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Abwrackprämie für Kaminöfen – Rheinland-Pfalz macht ernst!

Überraschender Vorstoß aus Rheinland-Pfalz: Umweltministerin Ulrike Höfken hat diese Woche ein neues Wärmekonzept vorgestellt. Es geht um Vorschläge zur Umrüstung auf erneuerbare Energien. Wichtiger Bestandteil des Konzeptes ist eine Abwrackprämie für alte Kaminöfen. Das Land will demnach alle Unterstützen, die sich einen modernen Kaminofen kaufen und ein Altgerät austauschen möchten. Lesen Sie, wie der Tausch geplant ist und wie hoch die Prämie voraussichtlich ausfallen wird.

Warum kommt jetzt eine Abwrackprämie für Kaminöfen?

geldscheine

Ziel des Vorschlags der Umweltministerin ist es, dass schrittweise alte Öfen durch moderne Feuerstätten ausgetauscht werden. Dadurch können wir nicht nur unsere Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen reduzieren, sondern auch gleichzeitig etwas Gutes für die Umwelt tun. Laut aktuellen Schätzungen gibt es im Bundesland ca. 230.000 Öfen, die 20 Jahre oder älter sind. Diese sind gemessen an heutigen Maßstäben jenseits von umweltfreundlich.

Die Frage ist aber, weshalb der Vorschlag gerade jetzt die Runde macht? Ein wichtiger Punkt dürfe  sicherlich sein, dass im Nachbarbundesland Baden-Württemberg gerade eine hitzige Diskussion um holzbetriebene Feuerstätten tobt. In Stuttgart sogar während eines Feinstaubalarms der Betrieb von sogenannten Komfort-Kaminen verboten werden. Auch in anderen Teilen Deutschlands sind Kaminöfen momentan mit einem angeblich schlechten Image gebrandmarkt. So gab es in Helgoland 2016 sogar einen Bürgerentscheid, ob auf der Insel auch weiterhin die Öfen brennen dürfen. Dieser wurde nur knapp gewonnen. 

Rheinland-Pfalz setzt mit seiner Abwrackprämie für Kaminöfen an der Ursache des Problems an: Besonders alte Öfen sind Partikelschleudern. Wenn diese durch moderne Technologien ausgetauscht werden, dann würde isch das Image von Holzfeuerungsanlagen auch in den Medien wieder positiver entwickeln.

Die neue Abwrackprämie für Kaminöfen hat nichts mit der bereits existierenden BAFA-Förderung zu tun. Letztere gilt nur für Pelletheitzungen, Solarthermie Anlagen, und wassergeführte Pelletöfen. Für die Anschaffung eines Kaminofens gab es bisher keine Fördergelder.

Übrigens gab es bereits in der Vergangenheit ein vergleichbares Projekt im Großraum München, über das wir bereits früher berichtet haben.

Wie sieht der Vorschlag konkret aus?

alter kuechenofen

Die Idee der Abwrackprämie für Kaminöfen ist eigentlich simpel: Tauscht man einen alten Ofen gegen ein aktuelles Modell aus, dann ist laut dem neuen Wärmekonzept dafür ein Zuschuss zwischen 300-800€ vorgesehen. Wie hoch die Summe im Einzelfall genau ausfallen wird, will Ulrike Höfken bis von  Ostern 2017 noch bekannt gegeben werden. Klar ist aber jetzt schon, dass das Budget insgesamt bei 500.000€ liegt. Und genau hier liegt der große Kritikpunkt des Programms: Gehen wir von durchschnittlich 500€ Abwrackprämie je Kaminofen oder Kaminbausatz aus, dann können mit dem Gesamtbudget genau 1.000 Geräte ausgetauscht werden. Das sind gerade einmal 0,44% des Bestandes, der eigentlich ausgetauscht werden müsste.

Unser Tipp: Wenn Sie mit dem Gedanken spielen, sich eine neuen Kamin mit einem Kamineinsatz oder einen neuen Pelletofen zu kaufen, dann sollten Sie das unmittelbar nach Inkrafttreten Prämie machen und den entsprechenden Antrag darauf so schnell wie möglich abgeben. Sonst haben Sie wahrscheinlich keine Chance auf das Geld.

Was steht sonst noch im neuen Wärmekonzept?

tablet und tastatur

Die Abwrackprämie für Kaminöfen, Schwedenöfen, Speicheröfen und Specksteinöfen ist aber nur ein wichtiger Bestandteil des Dokuments. Insgesamt will das Land die Kommunen stärker bei der Etablierung von Nahwärme aus erneuerbaren Energien fördern. Weiterhin soll die Wärmeerzeugung sogenannter Abfallbiomasse weiter ausgebaut werden. Diese sei in Rheinland-Pfalz momentan noch etwas unterrepräsentiert. Weiterhin beschäftigt sich das Wärmekonzept mit dem Ausbau von Wärmespeicher-Systemen. Insgesamt sind dafür bis 2018 5,9 Millionen Euro vorgesehen.