung verfeuert. Umweltschützer kritisieren daher, dass ein Umstieg von Kohle auf Holzpellets kaum etwas verändern würde. Doch stimmt diese Kritik überhaupt?

Woraus werden Holzpellets gefertigt?

 Es gibt auf dem Markt verschiedene Sorten an Holzpellets: Zum Beispiel solche, die in Deutschland gefertigt wurden und solche die aus anderen Ländern stammen. Diese Unterscheidung mag zwar auf den ersten Blick eine staatliche sein, aber tatsächlich geht es hierbei um Produktionsweisen. Holzpellets werden in Deutschland ausschließlich aus Sägespänen und Holzschnitzeln hergestellt. Dieses Ausgangsmaterial ist ein Abfallprodukt der Holzindustrie, welches auf diese Weise eine nachhaltige Nutzung erfährt. Anders sieht es bei Holzpellets aus dem Ausland an. Einige Pellets kommen beispielsweise aus Brasilien, wo Bäume ausschließlich für deren Produktion gefällt werden. Hier trifft die Kritik der Umweltschützer zu. Solche Holzpellets sind nicht nachhaltig und führen zu keiner verbesserten Klimabilanz. Achten Sie beim Kauf von Holzpellets daher immer auf die EN Plus Zertifizierung.

Die Bilanz – Holz und die Umwelt

Holz ist ein umweltverträglicher Brennstoff. Allerdings stimmt die Klimabilanz nur, wenn nicht noch zusätzliche Energie aufgewendet werden muss, um das Holz zu verarbeiten. Scheitholz ist bei richtiger Befeuerung daher weitestgehend unbedenklich. Auch Holzpellets sind unbedenklich, wenn diese in Deutschland gefertigt wurden beziehungsweise EN Plus zertifiziert sind. Hierbei handelt es sich um die Weiterverarbeitung von Abfallprodukten, die ohnehin anfallen. Anders sieht es aber bei Holzpellets aus, die aus dem Ausland importiert werden. Für diese werden teilweise Bäume gefällt, die dann unter Aufwand von Energie zu Pellets verarbeitet werden. Hier stimmt die Klimabilanz nicht mehr! Die Verantwortung für möglichst klimaneutrales Heizen liegt zu einem gewissen Teil in staatlicher Hand – aber auch Sie als Verbraucher können aktiv zum Klimaschutz beitragen