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Brennholz machen, gewusst wie!

Wer träumt nicht davon, im Winter vor einem prasselnden Kaminfeuer zu sitzen?

Und haben Sie sich auch schon einmal gefragt, wie Sie am besten zu Brennholz für Ihren Kamin kommen? Gang und gäbe ist immer noch die Meinung, dass Holzmachen Männerarbeit sei. Feminismus und Gleichberechtigung hin oder her, aber wer einmal im Wald Holz gemacht hat und den tatsächlichen Weg des Kaminfeuers vom Stamm bis zum gehackten Holzscheit mitverfolgt hat, weiß, wie schwer die Arbeit ist. Die meisten Frauen lassen hier gern den Männern den Vortritt.

 Woher kommt das Holz?

Wer nicht gerade seinen eigenen Wald zur Verfügung hat, muss beim Förster anfragen, wo Holz geschlagen werden kann. In der Regel ist es nicht möglich, die Stämme selbst zu schlagen. Meist wird der Förster eine Stelle nennen, an der bereits geschlagene Stämme bereitliegen. Anders liegt die Sache, wenn gute Kontakte zu Privatleuten mit Waldbesitz vorhanden sind.
Die geschlagenen Stämme liegen üblicherweise am Wegesrand bereit. Sie müssen in etwa meterlange Stücke geteilt werden. So ergeben sich am Ende die gewünschten Raummeter. Für die Befeuerung eines Kaminofens können Sie von einem Bedarf von drei bis fünf Raummetern pro Jahr ausgehen. Das Holz wird aufgeladen und nach Hause gefahren. Dort wird es mithilfe technischer Geräte in kleinere Stücke zerteilt. Kreissäge oder Motorsäge helfen Ihnen dabei, die gewünschte Größe der Stücke zu erreichen. Am Schluss stehen dann nur noch das Hacken und das Aufstapeln der Holzscheite auf dem Programm.

Die richtige Schutzkleidung

Geht es um das Holzmachen, so steht die Sicherheit an erster Stelle. Sorgen Sie daher zuerst einmal für die passende Schutzkleidung. Im Fachhandel erhalten Sie eine spezielle Schutzkleidung. Geraten Sie mit der Kettensäge in die Kleidung, hält der Spezialstoff die Zähne der Säge fest. Die Motorsäge stoppt und Ihnen passiert nichts. Eine solche Investition schreckt viele Menschen, allerdings sollte sie es Ihnen wert sein, immerhin kommen Sie sprichwörtlich mit heiler Haut davon. Achten Sie dabei auch darauf, dass das Kleidungsset Sicherheitsschuhe mit Stahlkappen sowie einen Helm beinhaltet.

brennender Kaminofen mit extra holzfach

Bei einem schicken Schwedenofen wie dem Justus Texas, präsentieren Sie ihr selbstgemachtes Brennholz in ansprechender Optik.

Das passende Werkzeug

Das Werkzeug ist ausschlaggebend für gutes Arbeiten. Kein Stamm zerfällt in Teilstücke, nur weil Sie ihm gut zureden. Motorsäge und Axt sind daher Ihre wertvollsten Helfer. Achten Sie bei der Motorsäge darauf, ob alle Teile gut befestigt sind. Die Kette muss gut gespannt und sehr scharf sein. Sind Sie noch ungeübt, sollten Sie eventuell eine Säge mit Elektrostarter erwerben. Schon viele Holzfäller haben sich verletzt, weil sie eine Schnur zum Anwerfen der Säge gezogen haben und dann abgerutscht sind.
Viele Förster verlangen die Vorlage eines Kettensägenscheins, ehe sie ihr Holz herausrücken. Dafür bieten einige lokale Forstämter Kettensägenkurse an. Scheuen Sie sich nicht, diese zu besuchen, denn hier lernen Sie die Grundbegriffe für das Arbeiten mit der Kettensäge.

Folgende Tipps erleichtern Ihnen die Arbeit mit der Kettensäge:

  • Beim Sägen ist Vollgas gefragt. So bleibt die Motorsäge seltener stecken.
  • Steckt die Kettensäge im Holz fest, werfen Sie sie nicht an!
  • Die Säge gehört neben Ihren Körper und nicht vor Sie.
  •  Fällen Sie als Laie keine großen Bäume, hierfür sind Fachbetriebe zuständig.
  • Sorgen Sie dafür, dass Sie gut und sicher stehen, ehe Sie zu sägen beginnen
  • Schauen Sie, ob sich andere Personen in Fallrichtung des Baumstamms aufhalten
  • Vergessen Sie nie Schutzkleidung und Sicherheitsschuhe!

So spalten Sie Brennholz

Haben Sie die gefällten Bäume in Meterstücke geschnitten und nach Hause gebracht, müssen die Stücke ein handliches Format bekommen. Am besten ist es, wenn Sie die Stämme erst einmal spalten. Dann sägt es sich leichter. Nutzen Sie hierfür Spaltkeile und einen Vorschlaghammer. Natürlich kommt auch eine Spaltaxt infrage. Wer ungeübt ist und über weniger Kraft verfügt, kann sich durch einen Holzspalter helfen lassen. Diese Holzspalter arbeiten mit einer hydraulischen Presse und teilen die Stämme in zwei Teile. Es gibt außerdem Kreuzspalter, die den Stamm in vier Teile trennen. Die Kosten für solche Holzspalter beginnen ab ca. 700 €. Die Geräte werden jedoch auch verliehen. Die Investition lohnt sich im Prinzip nur, wenn Sie vorhaben, regelmäßig Brennholz für Ihren Ofen oder Kaminbausatz selbst zu machen.

 Die letzten Arbeiten

Nachdem das Holz gesägt wurde, kann es in ofenfertige Stücke geteilt werden. Heute üblich ist das Verwenden einer Wippsäge, doch auch die Kreissäge kommt vielfach noch zum Einsatz. Natürlich ist auch hier wieder Vorsicht geboten, denn die Arbeit mit solchen Sägen ist nicht gerade ungefährlich.
Zum Schluss müssen Sie das Kaminholz in brennfertige Stücke hacken. Zum Hacken gehört nicht viel dazu, Sie müssen lediglich beachten, dass die Axt möglichst scharf sein sollte. Außerdem ist es wichtig, dass der Kopf der Axt breit ist. So lässt sich das Brennholz leichter hacken. In erster Linie benötigen Sie zum Hacken des Brennholzes Kraft und Ausdauer. Nicht umsonst ist auch dies wieder eine Arbeit, die viele Frauen gern ihren Männern überlassen.
Zu beachten: Ist das Holz sehr astig, sollten Sie die Äste in Längsrichtung durchschlagen. Queräste lassen sich nur schwer trennen. Tragen Sie beim Hacken des Holzes Handschuhe, damit Sie sich keine Splitter einziehen.


Ist alles gehackt, geht es ans Stapeln. Gerade bei dieser Arbeit kann die ganze Familie eingebunden werden. Natürlich muss das Stapeln nicht erst beginnen, wenn das gesamte Brennholz gehackt wurde. Die Arbeit geht leichter von der Hand und ist weniger langweilig, wenn gleichzeitig gehackt und gestapelt wird. Achten Sie aber darauf, dass die „Stapelhelfer“ ein Stück abseits von Ihnen arbeiten, damit sie keine Holzscheite abbekommen. Nicht immer landen die Scheite nämlich da, wo sie sollen. Das gilt vor allem dann, wenn sich die Axt im Holz verklemmt hat und Sie ihr noch einmal in aller Deutlichkeit zeigen wollen, wo es lang bzw. durch das Holz geht.