Skip to main content

Energieberatung in Thüringen kostenlos, für andere Bundesbürger Förderung – Wir verraten was und wie!

Ab sofort bietet die thüringische Verbraucherzentrale eine kostenlose Energieberatung für alle Thüringer an. Das ist bundesweit ein einmaliges Projekt, dem eine klare Zielsetzung zu Grunde liegt. Auf den Wohngebäudesektor entfällt rund ein Drittel des gesamten Energieverbrauchs, weshalb sich dort erhebliches Einsparpotential bietet. In diesem Beitrag möchten wir Ihnen zeigen, was eine Energieberatung beinhaltet und wie Sie auch außerhalb Thüringens eine staatliche Förderung erhalten können.

Das thüringische Modell im Überblick

Die thüringische Verbraucherzentrale bietet mit dem Jahreswechsel für alle Thüringer eine kostenlose Energieberatung an. Bereits zuvor musste der Verbraucher die Kosten nicht vollkommen selbst tragen, denn die Landeskasse griff diesem helfend unter die Arme. Ab diesem Jahr entfällt aber der bisher obligatorische Eigenanteil von 5 bis 40 Euro für eine Energieberatung. Möglich macht es eine Kooperation zwischen dem thüringischen Umweltministerium, der thüringischen Verbraucherzentrale und der Thüringer Energie- und GreenTech-Agentur Thegha. Doch warum setzt Thüringen überhaupt auf kostenlose Energieberatungen?

Der Wohngebäudesektor verursacht rund ein Drittel des gesamten Energieverbrauchs. In privaten Haushalten sind es sogar rund 80 Prozent, die allein auf die Heizung und die Warmwasserbereitung entfallen. Damit ergeben sich in diesem Bereich hohe Potentiale zur Optimierung und Einsparung. Viele Heizungen in Thüringen werden mit Öl oder Gas befeuert und verrichten seit der großen Sanierungswelle in den 1990er-Jahren ihren Dienst. Damit hinken sie hinsichtlich der Energieeffizienz hinter modernen Modellen her. Das thüringische Kooperationsbündnis erhofft sich durch den Wegfall der Kosten rund 20 Prozent mehr Energieberatungen und damit einhergehend auch die Sanierung alter Heizungsanlagen. Doch was ist eine Energieberatung überhaupt?

Was ist eine Energieberatung?

Unter einer Energieberatung müssen Sie sich ein komplettes Sanierungskonzept vorstellen, dass auf das jeweilige Gebäude und die jeweilige Heizungsanlage maßgeschneidert ist. Somit kann diese auch nicht von der Ferne an einem abgelegenen Schreibtisch vorgenommen werden, sondern immer nur unmittelbar vor Ort. Wenn Sie einen qualifizierten Energieberater beauftragen, dann kommt dieser direkt zu Ihnen nach Hause, und erstellt anhand der örtlichen Gegebenheiten ein individuelles Sanierungskonzept mit einem zeitlich strukturierten Maßnahmenplan. So können Sie sich sicher sein, dass die Energieberatung am Ende auch den gewünschten Erfolg mit sich bringt, sprich eine spürbare Reduzierung des Energieverbrauchs. Doch wie läuft die Energieberatung vor Ort im Detail ab und welche Faktoren spielen für das Sanierungskonzept eine Rolle?

Wie läuft eine Energieberatung ab?

Jede Energieberatung läuft nach dem gleichen Schema ab und besteht im Wesentlichen aus vier Schritten. Zuerst erfasst der Energieberater die Heizkosten der vergangenen drei Jahre. Für die Berechnung der Heizkosten sind dabei zwei Faktoren wichtig: (1) die Größe der zu beheizenden Fläche und (2) die Kosten des verwendeten Brennstoffs. Diese beiden Faktoren werden zueinander ins Verhältnis gesetzt, wobei die Kosten durch die Fläche dividiert werden. Es ergeben sich hierbei bereits die ersten Einsparpotentiale, denn fossile Brennstoffe sind im Schnitt wesentlich teurer als regenerative Brennstoffe wie Holz oder Pellets.

Energieberatungen geben Aufschluß über die am besten geeignetsten Brennstoffe und plädieren oftmals zur zukünftigen Nutzung von erneuerbaren Energien

In einem zweiten Schritt wird daher bei einer Energieberatung der Zustand der Heizungstechnik erfasst. Dabei spielen nicht nur die Art des Brennstoffs eine Rolle, sondern auch der Wirkungsgrad der Feuerstätte und die Effizienz des hydraulischen Systems. Für eine Senkung des Energieverbrauchs lohnt es sich alte Heizungsanlagen gegen neuere Modelle mit einem höheren Wirkungsgrad auszutauschen. Hier gibt es bei bestimmten Modellen sogar staatliche Förderungen. Die Fachberater unseres Ofen-Onlineshops können Ihnen hierüber Auskunft geben und mit Ihnen gemeinsam nach einem geeigneten Modell suchen. Die Effizienz des hydraulischen Systems kann mit einem hydraulischen Abgleich überprüft und gegebenenfalls verbessert werden. Sollten die Wasserleitungen der Heizungsanlage unisoliert sein, dann kann eine Isolierung den Wärmeverlust minimieren.

Im dritten Schritt überprüft der Energieberater den Zustand der Bausubstanz. Dabei spielen die Wandstärke der Außenmauern, deren thermische Durchlässigkeit und die allgemeine Dämmung des Gebäudes eine wichtige Rolle. Aber auch die Verglasung und die Beschaffenheit der Fenster werden dabei in den Fokus genommen, denn sollten diese nur einfach verglast oder gar Undichtigkeiten aufweisen, kommt es an dieser Stelle zu einem erheblichen Wärmeverlust. Der Energieberater kann zu diesem Zwecke auch ein Wärmebild des Gebäudes erstellen, in dem die thermischen Schwachstellen sichtbar gemacht werden.

Der Beratungsbericht fasst schließlich alle Ergebnisse zusammen. Auf dessen Grundlage entwirft der Energieberater einen umfassenden Sanierungsplan, der Schritt für Schritt alle Sanierungsmaßnahmen beschreibt, um die Schwachstellen zu beseitigen und den Energieverbrauch zu senken. Zudem wird eine Prognose für den zukünftigen Energieverbrauch nach der Sanierung erstellt. Zudem Beratungsbericht gehört auch eine Betrachtung der Wirtschaftlichkeit der angestrebten Maßnahmen. Ganz am Schluss steht ein persönliches Beratungsgespräch, in dem alle Details ausführlich erläutert werden.

Gibt es Zuschüsse für eine Energieberatung?

Auch wenn Sie nicht in Thüringen wohnen, so haben Sie dennoch die Möglichkeit einen staatlichen Zuschuss für die Energieberatung zu beantragen. Das Bundesamt für Ausfuhr und Wirtschaftskontrolle (kurz: BAfA) gewährt für jede Vor-Ort-Beratung durch einen Energieberater einen Zuschuss von 60 Prozent der förderfähigen Beratungskosten. Die Höhe des Zuschusses beläuft sich dabei auf maximal 800 Euro für ein Ein- und Zweifamilienhaus und auf maximal 1.100 Euro für ein Wohngebäude mit mindestens drei Wohneinheiten. Der Zuschuss wird vom Energieberater beantragt, noch bevor dieser mit der Energieberatung beginnt. Sie müssen daher nur weniger als die Hälfte der Kosten selbst tragen.

Damit Sie als Hausbesitzer von einer BAfA-Förderung für eine Energieberatung profiteren, müssen Sie und der Energieberater insgesamt vier Voraussetzungen erfüllen:

  1. Die Förderung gilt nur für Häuser auf dem Gebiet der Bundesrepublik Deutschland.
  1. Der Bauantrag für das Haus muss vor dem 1. Februar 2002 gestellt oder eine Bauanzeige erstattet worden sein.
  1. Mindestens 50 Prozent der Fläche müssen für Wohnzwecke genutzt werden oder das Haus muss ursprünglich als Wohngebäude konzipiert und gebaut worden sein.
  1. Der Energieberater muss in der Energieeffizienz-Expertenliste für Förderprogramme des Bundes gelistet sein.

Fazit – Ist eine Energieberatung sinnvoll?

Mit der Energieberatung erhalten Sie einen umfassenden Beratungsbericht, der alle aktuellen thermischen Schwachpunkte der Bausubstanz und der Heizungsanlage offen legt. Dabei bleibt es aber nicht, denn der Energieberater erstellt daraus auch einen Schritt-für-Schritt Sanierungsplan, welche die Energieeffizienz sinnvoll steigert und klärt Sie auch über die Wirtschaftlichkeit der geplanten Maßnahmen auf. Die Energieberatung ist daher individuell auf das jeweilige Gebäude und die jeweilige Heizungsanlage zugeschnitten. Sie stellt für bestimme Vorhaben zudem eine notwendige Grundlage dar. Wenn Sie eine energetische Sanierung mit einer KfW-Förderung durchführen wollen, brauchen Sie dafür eine Energieberatung. Seit dem 11.01.2019 gelten sogar für Förderprogramme der KfW neue Zinskonditionen. Wenn Sie eine Immobilie verkaufen oder vermieten möchten, dann ist ein Energieausweis Pflicht, welche im Rahmen einer Energieberatung erstellt wurde.